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München - DeMarcus Cousins ist einer der besten NBA-Center der Gegenwart. Schwere Verletzungen und Eskapaden auf und abseits des Feldes bringen seine Karriere ins Stocken.

DeMarcus Cousins ist der größte Pechvogel der jüngeren NBA-Geschichte.

Der 29-Jährige, der in der Free Agency einen Einjahresvertrag bei den Los Angeles Lakers über 3,5 Millionen Dollar unterzeichnete, zog sich am Donnerstag bei einem privaten Workout in Las Vegas einen Kreuzbandriss zu. Die im Oktober beginnende Saison ist für ihn gelaufen. (SPORT1 zeigt die NBA LIVE im TV auf SPORT1+)

Es ist Cousins' dritte schwere Verletzung in den letzten eineinhalb Jahren. Auf einen Riss der Achillessehne Anfang 2018 folgte kurz nach seinem Comeback im April 2019 ein Riss im linken Quadrizeps-Muskel. Ganze 30 Spiele in der besten Basketball-Liga der Welt stehen für ihn in diesem Zeitraum zu Buche.

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Schock für Cousins und die Lakers

Nicht nur für ihn persönlich - Cousins wollte sich bei den Lakers wieder für einen langfristigen und hochdotierten Vertrag empfehlen - sondern auch für die Lakers ist die Verletzung ein Schock.

Mit LeBron James und Star-Neuzugang Anthony Davis sollte Cousins wieder einmal den Titel in die kalifornische Metropole bringen. Diesem Vorhaben macht das Saisonaus von Cousins einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Gut möglich, dass die Lakers jetzt noch einmal nach Verstärkung Ausschau halten. 

Der Kreuzbandriss stellt den traurigen Tiefpunkt einer Karriere dar, die neben sportlichen Höchstleistungen und statistischen Bestwerten in großer Menge auch zahlreiche Eskapaden auf und abseits des Spielfeldes beinhaltet.

Den in Mobile (Alabama) geborene Cousins zog es bereits nach einer Saison auf dem College in die NBA. In seiner Freshman-Saison legte er für die renommierte University of Kentucky starke Zahlen (15,1 Punkte; 9,8 Rebounds) auf. Im Draft 2010 wählten ihn die Sacramento Kings an Position fünf aus.

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Gleich in seiner Rookie-Saison bewies er, dass er in der Lage sein kann, die hohen Erwartungen der Kings an ihn zu erfüllen. Dank starker Leistungen (14,1 Punkte, 8,6 Rebounds) wurde er ins All-Rookie First Team gewählt.

Head Coach nach Streit entlassen 

In der zweiten Saison kam es zur ersten von mehreren Auseinandersetzungen mit einem Trainer. Der damalige Kings-Headcoach Paul Westphal bemängelte öffentlich, dass Cousins "nicht bereit ist, sich in die gleiche Richtung zu bewegen wie seine Teamkollegen".

Von dieser Aussage war Cousins derart angefressen, dass er einen Trade von den Kings forderte. Das Ergebnis des Streits: Westphal wurde nur wenige Tage nach seiner Aussage entlassen, Cousins spielte weiter groß auf und unterschrieb zur Saison 2013/14 einen neuen Vierjahresvertrag über 62 Millionen Dollar.

Mit seiner Spielweise sollte Cousins zum besten Center der NBA avancieren. Mit seinem grenzenlosen Talent, der Naturgewalt am Brett, die ihn nach Belieben in der Zone punkten ließ und der für einen Spieler seiner Größe brillanten Spielübersicht bewegte er sich im Kreis der Allerbesten. 

Dominator am Brett mit Dreier

Später in seiner Karriere brachte Cousins sich noch ​​einen respektablen Drei-Punkte-Wurf bei (mindestens 35 Prozent in den Saisons 2016/17 und 2017/18). Dadurch passte er als Big Man, der auch von draußen eine Gefahr darstellt, noch besser in den gegenwärtigen Spielstil der NBA.

Wären nicht seine währenden Eskapaden - Suspendierungen nach verbalen und körperlichen Auseinandersetzungen wurden eher zur Regel als zur Ausnahme -, die ihm einen Ruf als schwierigen Charakter und Hitzkopf einbrachten, gewesen, hätte niemand in Frage gestellt, dass er ein absoluter Superstar ist. 

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Trotz herausragender persönlicher Zahlen (Double-Double in Punkten und Rebounds in vier aufeinanderfolgenden Jahren) blieb Cousins mit den Kings der Sprung in die Playoffs immer verwehrt. 

Das sollte sich im Februar 2017 mit seinem Trade zu den New Orleans Pelicans ändern. Trotz des neuen Super-Duos verpasst die Pelicans die Playoffs. In der Saison 2017/18 spielte Cousins bis zu seiner im Februar 2018 erlittenen schweren Verletzung groß auf (25,2 Punkte; 12,9 Rebounds). Damit hatte er großen Anteil an der Playoff-Qualifikation der Pelicans. Sein erster persönlicher Playoff-Auftritt blieb ihm jedoch verwehrt. 

Cousins bietet sich Warriors an

Nach Ablauf seines Vertrages standen bei dem verletzungsgebeutelten Cousins vor der Saison 2018/19 die Interessenten alles andere als Schlange und er erhielt kein Angebot. So griff er selbst zu ungewöhnlichen Maßnahmen: Er rief seinen Agenten Jarinn Akana an und beauftragte ihn, beim NBA-Champion Golden State anzurufen, um Cousins dort anzubieten. 

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"Ich hatte die Schnauze voll. Ich sagte zu Jarinn: 'Lass uns einen Anruf machen.' Er war geschockt. Es war wirklich beleidigend, kein einziges Angebot zu bekommen", sagte Cousins damals The Undefeated.

Der Olympiasieger von 2016 untermauerte seine Absichten mit einem eigenen Anruf bei Warriors-General-Manager Bob Myers. Dieser griff erfreut zu und fügte mit Cousins seinem Team neben Stephen Curry, Klay Thompson und Kevin Durant einen weiteren Superstar hinzu. 

Mit den Warriors erreichte er zwar die Playoffs, in den entscheidenden Spielen der Finals fehlte er jedoch verletzt - und blieb erneut titellos. 

Nach seiner neuesten schweren Verletzung ist unklar, wie seine Karriere weiter verlaufen wird. Kann er sich noch einmal zu einem Comeback durchringen und in aller Stärke zurückkommen?

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