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LeBron James muss für sein Verhalten beim Spiel seines 14-jährigen Sohnes mächtig Kritik einstecken. Viele NBA-Spieler verteidigen den "King".

Ganz egal, wo LeBron James auftaucht - der NBA-Superstar ist automatisch sofort im Mittelpunkt.

Natürlich auch bei den Basketball-Spielen seines 14 Jahre alten Sohnes LeBron jr., Spitzname Bronny. Die NBA LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM

Wenn sich eigentlich die Teenies bei den Partien der AAU (einer Amateursport-Organisation) messen, wäre ein bisschen weniger LeBron-Show grundsätzlich angebracht. Das gestaltet sich aus offensichtlichen Gründen aber schwierig.

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Trotzdem musste der selbsternannte "Chosen One" in den letzten Tagen massiv Kritik für seine Auftritte bei den Spielen von Bronny einstecken, was zumindest teilweise auch verständlich ist.

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Dunk- und Jubel-Show von LeBron James

Bei Social Media machten zwei Videos in den letzten Tagen die Runde: LeBron James, der sich beim Aufwärmen der Youngster beteiligt - und ihnen mit verschiedenen Dunks die Show stiehlt.

Ein selbst geworfener Alley-Oop, ein krachender Dunk nach eigener Vorlage übers Brett - der Superstar, der in der NBA noch an keinem Dunk-Contest teilgenommen hat, gab in einer Amateursporthalle eine Kostprobe seines Könnens.

Ein zweites Video zeigt LeBrons Jubel-Eskalation, nachdem sein Sohn einen Mitspieler mit einem sehenswerten Alley-Oop-Anspiel bedient hat und dieser krachend per Dunk vollstreckt hat.

James - am anderen Ende des Feldes - rennt auf den Court, verliert dabei seinen Schuh (im Lakers-Lila) und bekommt diesen von einem Mitspieler seines Sohnes gereicht. Auf dem Weg vom Spielfeld springt der NBA-Superstar wild durch die Luft, kickt das Bein in die Höhe. Bei der nächsten Spielunterbrechung folgt der Jubel-Sprung gemeinsam mit Bronny.

Kommentator ätzt: "Setz' dich auf deinen Arsch!"

Nicht nur die Fans bei Twitter und Co. sahen nicht nur einen stolzen Papa, sondern warfen dem Leader der Lakers daraufhin einen gewissen Egoismus vor. Auch in diversen Sport-Sendungen war die Show von "King James" Thema. Vom einen oder anderen Kommentatoren bekam er dabei ordentlich sein Fett weg.

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"Daran sieht man, wie sehr der Ruhm LeBron in den letzten zehn Jahren verändert hat", ätzte Jason Whitlock, der Host der täglichen Fox-Show "Speak for yourself", und verstieg sich danach in die äußerst steile These: "Ruhm ist eine noch mächtigere und gefährlichere Droge als Kokain."

Der Journalist legte sogar noch nach: "LeBron ist ein Ruhm- und Social-Media-Junkie. Er ist nach L.A. gezogen auf der Suche nach einem neuen Kick."

Whitlock schloss seinen Monolog provokant mit einem Zitat von LeBron selbst, der einst seine Mutter in die Schranken gewiesen hatte, weil diese sich 2008 in den Playoffs als Zuschauerin lautstark eingemischt hatte. "LeBron sollte sich selbst an den Ratschlag halten, den er seiner Mutter vor über zehn Jahren gegeben hat: Setz' dich auf deinen Arsch!", forderte der Kommentator.

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Zur Erinnerung: Es ging nur darum, dass LeBron beim Spiel seines Sohnes etwas exzessiver gefeiert und ein paar Mal gedunkt hatte.

"LeBron macht ein Spektakel um sich selbst, und einen Zirkus aus der frühen Karriere seines Sohnes. Er nutzt die Spiele seines Sohnes als eine weitere Plattform, um die Social-Media-Marke LeBron auszubauen", kritisierte Whitlock und stellte ihn gar in eine Reihe mit Super-Dads oder Helikopter-Vätern wie LaVar Ball.

Ähnlich äußerte sich Shannon Sharpe bei Undisputed, wobei er LeBrons Jubel verteidigte und den Enthusiasmus lobte - gleichzeitig die Dunk-Show aber kritisierte: "Wenn das LaVar Ball wäre, würden wir ausrasten (…). Es sollte um LeBron jr. und seine Teamkollegen gehen, dass ist ihre Zeit, zu glänzen. Du brauchst diese Aufmerksamkeit bei einem AAU-Spiel nicht."

NBA-Spieler verteidigen James

Unterstützung, mehr noch, Lob bekam James dagegen von anderen NBA-Spielern.

"Während so viele Väter sich nicht um ihre Kinder kümmern und diese unterstützen, regen wir uns darüber auf, dass er sich aufrichtig für seinen Sohn freut! Lol, das ist verrückt", twitterte Jayson Tatum von den Boston Celtics, ebenfalls Vater eines kleinen Sohnes.

Auch Isaiah Thomas zeigte Unverständnis angesichts der Kritik: "Es muss ja wenig Sport-News geben, wenn sie wirklich darüber diskutieren, dass Bron beim Spiel seines Sohnes ist und ein saucooler Dad."

Bei Eltern, Teamkollegen und Gegnern seines Sohnes kommt LeBron ebenfalls viel besser an als bei den TV-Kritikern.

Laut TMZ brach ein Youngster letztes Jahr sogar vor Rührung in Tränen aus, als LeBron ihm sagte: "Ich hoffe, ich bin noch in der Liga, wenn du dort spielst."

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