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Quarterback Peyton Manning hält den Rekord für die meisten Passyards der NFL-Historie
Quarterback Peyton Manning hält den Rekord für die meisten Passyards der NFL-Historie © Getty Images
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München - Offiziell ersetzen die Denver Broncos ihren kriselnden Superstar Peyton Manning aus Verletzungsgründen, spekuliert wird über andere Gründe. Seine Zahlen sind desaströs.

Auch der hellste Stern verglüht einmal.

Zwar ist Peyton Manning alles andere als ein weißer Zwerg, aber der eisernen Regel des Universums muss sich auch einer der größten NFL-Stars aller Zeiten beugen.

Wegen einer Sehnenverletzung im linken Fuß liegt Manning nun auf Eis. Zweifel bleiben, ob der 39-Jährige überhaupt noch einmal auf das Spielfeld zurückkehrt.

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"Wir haben darüber gesprochen. Ich bin natürlich enttäuscht, dass ich verletzt bin", sagte Manning. Mit seiner Wortwahl gab er aber auch Anlass zur Spekulation. Ist die Verletzung vielleicht sogar nur vorgeschoben?

Ausgewechselt im Rekordspiel

Das Timing ist schon auffällig. Manning wird noch während des Spiels ausgewechselt, in dem er endlich Brett Favre den Rekord für die meisten Passyards der NFL-Historie abgejagt hat.

Dabei fehlen ihm sportlich schon seit längerem die Argumente.

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Sein desaströser Auftritt gegen Kansas City (5 angebrachte Pässe, 4 Interceptions) samt Auswechslung war der Tiefpunkt einer Entwicklung, die bereits in der vergangenen Saison begann.

Seit dem 14. Spieltag der vergangenen Saison stehen bei Manning zwölf Touchdowns satte 23 Interceptions gegenüber. 2015 wurden von keinem Quarterback mehr Würfe abgefangen. Seine Passquote ist unter 60 Prozent abgesackt.

Nur die Defense hält Broncos auf Kurs

Dem fünfmaligen MVP und Halter nahezu aller wichtigen Rekorde sind solche Zahlen eigentlich unwürdig. Lediglich die herausragende Defense hält die Broncos (7 Siege - 2 Niederlagen) auf Playoff-Kurs.

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"Er ist natürlich enttäuscht und will dem Team unbedingt helfen. Das würde ich auch nicht anders erwarten, aber ich muss tun, was für das Team am besten ist", sagte Coach Gary Kubiak. Einen Zeitplan für die Rückkehr seines Altstars ließ er ganz bewusst offen.

Mannings Bruder Eli riss sich 2009 sogar die komplette Sehnenplatte, die Ferse und Mittelfuß verbindet - und verpasste keine einzige Partie.

Manning fehlt die Kraft in den Würfen

Bei Peyton Manning fordern jedoch die Jahre in der Knochenmühle NFL nun auf einen Schlag ihren Tribut. Die Kraft in den Würfen fehlt.

Neben dem Fuß plagen ihn ja schon länger Probleme mit Schulter seines Wurfarms und den Rücken - von dem viermal operierten Nacken und der ständigen Kniebandage ganz zu schweigen.

"So macht es keinen Sinn. Peyton weiß das und das bringt ihn innerlich um. Wenn du verletzt bist, musst du beiseitetreten", sagte Teamkollege Derek Wolfe.

Neues System fordert Umstellung

Dabei hätte 2015 zum letzten Angriff auf einen weiteren Super-Bowl-Triumph werden sollen. Mit der überragenden Abwehr im Rücken wollte der neue Coach Kubiak seinen Spielmacher mit mehr Laufspiel entlasten.

Denver Broncos v Cleveland Browns
Denver Broncos v Cleveland Browns © Getty Images

Die Umstellung auf das neue System ist aber ein weiterer Grund für Mannings Probleme. Seit Jahren war er ein spielender Offensive Coordinator, der Spielzüge selbst entschied und abänderte.

Unter Kubiak musste sich der 14-malige Pro Bowler noch einmal umstellen. Hinzu kamen schwaches Laufspiel, Verletzungen bei der Offensive Line und der Weggang von Tight End Julius Thomas - eine von Mannings verlässlichsten Anlaufstellen.

Osweilers Ära startet gegen Mannings Ex-Coach

So beginnt die Ära des Brock Osweiler nicht ohne eine gewisse Ironie gegen Chicago und den ehemaligen Broncos-Cheftrainer John Fox. Jener Fox, der Manning 2013 zu einer einmaligen Comeback-Saison mit 55 Touchdown-Pässen verhalf.

Auch damals hatten Manning schon viele aufgrund seiner schlimmen Nackenverletzung abgeschrieben.

Sein Feuer, es der Welt noch einmal zu zeigen, gab Manning nach der Ausbootung in Indianapolis noch einmal einen Kick.

Ob das nun noch einmal möglich ist, bleibt fraglich. Nach Lage der Dinge könnte sogar die reguläre Saison für Manning beendet sein.

Wenn Osweiler überzeugt, wird es vielleicht ein ganz leiser Abschied für die Legende.

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