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Jenny Boucek, Becky Hammon und Lindsey Harding (v.l.n.r.) sind Assistenztrainerinnen in der NBA
Jenny Boucek, Becky Hammon und Lindsey Harding (v.l.n.r.) sind Assistenztrainerinnen in der NBA © SPORT1-Montage: Veith Nurtsch/Getty Images/iStock
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München - Becky Hammon wird 2014 als erste Frau Assistant-Coach in der NBA. Mittlerweile sind insgesamt neun Frauen in den Coaching-Teams tätig - und mehr dürften folgen.

Vor genau fünf Jahren hat Becky Hammon NBA-Geschichte geschrieben.

Am 5. August 2014 verpflichteten die San Antonio Spurs die sechsmalige All-Star-Spielerin der WNBA als ersten weiblichen Assistant Coach - und sorgten damit für ein absolutes Novum: Denn erstmals nahm eine Frau auf der Trainerbank eines Männer-Profiteams Platz.

Dass Hammon seither einen richtig guten Job macht, bestätigte der ehemalige Spurs-Superstar Pau Gasol im vergangenen Jahr in seinem Beitrag in der Players Tribune: "Ich sage euch: Becky Hammon kann coachen. Ich sage nicht, dass sie es ziemlich gut oder fast auf dem Level von NBA-Trainern kann. Ich sage: Becky Hammon kann NBA-Basketball trainieren. Punkt."

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NBA: Lieberman und Boucek folgen auf Hammon

Was damals zunächst als sensationelle Ausnahme galt, hat sich mittlerweile als Startschuss einer äußerst positiven Entwicklung in der besten Basketball-Liga der Welt erwiesen - und die NBA zeigte einmal mehr, warum sie die fortschrittlichste der vier großen US-Ligen ist.

"Es gibt keinen Grund, warum Frauen nicht als Coaches im Männer-Basketball arbeiten sollten", stellte erst kürzlich NBA-Commissioner Adam Silver klar.

Nur ein Jahr nach Hammon wurde Nancy Lieberman, die ebenfalls als eine der größten WNBA-Spielerinnen aller Zeiten gilt, in den Trainerstab der Sacramento Kings berufen, wo sie zwei Jahre lang an der Seite von George Karl und Dave Joerger stand. Nach zwischenzeitlich zwei Jahren ohne weibliches Staff-Mitglied holten die Kings für die kommende Saison mit Lindsey Harding, die seit 2018 bei den Philadelphia 76ers tätig war, bereits die zweite Trainerin ihrer Klubgeschichte ins Team.

Seit 2017 steht Jenny Boucek bei den Dallas Mavericks unter Vertrag und arbeitet dort unter anderem mit Stars wie Luka Doncic und dem deutschen Nationalspieler Maxi Kleber.

Im vergangenen Jahr trat mit Karen Stack Umlauf (Chicago Bulls), Natalie Nakase (Los Angeles Clippers) und Harding gleich ein ganzes Trio in die Fußstapfen von Hammon.

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Celtics holen Lawson, Gottlieb zu Cavs

Die siebte im Bunde, Kristi Toliver, setzte dem Ganzen sogar noch eines drauf: Sie wurde als erste aktive(!) Spielerin in ein Trainerteam berufen und coachte in ihrer eigenen Offseason bei den Washington Wizards mit.

Im Juli 2019 wurde mit Lindsay Gottlieb (Cleveland Cavaliers, 41 Jahre) und Kara Lawson (Boston Celtics, 38 Jahre) die achte bzw. neunte Frau in ein NBA-Coaching-Team berufen. Zählt man Nicki Gross (Toronto Raptors) und Chasity Mevin (Charlotte Hornets) noch dazu, auch wenn sie "nur" das jeweilige Team in der G-League, trainieren, sind es sogar elf.

Hammon klettert Karriere-Leiter nach oben

Hammon hat sich innerhalb der Spurs-Organisation mittlerweile ordentlich nach oben gearbeitet. 2015 wurde sie der erste weibliche Head Coach eines Teams in der NBA Summer League - und führte die Spurs direkt zum Titel.

Ein Jahr später wurde ihr zudem als erste Frau die Ehre zuteil, im Coaching-Staff beim All-Star-Game zu stehen. Vor der Saison 2018/2019 erfolgte die Beförderung in die erste Reihe der Assistenten, direkt neben Cheftrainer Gregg Popovich.

Im Sommer 2017 ergatterte sie sogar ein Bewerbungsgespräch für den Posten als General Manager bei den Milwaukee Bucks. Auch wenn sie den Job letztlich nicht bekam, ist auch diese Hürde überwunden: Kelly Krauskopf wurde im Dezember 2018 bei den Indiana Pacers erste (Assistant) General Managerin in der Geschichte der NBA.

Es ist durchaus möglich, dass Hammon einmal der erste weibliche Head Coach der NBA sein wird. Wenn das bei einer Franchise möglich ist, dann bei den Spurs, wenn Legende Popovich irgendwann einmal abtritt.

NBA wartet auf Taurasi und Bird

Und die Entwicklung ist lange noch nicht am Ende, denn die nächsten potentiellen Kandidatinnen stehen schon so gut wie in den Startlöchern.

Diana Taurasi (Phoenix Mercury, 37 Jahre), die vielleicht beste Basketball-Spielerin aller Zeiten, und Superstar Sue Bird (Seattle Storm, 38 Jahre) sind zwar aktuell noch selbst als Spielerinnen aktiv, sie könnten aber bald nach ihrem Karriereende in die Fußstapfen von Hammon & Co. treten.

Es wären weitere Schritte, um dem großen Traum von NBA-Boss Silver näher zu kommen: "In Zukunft 50 Prozent weibliche Schiedsrichter und Trainer in der Liga zu haben."

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