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München - Die NBA ist die beste Basketballliga der Welt. Viele Deutsche haben sich den Traum erfüllt, einmal in den USA zu spielen. SPORT1 checkt deren Situationen.

Angefangen hat alles im Jahr 1946. Vor fast 75 Jahren schaffte es der erste deutsche Basketballer in die beste Liga der Welt - die BAA, aus der die heutige NBA hervorging.

Charlie "Dutch" Hoefer spielte zwei Saisons in der höchsten nationalen Spielklasse und war für die Toronto Huskies und Boston Celtics aktiv. Teilweise gilt auch Frido Frey, der 1947 für die New York Knicks spielte, als deutscher Pionier.

Auf sie folgten einige bekannte Namen, unter denen einen ganz besonders herausstach: Dirk Nowitzki steht mit 31.560 erzielten Punkten auf Platz sechs der All-Time-Scoringliste, wurde 2007 MVP und 2011 Champion und Finals-MVP.

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Nowitzki ist eine deutsche Sport-Legende. Doch welche Deutschen mischen heute die NBA auf? SPORT1 stellt sie vor:

Dennis Schröder – Los Angeles Lakers

Nach zwei Jahren bei den Oklahoma City Thunder wechselte Dennis Schröder vor wenigen Wochen zu Meister Los Angeles Lakers. Nach den Atlanta Hawks und OKC ist es das dritte NBA-Team für den Nationalspieler.

Nach einer starken Saison in Oklahoma City, nach der er bei der Wahl zum Sixth Man of the Year auf Platz zwei landete, hat er sich für höhere Aufgaben empfohlen. In Sachen Effizienz hat Schröder deutlich zugelegt. Seine Wurfquote aus dem Feld und seine Treffsicherheit von jenseits der Dreierlinie sind so stark wie nie, auch seine Defense hat sich wieder verbessert.

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Auch wenn die Ansprüche bei den Lakers höher sind, der 27-Jährige hat hohe Ambitionen. "Ein, zwei Jahre in Oklahoma Erfahrung sammeln und dann wieder von Anfang an auf dem Feld stehen, das war immer der Plan", erklärte er Anfang Dezember in einem Gespräch mit der Morgenpost.

Lakers-Coach Frank Vogel will Schröder keine Startplatzgarantie geben, lobte diesen aber als "einen unserer wichtigsten Spieler", er werde "viele Minuten sehen. Ich mag es, mit welchem Willen er spielt. Er ist auf dem Feld richtig eklig, man hasst es, gegen ihn zu spielen und man freut sich, wenn er in deinem Team ist."

Ähnlich positiv äußerte sich auch schon Schröders neuer Teamkollege, Megastar LeBron James.

Hinter LeBron und Anthony Davis ist Schröder eine weitere Scoring-Option, ob an deren Seite oder, gemeinsam mit Montrezl Harrell, als Entlastung für das Superstar-Duo von der Bank kommend.

Ein Jahr vor Vertragsende ist Schröder in jedem Fall an einem guten Ort, um seinen Marktwert zu steigern, Interesse auf sich zu ziehen und eine Meisterschaft zu gewinnen.

Maximilian Kleber – Dallas Mavericks

Die Playoffs verliefen für Kleber und seine Mavs nicht wirklich erfreulich, davor lieferte der Deutsche aber eine starke Saison ab. Im aufstrebenden Team legte er den nächsten Entwicklungsschritt hin. In allen wichtigen Statistik-Kategorien konnte er seine Produktion steigern – und das bei verbesserter Effizienz.

Nach der Postseason (5 von 26 Dreier) ging der 28-Jährige hart mit sich ins Gericht und will nun an seine Saison-Leistungen anknüpfen.

Die Unterstützung von Head Coach Rick Carlisle ist ihm sicher. "Er ist wirklich einer der besseren Two-Way-Spieler der Liga geworden", lobt er seinen Schützling nach dem ersten Preseason-Spiel gegen die Bucks, in dem Kleber gemeinsam mit Luka Doncic die meisten Punkte erzielte. Bereits Anfang Dezember hatte Carlisle lobende Worte für Kleber gefunden: "Er ist von Jahr zu Jahr besser geworden. Wir freuen uns auf seine weitere Entwicklung".

Diese dürfte sich vor allem in den ersten Saisonwochen fortsetzen, solange Kristaps Porzingis aufgrund einer Meniskus-OP im Oktober noch fehlt. Gemeinsam mit Dwight Powell wird Kleber den Hauptanteil der Minuten übernehmen.

Seine Bedeutung für die Mavs ist unbestritten, auch wenn mit Doncic und Porzingis andere im Rampenlicht stehen.

