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Cam Newton wurde von den Carolina Panthers womöglich regelwidrig aufs Feld geschickt
Cam Newton wurde von den Carolina Panthers womöglich regelwidrig aufs Feld geschickt © Getty Images
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München - Die Carolina Panthers haben bei ihrem Playoff-Aus nach einer Verletzung von Cam Newton offenbar das "Concussion Protocol" gebrochen. Die NFL ermittelt.

Es war ein bitterer Saison-Abschluss für Star-Quarterback Cam Newton und seine Carolina Panthers - und er könnte im Nachhinein noch bitterer werden.

Nach dem Playoff-Aus gegen die New Orleans Saints (26:31) droht den Panthers ein Nachspiel wegen einer mutmaßlichen Verletzung des frisch reformierten "Concussion Protocol" der NFL.

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Kam Cam Newton zu schnell zurück?

Newton war während der Partie Leidtragender einer heftigen Kollision mit Defensive Tackle David Onyemata. Schwer getroffen von dem 136-Kilo-Koloss aus Nigeria ging Newton im vierten Viertel beim Stand von 19:24 zu Boden.

Sichtlich mitgenommen musste Newton zur Seitenlinie geholfen werden, zwischenzeitlich sackte er auch ein weiteres Mal zusammen, fiel auf die Knie. Recht eindeutige Symptome einer Gehirnerschütterung.

Das Pikante: Newton wurde nur an der Seitenlinie untersucht, wurde für einen Spielzug von Derek Anderson ersetzt und machte dann weiter. Allem Anschein nach aber hätte er gemäß den Regeln in der Kabine eingehender untersucht werden müssen, um eine schwere Kopfverletzung auszuschließen.

Warum das nicht passiert ist? US-Medienberichten zufolge hat die NFL bereits Ermittlungen aufgenommen und den medizinischen Stab der Panthers zu einer Stellungnahme aufgefordert. Die Seattle Seahawks waren aufgrund eines ähnlichen Vorfalls um Spielmacher Russell Wilson bereits zu einer 100.000-Dollar-Strafe verdonnert worden.

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Panthers beschwichtigen: Es war das Auge

Der Verdacht liegt nahe, dass die Panthers alles daran setzten, Newton so schnell wie möglich zurück aufs Feld zu kriegen. Rein sportlich betrachtet nachvollziehbar: Newton warf noch einen Touchdown, hielt sein Team noch im Rennen.

In der vieldiskutierten Kopfverletzungs-Frage gelten nur eben eigentlich andere Prioritäten: Die Vermeidung potenziell schwerer Folgeschäden geht vor.

Glaubt man Newton, war alles halb so wild: "Es war kein Schlag gegen den Kopf, es war mein Auge", behauptete er nach der Partie. Sein Helm hätte nach der Kollision aufs Lid gedrückt. Trainer Ron Rivera äußerte sich ähnlich.

Nicht wenige Beobachter wittern eine faule Ausrede, auch bleibt die Frage, ob Newtons Symptome nicht so oder so zu einer Untersuchung in der Kabine hätten führen müssen.

Sicher ist: Das "Concussion Protocol" wird die NFL weiter in Atem halten.

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