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Toronto Raptors: Danny Green (r.) und Fred VanVleet prägen die Playoffs der NBA
Toronto Raptors: Danny Green (r.) und Fred VanVleet prägen die Playoffs der NBA © SPORT1-Montage: Marc Tirl/Getty Images/iStock
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München - Die Toronto Raptors brauchen noch zwei Siege bis zum NBA-Titel. Neben Kawhi Leonard lassen in den Finals auch zwei unbekanntere Spieler mit überraschenden Zahlen aufhorchen.

Kawhi Leonard, Marc Gasol oder Kyle Lowry. Die "Großen Drei" sind nach ihren starken Leistungen in den NBA-Finals in aller Munde. Dabei sind es nicht nur die Topstars, die die Toronto Raptors vom Titel träumen lassen (Die NBA-Finals LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVETICKER).

Einer der Gründe für die überraschende 2:1-Führung gegen Topfavorit Golden State Warriors heißt Danny Green. Der Shooting Guard hat in den Finals eine Auferstehung erlebt, nachdem er in den Eastern Conference Finals zeitweise auf die Bank degradiert wurde.

Offensiv zu uneffektiv agierte der 31-Jährige gegen die Milwaukee Bucks, lediglich vier seiner 23 Dreier-Versuche brachte er ins Ziel. In den letzten drei Partien war es bei neun Versuchen kein einziger.

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Auf der größtmöglichen Bühne zeigte Green dann ein komplett anderes Gesicht: 22 Dreier-Versuche in den Finals, elf Treffer. In Spiel drei machte er jeden seiner 18 Punkte aus der Distanz, seine drei Dreier im dritten Viertel verdoppelten Torontos Acht-Punkte-Führung innerhalb von zwei Minuten.

Green übertrumpft Jordan

Die Wende überrascht, der Zeitpunkt nicht: Bereits zum dritten Mal in den Finals versenkte Green mindestens sechs Würfe aus der Dreier-Distanz, zuvor gelang ihm dies zweimal bei den San Antonio Spurs - lediglich Warriors-Star Stephen Curry (sechs Mal) schaffte dies öfter.

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In einer anderen Statistik ist Green sogar ganz vorne: In den NBA-Finals brachte der frühere Spurs-Star 51,6 Prozent seiner Drei-Punkte-Würfe ins Ziel - keiner der übrigen 35 Spieler, die in den Finals mindestens 50 Mal von Downtown warfen, kommt auf einen Wert über 50 Prozent.

Dank seiner sechs Dreier in der Nacht auf Donnerstag überholte er die beiden NBA-Legenden Michael Jordan und Manu Ginobili und liegt nun bei 47 verwandelten Distanzwürfen in den Finals.

"Dannys Würfe haben das ganze Selbstbewusstsein unseres Teams gepusht, weil wir es gewohnt waren, uns darauf verlassen zu können", erklärte Head Coach Nick Nurse nach dem 123:109-Erfolg.

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Mit einem Chasedown-Block gegen Quinn Cook sorgte Green im letzten Viertel für kollektives Ausrasten der Raptors-Fans. Diesen Gefühlausbruch der Zuschauer in Spiel drei toppte lediglich ein weiterer unterschätzter Erfolgsfaktor der Raptors: Fred VanVleet.

VanVleet überzeugt defensiv und offensiv

100 Sekunden vor Schluss versuchten gleich drei Warriors-Spieler, Leonard den Ball abzunehmen - diesem gelang im letzten Moment ein Pass auf VanVleet, der von weit draußen abdrückte und die Warriors mitten ins Herz traf.

"Fred hat ein Herz, bei dem ich nicht weiß, wie es in seine Brust passt. Er hat ein riesiges Herz", schwärmte Teamkollege Gasol. ESPN-Journalist Ariel Helwani twitterte: "Breaking: Fred VanVleet wurde zum neuen Premierminister Kanadas gewählt, nachdem er diesen Wurf nahm."

Der Backup-Point-Guard ist ein Paradebeispiel für die gute Bank der Raptors - die im Verlauf der Finals zum großen Vorteil der Raptors zu werden scheint. VanVleet erzielte in Spiel drei elf Punkte, bei den ersatzgeschwächten Warriors kamen lediglich Draymond Green und Curry auf mehr Zähler. Außerdem ist der 25-Jährige defensiv hochkonzentriert und engt die Kreise von Superstar Curry effektiv ein.

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"Ich habe viele Spiele gespielt, aber das ist die größte Bühne, auf der ich je gespielt habe", sagte VanVleet vor einigen Tagen: "In der Serie zählt jeder Ballbesitz und jede Sekunde. Wenn du es vermasselst oder gut spielst, kann das das gesamte Spiel entscheiden."

"Playoff-Gott" VanVleet

VanVleet befindet sich in Topform, in den letzten drei Spielen gegen die Bucks verwandelte er 14 Dreier bei 17 Versuchen. Die herausragende Verfassung nahm die Nummer 23 der Raptors mit in die Finals, die US-Zeitschrift The Ringer nannte ihn "Playoff-Gott" und huldigte: "Er wirft wie Steph Curry und frustriert gleichzeitig Steph Curry mit seiner Defensivarbeit."

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