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Jusuf Nurkic (r.) spielt in Orlando groß auf
Jusuf Nurkic (r.) spielt in Orlando groß auf © Getty Images
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München - Jusuf Nurkic spielt seit dem NBA-Restart furios auf. Der Bosnier kämpft sich bei den Portland Trail Blazers eindrucksvoll von einer Horror-Verletzung zurück.

Das "Bosnian Beast" ist zurück in der NBA - und wie!

Nach mehr als einem Jahr und vier Monaten Verletzungspause feierte Jusuf Nurkic am 31. Juli sein Comeback im Trikot der Portland Trail Blazers.

Im ersten Spiel der Saison-Fortsetzung in der Bubble von Orlando machte Nurkic beim Overtime-Sieg gegen die Memphis Grizzlies 18 Punkte und holte sich neun Rebounds - beeindruckende Zahlen für sein erstes Spiel nach einer Horror-Verletzung. 

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Am 25. März 2019 war der Center gegen die Brooklyn Nets mit 32 Punkten bester Werfer seines Teams, griff sich dazu 16 Rebounds. Doch in der Verlängerung, rund zwei Minuten vor Spielende, brach er sich bei einem Rebound-Versuch bei der Landung Schien- und Wadenbein.

Nurkic auf Trage abtransportiert

Minutenlang lag Nurkic auf dem Boden, die Mediziner und fassungslose Teamkollegen standen um ihn herum. Schließlich wurde er auf einer Trage abtransportiert.

Auch nach dem Spiel gab es nur das eine Thema. Sein damaliger Teamkollege Enes Kanter rang am Mikro um Fassung. "Es ist so hart, einen seiner Brüder so zu sehen. Ich weiß nicht, was ich sagen soll", erklärte Kanter: "Ich werde heute Nacht für ihn beten. Das ist größer als Basketball."

Titanstange stützt den Unterschenkel

Nurkic wurde sofort in ein Krankenhaus gebracht und operiert. Unter anderem wurde ihm eine Titanstange zur Stützung des Unterschenkels eingesetzt. 

Die ersten Wochen nach der Verletzung verbrachte er zuhause, zu zerbrechlich war sein Bein immer noch, um irgendwo hinzugehen - geschweige zu einem Spiel der Trail Blazers. Einige Wochen später hielt er es dann nicht mehr aus. In der Halbzeit des Playoff-Spiels gegen die Oklahoma City Thunder überredete er seine Freundin, ihn in die Arena zu fahren. Als er dann im letzten Viertel das Moda Center betrat, rasteten die Zuschauer aus und feierten Nurkic frenetisch. 

Für ihn war es ein entscheidender Moment. In Folge blieb er mit dem Team in enger Verbindung und spielte für Blazers-Superstar Damian Lilliard eine Schlüsselrolle beim Lauf der Trail Blazers bis ins Finale der Western Conference. Für Nurkic stand jetzt endgültig fest: An diesem Ort fühle ich mich zuhause.

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Als die Ärzte das Okay gaben, arbeitete der 25-Jährige in unzähligen Stunden an seinem Comeback. Dieses stand bereits Anfang März zur Diskussion. Die weltweite Corona-Pandemie und die damit verbundene Verschiebung der weiteren Saison verhinderten die Rückkehr jedoch. Für Nurkic im Nachhinein nicht zum Nachteil, hatte er so noch mehr Zeit seinen Körper wieder wettkampfbereit zu trainieren. 

Coach Stotts: "Hatte enormen Einfluss auf das Spiel"

Bei seiner Rückkehr wurde sofort deutlich, welche Dimensionen er in das Blazers-Spiel zurückbringt: Rebounds, Rim-Protection, ein gutes Pick'n'Roll mit Lillard, sichere Abschlüsse in Ringnähe und ein gutes Auge für seine Teamkollegen. 

Kein Wunder, dass ihn Headcoach Terry Stotts nach seinem Comeback lobte: "Er hatte einen enormen Einfluss auf das Spiel. Defensiv hat er einige wichtige Plays gemacht. Er hat einfach eine Partie gespielt, die man von Nurk erwarten würde, an beiden Enden des Courts."

Starke Leistungen gegen Rockets und Clippers

Dass seine gute Leistung im ersten Spiel in der Bubble von Orlando keine Eintagsfliege war, bewies er eindrucksvoll in den darauffolgenden Spielen.

30 Punkte und neun Rebounds gegen die Boston Celtics, 18 Punkte und 19 Rebounds gegen die Houston Rockets, 22 Punkte und sieben Rebounds gegen sein Ex-Team Denver Nuggets sowie zehn Punkte und 13 Rebounds gegen die Los Angeles Clippers - auch dank dieser Zahlen darf Portland noch auf die Playoff-Qualifikation hoffen, die vor der Corona-Pause unerreichbar schien. 

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"Ich denke, er spielt auf einem Niveau, so gut wie er noch nie jemals für uns gespielt hat", lobte Stotts seinen Center nach den jüngsten starken Auftritten. 

Großmutter schwer an Corona erkrankt

Umso bemerkenswerter sind Nurkics starke Leistungen bei einem Blick auf sein familiäres Umfeld. "Die letzten Tage waren die härtesten meines Lebens. Meine Oma hat Corona und liegt im Koma"", sagte er nach seinem ersten NBA-Spiel.

In dieser Situation so weit weg von der Familie zu sein, ist für Nurkic sehr schwer. Dass er dennoch auf dem Parkett Vollgas gab, rang seinen Teamkollegen großen Respekt ab, wie in ihren Äußerungen nach Nurkics Comeback zu hören war. 

"Sein Herz ist irgendwo anders, aber sein Körper ist hier, also versuchen wir ihn aufzubauen. Es ist eine schwierige Situation für ihn, weit weg von seiner Familie zu sein und hier zu spielen. Man muss ihm höchsten Respekt zollen, dass er hier mit schwerem Herzen dabei ist", sagte C.J. McCollum.

Nurkic nach Verletzung ein besserer Spieler

Inzwischen gab Nurkic bekannt, dass seine Großmutter aus dem Koma erwacht ist und auf dem Weg der Besserung ist. 

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So kann der Big Man sich nun wieder voll und ganz auf den Basketball fokussieren. Seine Horror-Verletzung hat ihm dabei sogar geholfen, wie er kürzlich eingestand: "Ich glaube wirklich, dass ich ein besserer Spieler bin als zuvor. Und ein besserer Mensch."

Darum machte das "Bosnian Beast" zuletzt seinem Namen alle Ehre.

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