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München - Beide Teams aus Los Angeles, die Lakers und die Clippers, wollen um den NBA-Titel kämpfen. Die Voraussetzungen sind dabei aber nur auf den ersten Blick gleich.

Ab dem 22. Oktober blickt die NBA-Welt gebannt nach Los Angeles.

Die Los Angeles Clippers und die Los Angeles Lakers werden sich mutmaßlich um den Titel in der Western Conference und dadurch automatisch auch um die Chance auf die Meisterschaft streiten. (NBA: LA Clippers - Los Angeles Lakers am Mittwoch um 4.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+)

Bereits in den Sommermonaten hielten die beiden Teams aus der Stadt der Engel die Welt in Atem. Nach einer schier endlosen Trade-Saga holten sich die Lakers zunächst Anthony Davis und gaben im Gegenzug eine Vielzahl ihrer jungen Talente ab.

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Clippers sorgten für Beben

Bis die Clippers im Sommer ein Ausrufezeichen setzten, dauerte es einige Tage länger. Doch dann sorgte auch das "Schatten-Team" in Los Angeles für ein Beben. Niemand Geringeres als Finals-MVP Kawhi Leonard entschied sich als Free Agent für den Wechsel zum anderen Team aus L.A. In seinem Schlepptau kam dann auch noch Paul George, in der vergangenen Saison lange ein MVP-Kandidat, zu den Clippers.

Zwar opferte das Team von Besitzer Steve Ballmer dafür zahlreiche Draft-Picks und gab auch noch Top-Talent Shai Gilgeous-Alexander ab, jedoch wollte man sich die Chance auf gleich zwei absolute NBA-Superstars verständlicherweise nicht entgehen lassen.

So sind die Clippers, die seit ihrem Bestehen fast immer im Schatten der glanzvollen Lakers standen, auf einmal ein mindestens gleichwertiger Titelkandidat.

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Unter den Hollywood-Lettern gibt es in der kommenden Saison also einen noch nie dagewesenen Kampf der Giganten. Doch wer ist nun der Favorit im Kampf um die Krone von Los Angeles?

Rückblick: In der vorangegangenen Saison spielten die Lakers mit LeBron James im Team eine Saison zum Vergessen. Die Playoffs waren bereits ungewohnt früh kein Thema mehr bei den Lila-Goldenen, stattdessen wurde die Teamchemie durch die ständigen Gerüchte um Davis stark in Mitleidenschaft gezogen.

Defensive als Trumpf bei Clippers

Die Clippers spielten über weite Strecken eine starke Saison und kämpften lange Zeit sogar um den Heimvorteil in der ersten Playoff-Runde. Durch den Trade von Tobias Harris zu den Philadelphia 76ers schenkten sie die Saison vermeintlich ab. Doch auch ohne den All-Star reichte es zum Einzug in die Playoffs, wo dann nach großem Kampf gegen die Golden State Warriors Endstation war.

Doch nun wurde das äußerst talentierte Roster der Clippers noch mit George und Leonard, zwei exzellenten Two-Way-Playern, ergänzt. Clippers-Coach Doc Rivers hat nun ein beeindruckendes Arsenal an defensivstarken Spielern zur Verfügung, denn auch Patrick Beverley oder Moe Harkless sind für ihre Fähigkeiten als defensive Kletten gefürchtet.

Auch offensiv darf man die Clippers nicht unterschätzen, denn George und Leonard können sich jeweils in ein System einfügen, aber auch aus der Isolation heraus gefährlich werden. Zudem kommt mit Lou Williams der wohl beste Sixth Man der letzten Jahre von der Bank. Der Routinier ist für seine Instant-Offense bekannt und gefürchtet.

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Trotz dieser hervorragenden Voraussetzungen wird es mutmaßlich keinen Durchmarsch in der Regular Season geben. Denn wie auch bereits bei den Toronto Raptors wird Leonard regelmäßige Pausen bekommen, wie bereits in der Preseason der Fall. Zudem fehlt George nach seiner Schulter-Operation die ersten Spiele. Ein Stotterstart der Clippers wäre alles andere als verwunderlich.

Lakers sehr abhängig von LeBron und Davis

Und die Lakers? Ohne Frage: LeBron und Davis sind jederzeit in der Lage, eine Partie zu dominieren, aber daneben und dahinter verfügen die Lakers nicht über die Breite und Klasse, wie sie in den Reihen der Clippers zu finden ist. Kyle Kuzma ist ohne Frage talentiert, auch Routinier Rajon Rondo kann für Glanzlichter sorgen. Auf der Center-Position verfügt JaVale McGee nicht über die nötige Qualität und für Positionskollege Dwight Howard ist es wohl die allerletzte Bewährungschance in der NBA.

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Kurzum: Ein Ausfall einer ihrer Superstars, die die Hauptlast tragen, würde die Lakers deutlich mehr schmerzen als den Stadtrivalen. Auch ohne ihre beiden Stars hätten die Clippers immer noch eine Mannschaft von NBA-Format, während die Lakers wohl schlichtweg nicht konkurrenzfähig wären.

So verwundert es wenig, dass auch die Buchmacher Leonard und Co. im Vergleich zu LeBron und Co. bei der Frage nach dem neuen Meister favorisieren.

Für Spannung, Spektakel und Stories ist aber bereits jetzt gesorgt. Und das ist ja bekanntlich auch das Markenzeichen von Hollywood.

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