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München - Die Los Angeles Lakers um LeBron James gehen als souveräner Spitzenreiter in den NBA-Restart. Fehlende Trümpfe bereiten auf dem Weg Richtung Titel aber Sorgen.

Der erste NBA-Titelgewinn seit 2010, der letzten Meisterschaft von Legende Kobe Bryant, wird für die Los Angeles Lakers zur Geduldsprobe.

Vor der Saison 2019/20, die nun in Orlando fortgesetzt wird, wurde mit Anthony Davis ein echter Hochkaräter verpflichtet, um an der Seite von LeBron James die Titel-Durststrecke im zehnten Jahr enden zu lassen

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Doch bereits vor Saisonstart im Oktober des vergangenen Jahres war ersichtlich, dass die Lakers durch die Davis-Verpflichtung an Breite in ihrem Kader eingebüßt hatten, mussten sie doch gleich drei Spieler und drei Erstrunden-Picks für den Star-Big-Man abgeben.

LeBron bislang mit MVP-Saison bei Los Angeles Lakers

Die Breite ging dem Team zwar verloren, im bisherigen Saisonverlauf ließen sich LeBron und Co. davon aber wenig anmerken, was Platz eins im Westen vor dem Restart - klar vor dem Stadtrivalen Los Angeles Clippers - verdeutlichte.

Gerade LeBron spielt bislang eine Saison auf MVP-Niveau, während Davis vor allem mit seinen defensiven Qualitäten hervorsticht, vorne aber auch jederzeit übernehmen kann (26,7 Punkte pro Partie).

Aufgrund der schmalen Rotation konnte sich das übrige Team zudem gut einspielen und hatte damit einen echten Vorteil im Vergleich zu den Los Angeles Clippers, die Spiel für Spiel umbauten und ihrem Superstar Kawhi Leonard zahlreiche Pausen gewährten.

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Doch beim Restart geht der Vorteil der Eingespieltheit für die Lakers ein wenig verloren. Einerseits hatten nun auch andere Teams die Chance, sich zu finden, andererseits fehlen mit Avery Bradley und Rajon Rondo zwei wichtige Spieler.

Ausfälle von Bradley und Rondo schmerzen

Während Rondo mit einer Daumenverletzung im Laufe der Playoffs wieder zurück erwartet wird, fehlt der defensivstarke Bradley aus persönlichen Gründen für den Rest der Saison.

Die ohnehin schon dünne Guard-Rotation bestand somit vorübergehend nur noch aus Alex Caruso, Kentavious Caldwell-Pope, Danny Green und Quinn Cook.

Mit den Routiniers Dion Waiters und J. R. Smith holten die Lakers zwar zwei erfahrene Neuzugänge, jedoch schwebt über beiden das große Fragezeichen, welchen Beitrag sie ohne nennenswerte Spielpraxis zum Spiel der Lakers leisten können. Dazu fielen beide nicht unbedingt immer positiv mit ihrem Basketball-IQ auf.

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Fan-Liebling Caruso (Vierter bei der Fan-Wahl zum All-Star-Game auf den Guard-Positionen) ist nominell der letzte verbliebene Ballhandler, wenn "Point Forward" LeBron eine Verschnaufpause benötigt.

Caruso konnte allerdings öfter glänzen, er scheint der bessere Fit als der balldominante Rondo zu sein, was beispielsweise sein Net-Rating von 10,3 – gleichauf mit LeBron – zeigt. Wird Caruso im Titelkampf sogar zur Geheimwaffe?

Alternative Cook konnte bislang bei den Lakers noch nicht wirklich Fuß fassen.

Nachteile auf den Guard-Positionen

Auf der Position des Shooting Guards kündigte Coach Frank Vogel an, dass Caldwell-Pope die Starterrolle erhält. "KCP" ist auf beiden Enden des Feldes solide - mehr nicht. Gerade im Vergleich zu den auf den kleinen Positionen tief und hochklassig besetzten Clippers ein klarer Nachteil.

Das Duell mit dem Stadtrivalen ist wohl für den Großteil von Fans und Experten das "Traumfinale" der Western Conference.

Doch mit dem Restart fällt ein weiterer Vorteil für die Lakers weg: der Heimvorteil. Mindestens bis zum Finale hätte das Team in einer Playoff-Serie Heimrecht gehabt, also auch in einer möglichen heißen Playoff-Serie über sieben Spiele beim "Battle of L.A".

Zwar hätte dieses immer im Staples Center stattgefunden, das bekanntermaßen noch die Heimhalle beider Teams aus Los Angeles ist - doch meist ist die Arena in lila-goldener Hand.

Bankspieler müssen für Stimmung sorgen

In Orlando ist dagegen höchstens Stimmung aus der Konserve oder von der eigenen Bank zu erwarten. Besonderes letzteres, wie bereits das Final-Turnier der easyCredit BBL zeigte, ist in Corona-Zeiten nicht zu unterschätzen.

NBA-Profi Maxi Kleber von den Dallas Mavericks sagt dazu bei SPORT1: "Was ein wichtiger Faktor sein könnte, die Mannschaften müssen sich jetzt untereinander stark pushen. Die Bank muss mehr dabei sein. Wenn man die auf dem Platz hört, kann das zusätzliche Energie geben."

Hier sind vor allem die Spieler als Stimmungsmacher gefragt, die ohnehin nur sehr wenig zum Einsatz kommen, denn ein LeBron James wird jede Pause auf der Bank benötigen, um sich zu erholen.

Lakers mit starker Auswärtsbilanz

Immerhin: Die Auswärtsbilanz der Lakers ist gemeinsam mit den Bucks die Beste der Liga.

Mit seinen 35 Jahren weiß LeBron auch, dass er nicht mehr unendlich viele Chancen auf einen weiteren NBA-Titel bekommt. Bilder aus der NBA-Bubble zeigten ihn jedoch in Topform.

Es ist nicht anzunehmen, dass ihn persönlich die Corona-Pause in irgendeiner Art und Weise vom Weg Richtung Titel abgebracht hat, vermutlich ist er entschlossener denn je. Und auch Davis wird beweisen wollen, dass er in den Playoffs ähnlich dominieren kann, wie bislang in der regulären Saison.

Kobes Vermächtnis schwebt über Lakers

Die Lakers werden alles daran setzen, die Zweifler vom Gegenteil zu überzeugen, auch um dem tödlich verunglückten Kobe Bryant gerecht zu werden, dessen Ehrgeiz die Traditionsfranchise zu fünf Titeln führte.

"Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht mindestens einmal an ihn denke", sagte James. "Es vergeht auch kein Tag, an dem unsere Organisation sich nicht an ihn erinnert."

Wohl nur ein Titel würde Kobes Vermächtnis gerecht werden.

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