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München - Michael Porter jr. spielt nach Verletzungen seine erste NBA-Saison. Zuvor sorgt er an der High School für Furore. Wird er zum X-Faktor?

Wenn man die Begriffe NBA und College-Star hört, denkt man zwangsläufig an Zion Williamson.

Der Power Forward der Duke University wurde schon vor seinem Nummer 1-Draft als das große Versprechen für die Zukunft der NBA angekündigt - und nach seinem lange erwarteten Comeback scheint er diesen Vorschusslorbeeren auch mehr als gerecht zu werden. Vor allem seine 17 Punkte in knapp drei Minuten bei seinem Debüt gegen die New Orleans Pelicans sorgt für ordentlich Furore.

Zion Williamson war aber nicht die einzige vielversprechende Rookie-Sensation der jüngeren Vergangenheit. Zuvor versetzte ein gewisser Michael Porter junior das ganze Land in Aufruhr. In seinem letzten Jahr in der High School legte er 36,2 Punkte und 13,6 Rebounds im Schnitt auf.

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Nachdem er die Nathan Hale High School aus Seattle 2017 zur Staatsmeisterschaft im Bundesstaat Washington geführt hatte - im Finale steuerte er beim 68:51-Sieg gegen Garfield 27 Punkte und 17 Rebounds bei - glänzte er auch beim "Nike Hoop Summit 2017", der einst auch Dirk Nowitzki ins Rampenlicht katapultierte.

Schließlich wechselte der heißbegehrte Jungstar an die University of Missouri, wo sein Vater als Co-Trainer fungierte. Doch dann wurde sein kometenhafter Aufstieg jäh gestoppt. 

Bereits im ersten College-Spiel verletzte sich Porter schwer am Rücken. Eine Operation setzte beinahe die komplette Saison außer Gefecht, lediglich zwei weitere Spiele konnte er bestreiten. Aus dem potenziellen Nummer-Eins-Pick, der in den USA beinahe schon Superstar-Status genoss, wurde plötzlich ein Risiko-Pick.

Nuggets-Coach: "Wird noch besser werden"

Knapp zwei Jahre später ist Porter trotz dieses Verletzungspechs in der NBA angekommen - und wie. In 35 Spielen für die Denver Nuggets kommt er bisher auf 7,4 Punkte und knapp vier Rebounds. In den letzten fünf Partien legte er noch einmal zu. 16,4 Punkten, zehn Rebounds und 1,4 Steals sind seine Zahlen dort.

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Nuggets-Coach Michael Malone schwärmte unlängst von Porter: "Offensiv ist er hochtalentiert. Er kann auf so viele Arten punkten. Defensiv ist er komplett fokussiert. Diesem Bereich hat er sich vollständig verschrieben und wird daher noch besser werden."

Während ihn einst eine Verletzung weit zurückwarf, profitierte er nun von den Ausfällen bei den Nuggets. Mit Paul Millsap, Gary Harris und Jamal Murray fehlen dem Team gleich drei wichtige Säulen aktuell. Porter als Profiteur der Situation konnte die ihm sich bietende Chance nutzen und ist inzwischen ein unumstrittener Rotationsspieler der Franchise aus Colorado.

Der Weg dorthin war alles andere als reibungslos, wie es Porters kurze College-Karriere bereits erahnen lässt. Trotz seiner langen Verletzungspause entscheidet sich Porter 2018 für die Teilnahme am NBA-Draft. Dort fällt das Mega-Talent aber bis auf Position 14, wo ihn die Denver Nuggets auswählten. 

Zweite Rücken-Operation bremst Porter aus

Kurz nach der Unterzeichnung seines ersten NBA-Vertrags musste sich Porter einer zweiten Rücken-Operation unterziehen. Die Rookie-Saison war damit futsch und sein Stern begann zu verblassen. Denn die Nuggets mischten nach einigen Jahren Aufbauarbeit auch ohne das Supertalent die Playoffs auf und erreichten die Conference Semifinals.