Daniel Theis – Boston Celtics

Daniel Theis ist bei den Celtics angekommen. In 64 von 65 Auftritten der Regular Season stand er in der vergangenen Saison in der Starting Five, dazu kamen 17 Playoff-Partien.

In Ringnähe präsentierte sich Theis effizient, beim Dreier eher weniger. Defensiv zeigte er solide Leistungen, doch gegen bullige Big Men hat er im Eins-gegen-Eins noch seine Probleme.

Für die kommende Saison hat der 28-Jährige aber Konkurrenz im Frontcourt bekommen. Ex-Champion Tristan Thompson kam von den Cavaliers und ist vor allem im Rebounding eine Waffe, zunächst dürfte Theis seinen Platz in der ersten Fünf aber behalten.

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Laut Stevens könnten beide sogar zusammen auf dem Feld stehen.

In Zeiten von hoher Ansteckungsgefahr aufgrund von Corona ist ein breit besetztes Team unerlässlich. "Wir haben einen tiefen Kader, so viele Spieler, die spielen können. Das brauchen wir auch für diese Saison", erklärte Theis.

Moritz Wagner – Washington Wizards

Das zweite Jahr des Berliners in der NBA war durchwachsen. Die ersten Saisonwochen waren ein voller Erfolg, viel Einsatzzeit gekrönt vom Career-High mit 30 Punkten und 15 Rebounds gegen die Timberwolves im November 2019.

Danach machte ihm eine Knöchelverletzung einen Strich durch die Rechnung. 27 Spiele verpasste der Wizards-Youngster, nach seinem Comeback fehlte die Konstanz.

Im Sommer hat der 23-Jährige hart an sich gearbeitet, vor allem im Defensivbereich besteht noch Nachholbedarf. Wagner begeht zu viele Fouls, machte sich durch gezogene Offensivfouls aber auch positiv einen Namen.

Mit der Verpflichtung von Russell Westbrook dürfte sich in Washington einiges ändern. In der Big-Men-Rotation um Thomas Bryant und Neuzugang Robin Lopez muss Wagner um seine Einsatzzeiten kämpfen. 

Isaac Bonga – Washington Wizards

Neben Moritz Wagner spielt auch Isaac Bonga bei den Wizards. In der vergangenen Saison gab es beim 21-Jährigen viel Grund zur Freude. In seinem ersten NBA-Jahr bei den Lakers wurde er kaum eingesetzt, bei den Wizards dagegen stand er in 49 seiner 66 Spiele in der Starting Five, seine Einsatzzeit pro Spiel hat sich im Vergleich zu seiner Rookie-Saison verdreifacht.

Seine Statistiken sind zwar auf den ersten Blick nicht beeindruckend, bei Bonga liegt der Wert aber auch eher auf seiner Defensivarbeit und kleineren Aktionen.

Anfang des Monats erklärte Head Coach Scott Brooks, der letzte offene Starterposten als Small Forward sei noch offen. In Frage kommen Nummer-9-Pick Deni Avdija, Troy Brown Jr., Jerome Robinson und Bonga. Die Chancen des Deutschen sind durchaus da, seine Defense ist ein Trumpf.

Um eine passende Ergänzung zu Westbrook und Beal sein, muss er aber an seinem Wurf arbeiten, vor allem aus der Distanz. Diese nahm Bonga bislang viel zu selten.

Isaiah Hartenstein – Denver Nuggets

Bei den Rockets hat Isaiah Hartenstein selten eine echte Chance erhalten, obwohl er in der G-League mit durchschnittlich 24,9 Punkten und 14,7 Rebounds auf sich aufmerksam machte.

Bei den Denver Nuggets, bei denen er einen Zweijahresvertrag erhielt, startete Hartenstein einen neuen Anlauf. "Er wird seine Chancen bekommen", versprach Head Coach Michael Malone.

Mason Plumlee hat das Team verlassen, es braucht also einen Backup-Big hinter Superstar Nikola Jokic. Um diese Position wird sich Hartenstein wohl mit Rookie Zeke Nnaji streiten. (Der Spielplan der NBA)

"Nachdem wir Mason verloren haben, war es sehr wichtig für uns, dass wir einen athletischen Big holen, der laufen, in die Zone abrollen, verteidigen und eine Präsenz am Ring sein kann. Ich glaube, Isaiah bringt all das mit."

In der Preseason konnte der 22-Jährige bereits überzeugen und auch die Zeit in der G-League dürfte erstmal vorbei sein. Einem Durchbruch als Rotationsspieler steht eigentlich nichts im Weg.

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