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München - Die Golden State Warriors müssen den Ausgleich gegen die Toronto Raptors teuer bezahlen. Neben Verletzungen macht auch ein Taktik-Kniff große Probleme.

Die Uhr in der Scotiabank Arena in Toronto tickte herunter. 

Sechs Sekunden waren noch zu spielen, die Golden State Warriors lagen in Spiel zwei mit zwei Punkten in Führung. Doch ein letzter Korberfolg war noch von Nöten, um den Raptors endgültig den Zahn zu ziehen.

Andre Iguodala, der mehrere Sekunden komplett frei stand, fasste sich dann doch ein Herz und verwandelte den Dreier zum 109:104-Sieg der Warriors. Zuvor hatte der NBA-Champion, der mit drei weiteren Siegen den dritten Titel in Folge einfahren könnte, große Probleme mit der "Box-and-1"-Verteidigung der Raptors.

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Raptors mit ungewöhnlicher Verteidigung

Die Kanadier, mit dem Mute der Verzweiflung ausgestattet, stellten in den Schlussminuten auf Zonenverteidigung um, lediglich Dreier-Scharfschütze Stephen Curry wurde in Manndeckung genommen - eine vor allem in der NBA selten angewendete Methode.

Denn verfügt ein Team über mehrere gute Dreier-Schützen, kann die Zone leicht ausgehebelt werden. Durch den verletzungsbedingten Ausfall von Klay Thompson hatten die Warriors nur noch einen echten Dreierschützen (Curry) auf dem Feld. 

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"Sie haben im vierten Viertel eine verrückte Verteidigung gespielt. Es war respektlos, Iguodala so frei stehen zu lassen", wunderte sich Curry über das Verteidigungskonzept der Raptors. Dennoch hätte dieser Taktik-Kniff die Partie beinahe sogar noch einmal gedreht, denn die Warriors hatten Probleme, ohne den eng gedeckten Curry Lösungen zu finden.

Lazarett der Warriors wächst an

Die Raptors verkürzten einen Elf-Punkte-Rückstand bis auf zwei Zähler in der Schlussminute, ehe "Iggy" die Kanadier doch noch versenkte. Der Sieg war aber teuer bezahlt, denn neben Thompson musste auch Center Kevon Looney die Partie verletzungsbedingt verlassen.

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Dadurch wächst das Warriors-Lazarett weiter an. Kevin Durant konnte noch nicht in den Finals mitwirken, seine Rückkehr ist weiterhin offen. Curry schlug sich mit Grippe-Symptomen herum und musste zwischenzeitlich behandelt werden, auch Matchwinner Iguodala ging angeschlagen in die Partie.

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Während Looney sich einen Bruch im Rippenbereich zuzog, erlitt Thompson eine Oberschenkelblessur. Er kündigte zwar bereits an, dass er Spiel drei nicht verpassen werde, doch das muss laut Trainer Steve Kerr wenig heißen. "Klay sagt auch, dass er fit ist, wenn er halbtot ist", meinte Kerr. Laut ESPN seien die Warriors aber optimistisch, dass Thompson in Spiel drei auflaufen könne.

Dallas mit selbem Kniff in Finals 2011

Looneys Minuten übernahm hauptsächlich DeMarcus Cousins, der im zweiten Spiel nach seiner Quadrizeps-Verletzung mit elf Punkten, zehn Rebounds und sechs Assists seine großen Qualitäten unter Beweis stellte. Mit 28 Minuten stand er jedoch länger auf dem Feld als geplant, was man ihm am Ende auch anmerkte. Sollte der Center weiter abliefern, könnte er aber zum entscheidenden Faktor werden.

Auf der Guard-Position könnte der Schuh aber drücken. Sollte Thompson, der aus der Arena humpelte, in Spiel drei ausfallen, müssten Reservisten wie Quinn Cook (drei wichtige Dreier in Spiel zwei) und Shaun Livingston (sechs Punkte, drei Assists) dauerhaft in die Bresche springen. 

Deren Gefahr von der Dreier-Linie ist im Vergleich zu Scharfschütze Thompson aber deutlich geringer. Dadurch könnte der Taktik-Kniff einer Zone, den auch die Dallas Mavericks bei ihrem Titelgewinn 2011 im Finale gegen die Miami Heat anwendeten, noch mehr Verwendung finden - selbst wenn Curry das "respektlos" fände.

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