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München - Die Los Angeles Lakers wollen in der kommenden Saison wieder um den Titel mitspielen. Dafür brauchen LeBron James und Anthony Davis aber die passenden Mitspieler.

"Lass es uns schaffen, Bruder! Das ist nur der Anfang!"

So euphorisch begrüßte LeBron James seinen neuen Teamkollegen Anthony Davis nach dem Wechsel des Superstars von den New Orleans Pelicans zu den Los Angeles Lakers.

Das "es" in James' Zitat kann nur eines heißen: Den Titelgewinn, seinen insgesamt vierten nach 2012, 2013 und 2016. Für die Lakers geht es darum, eine katastrophale Saison mit dem Tiefpunkt der verpassten Playoff-Teilnahme so schnell wie möglich vergessen zu machen und sich wieder in Titelform zu bringen.

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Ein neuer Star wird gesucht

Da der "King" mit 34 Jahren in den Herbst seiner Karriere geht, ist Eile gefragt. Um den vierten Titel zu holen, braucht LeBron keine jungen Talente, sondern fertige Spieler.

Das kommende Lakers-Team steht noch in den Sternen, neben Davis und LeBron soll einzig Kyle Kuzma im Kader bleiben. Für die übrigen Positionen in der Starting Five wird ein neuer Star gesucht, die Lakers liegen laut ESPN noch zwischen 27,8 und 32,5 Millionen Dollar unter dem Cap Space - Platz für einen Maximalvertrag. Um den nötigen Platz zu schaffen, müssten die beiden deutschen Talente Moritz Wagner und Isaac Bonga noch verschifft werden.

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Mit Davis, LeBron und Kuzma sind die Lakers offensiv gut besetzt, von dem Trio ist allerdings lediglich der frühere Pelicans-Star auch ein guter Defensivspieler.

Lakers suchen Point Guard

Ein Forward, der mehrere Positionen verteidigen und LeBron entlasten kann, würde helfen. Ein passender Kandidat wäre Kevon Looney von den Golden State Warriors, auch eine Rückkehr von Brook Lopez würde Sinn ergeben. Der Big Man verließ die Lakers 2018 überraschend, wusste danach bei den Milwaukee Bucks dank seiner Qualitäten als Blocker und Distanzschütze sehr zu überzeugen.

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Im neuen Kader fehlt bislang ein Point Guard. Die Lakers spielten auch deshalb eine so enttäuschende Saison, weil Lonzo Ball und Rajon Rondo den Ball in den Händen brauchen und über keinen guten Wurf verfügen. Da allerdings LeBron den Ball selbst häufig beansprucht, um zu dribbeln und zum Korb zu ziehen, muss die Franchise aus Los Angeles umdenken.

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Gesucht werden Guards, die den Ball nicht oft brauchen, dafür aber über einen guten Wurf verfügen - idealerweise auch aus der Distanz. Für diese Position werden Kemba Walker (Charlotte Hornets) und Kyrie Irving (Boston Celtics) gehandelt, aber auch nicht ganz so große Namen wie Patrick Beverley (L.A. Clippers) und Darren Collison (Indiana Pacers) sind im Gespräch.

D'Angelo Russell steht für die Zukunft

Eine optimale Lösung würde D'Angelo Russell darstellen. Der Point Guard spielte bereits bis 2017 bei den Lakers, bevor er zu den Brooklyn Nets getradet wurde und sie 2019 als Topscorer und Top-Vorlagengeber in die Playoffs führte.

Russell ist mit 23 Jahren deutlich jünger als Walker oder Irving, könnte an LeBrons Seite noch etwas reifen und würde nach dessen Abgang mit Kuzma (23) und Davis (26) eine erfolgreiche Zukunft auch nach der Ära James versprechen.

Unter dem neuen Head Coach Frank Vogel wollen die Lakers aber schon 2020 zum ernsthaften Titelkandidaten werden. Helfen könnte LeBron und Co. das Verletzungsdrama der Golden State Warriors, die bis weit in die Saison hinein auf Kevin Durant und Klay Thompson verzichten müssen - falls diese überhaupt ihre Zukunft beim Vizemeister sehen. Mit den Warriors geht der härteste Konkurrent im Westen stark geschwächt in die kommende Spielzeit.

Leonard soll Lakers auf dem Zettel haben

Gerade Thompson wäre ohne seinen Kreuzbandriss wohl das Top-Target der Lakers gewesen, seine exzellente Verteidigung und ein tödlicher Dreier sind genau die Qualitäten, die LeBron neben sich braucht. Zudem holte Vater Mychal mit den Lakers der 80er zwei Titel. Alle Experten gehen davon aus, dass Thompson einen Maximalvertrag von den Warriors bekommt - falls nicht, wolle er sich aber auch andere Angebote zumindest anhören.

Der ganz große Fisch im Transfer-Teich 2019 ist aber Kawhi Leonard. Der Finals-MVP ist extrem schwer zu durchschauen. Ein Verbleib in Toronto oder ein Wechsel zu den L.A. Clippers galten bisher als die wahrscheinlichsten Varianten, aber NBA-Insider Marc Stein sagt nun, die Lakers hätten durchaus Chancen. Ganz ablehnend soll Leonard den Lakers nicht gegenüberstehen. Jimmy Butler ist derweil auch bei den Houston Rockets heiß begehrt.

Vor allem Leonard mit seiner Extraklasse in Abwehr und Angriff würde die Lakers - völlig egal, wie dann aufgefüllt wird - sofort zum Titelfavoriten machen.

Bleiben LeBron und Davis fit?

Die Aussicht, als Titelkandidat zu gelten, dürfte auch passende Dreierschützen und Ringchaser anlocken, die das Lakers-Team gut ergänzen könnten. Zum Spartarif wäre beispielsweise Carmelo Anthony zu haben, der zehnmalige All-Star würde jede Menge Erfahrung für seinen Kumpel LeBron mitbringen. Ein Topstar und Auffüller oder zwei bis drei solide Free Agents um LeBron und Davis herum sind die Optionen.

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Dass Erfolg jedoch nicht immer planbar ist, zeigen nicht zuletzt die Verletzungsprobleme der Warriors in den abgelaufenen Playoffs. Mit der Verletzungshistorie von Davis und James könnte selbst das am besten geplante Team am Ende leer ausgehen.

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