Vor der aktuellen Saison folgte der nächste Rückschlag für Porter jr. Co-Trainer Jordi Fernandez litt mit dem Youngster. "Man fühlt sich einfach nur schlecht, weil der Junge so viel Arbeit reingesteckt hat und bereit war, zu spielen"Eine Knie-Verletzung im Juli sorgte für eine komplizierte Vorbereitung. Co-Trainer Jordi Fernandez litt mit dem Youngster. "Man fühlt sich einfach nur schlecht, weil der Junge so viel Arbeit reingesteckt hat und bereit war, zu spielen."  Am 31. Oktober des vergangenen Jahres war es dann aber endlich soweit.

Michael Porter junior absolvierte sein erstes NBA-Spiel. 15 Punkte und vier Rebounds standen für ihn bei der 107:122-Pleite der Nuggets gegen die New Orleans Pelicans auf dem Statistikbogen. In den folgenden Wochen kommt Porter nur unregelmäßig zum Einsatz. Die Nuggets bauen ihren Jungstar behutsam auf. 

"Es ist hart, aber man muss einfach geduldig bleiben. Wir haben einige Jungs, die spielen müssten. Aber wird sind alle füreinander da. Ich persönlich versuche nur, ständig besser zu werden, weil ich weiß, dass meine Zeit kommt", beschrieb er bei cbssports seine Situation. Verletzungen von Mitspielern bescherten ihm dann im Saisonverlauf doch regelmäßige Einsätze. 

Und mit jeder Sekunde auf dem NBA-Parkett wird Porter noch besser. "Er hebt das Spiel auf ein neues Level. Er hat noch so viel Potenzial, sich zu verbessern. Die ganze Nuggets-Familie brennt darauf, seine Entwicklung zu verfolgen. Michael Porter hat alles, um ein Star zu werden", schwärmte Malone kürzlich von seinem Schützling.

Porter ernährt sich vegan

Zuvor hatte Porter gegen die Minnesota Timberwolves ein Feuerwerk abgebrannt. 20 Punkte und 14 Rebounds gelangen dem 21-Jährigen, der über Qualitäten verfügt, die kein anderer Nuggets-Spieler im Repertoire hat. Porter glänzt als athletischer Scorer, der den strukturierten und gut organisierten Nuggets eine Prise Anarchie auf dem Feld gibt.

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Besonders mit Denver-Star Nikola Jokic harmoniert Porter bereits prächtig. Steht er gemeinsam mit dem serbischen Big Man auf dem Feld, haben die Nuggets ein Offensiv-Rating von 123,1. Ihr Durchschnittswert liegt bei 111,4. "Ich liebe es mit Nikola zu spielen. Er hat einen beruhigenden Effekt. Wenn du mit ihm auf dem Feld stehst weißt du, dass er den richtigen Spielzug machen wird. Du musst dir keine Gedanken machen", erzählte Porter über das Zusammenspiel mit Jokic. 

Auch außerhalb des Platzes unternimmt Porter alles, um dauerhaft in der NBA eine prägende Rolle ausfüllen zu können. So ernährt er sich vegan mit einer speziellen Rohkost-Diät.

Dabei wird er vor allem von seiner Mutter Lisa unterstützt, die bereits vor seinem Sprung in die NBA sogar einen Spezialisten für diese Ernährungsform konsultierte. "Ich wollte einfach keine Fehler machen. Sie (Porter und sein Bruder/Anm.d.Red.) spielen auf so einem hohen Level. Ich wollte einfach nichts außer Acht lassen", erzählte Porters Mutter.

X-Faktor für Nuggets?

Mit Erfolg: Porter scheint aktuell fitter denn je und könnte für einen erneuten Playoff-Run der Nuggets zum X-Faktor werden. Mit seinen besonderen Fähigkeiten in Denvers Roster ist er eine gute Offensiv-Option, die auch einmal für sich selbst kreieren kann, um den Druck von der Mannschaft zu nehmen.

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"Ich gehe nicht auf das Feld und denke nur an mich. Ich versuche, dem Team zum Sieg zu verhelfen. Ich will einfach nur reinkommen auf einem hohen Level spielen", erklärte Porter kürzlich seine persönlichen Ziele bei den Nuggets. 

Mit einem Jahr Verspätung wird nun doch noch das riesige und besondere Talent von Porter sichtbar. Nicht nur für die Fans der Denver Nuggets eine gute Nachricht.

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