Erst Brady, jetzt Micky Maus: Foles stiehlt nächstem Superstar die Show
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München - Völlig überraschend führt Nick Foles die Philadelphia Eagles zum Triumph im Super Bowl. Doch der Quarterback muss seine Zukunft trotzdem überdenken.

Es liest sich wie eine kitschige Hollywood-Story: vom Arbeitslosen zum Super-Bowl-Champion.

Im Fall von Nicholas Edward Foles ist dieses Märchen Realität. Mit den Philadelphia Eagles besiegte Foles im 52. Super Bowl die übermächtigen New England Patriots um Quarterback-Superstar Tom Brady.

Mit seiner Wahl zum MVP des Spiels ist der 29-Jährige endgültig im NFL-Olymp angekommen. Noch vor zwei Monaten war daran nicht im Ansatz zu denken.

Hinter Starting-Quarterback Carson Wentz hatte Foles als Nummer zwei nicht den Hauch einer Chance, sein Können unter Beweis zu stellen. Auch bei seinen vorherigen NFL-Stationen erging es dem Spielmacher mehr schlecht als recht.

Wentz' Verletzung bereitete den Weg

Nach dem Ende seiner Zeit bei den Rams im Jahr 2015 hatten 2017 auch die Kansas City Chiefs für Foles keine Verwendung mehr. Nach seiner zweiten Entlassung in Folge nahmen ihn die Eagles – die ihn 2012 in der dritten Runde gedraftet hatten – wieder unter Vertrag.

In Woche 13 der Regular Season sollte sich für Nick Foles alles ändern. Starting-Quarterback Wentz zog sich im Spiel gegen die LA Rams einen Kreuzbandriss zu. Im Kampf um den Super Bowl musste es nun der Ersatzmann richten.

Nach einem souveränen Sieg gegen die Vikings im NFC Championship Game wusste allerdings niemand, ob die Nerven des Ersatz-Quarterbacks auch im Super Bowl halten würden. "Jeder hat an Nick gezweifelt. Doch er machte einfach weiter. Er ist ein ganz besonderer Spieler", erzählte Teamkollege Jay Ajayi.

Foles mit einzigartigem Rekord

Doch gegen die Patriots strafte Foles alle Kritiker Lügen und zeigte, was wirklich ihn ihm steckt.

28 von 42 Pässen brachte er an den Mann, außerdem warf er für 373 Yards. Sinnbildlich für den besonderen Abend des Spielmachers war sein gefangener Touchdown-Pass. Foles ist der erste Quarterback in der Geschichte des Super Bowl, der in diesem besonderen Spiel einen Touchdown-Pass geworfen und selbst einen gefangen hat.

Sein Konkurrent Tom Brady war bei dem Versuch, einen Touchdown-Pass zu fangen, kurz vorher noch knapp gescheitert.

Diese Szenen entschieden den Super Bowl

Nach Spielende konnte Foles sein Glück dann kaum fassen. Nicht nur, dass er zum ersten Mal die Vince Lombardi Trophy in den Händen halten konnte, der 29-Jährige wurde auch zum wertvollsten Spieler des Spiels gewählt und löste damit Brady als Super-Bowl-MVP ab.

Zukunft noch unklar

Gemeinsam mit Ehefrau Tori und Töchterchen Lily feierte er ausgelassen den famosen Höhepunkt einer komplizierten Karriere. Doch obwohl Foles mit dem Super-Bowl-Triumph alles erreicht hat, ist seine Zukunft völlig ungewiss.

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Direkt nach der Partie bestätigte der Offensive Coordinator der Eagles, dass im kommenden Jahr wieder Carson Wentz als Starting-Quarterback fungieren wird. Dass sich Foles nach dem Sieg im Super Bowl erneut mit der Rolle als Bankdrücker begnügen wird, erscheint derzeit unwahrscheinlich.

Als der Spielmacher vor zwei Jahren vor der Frage stand, ob er seine Karriere beenden soll oder nicht, fand er im Gebet und im Glauben Halt. Zwei Jahre später hat er erreicht, wovon er nie zu träumen gewagt hatte.

"Man darf keine Angst vor dem Scheitern haben", verriet er im Moment des größten Triumphs sein Erfolgsrezept.

Foles will Pastor werden

Für welches Team auch immer er im nächsten Jahr auflaufen wird, Sorgen macht sich der Familienvater bestimmt keine. Denn auch für die Zeit nach seiner aktiven Karriere hat Foles einen ganz besonderen Plan. "Ich möchte Pastor an einer High School werden", sagte er kurz vor dem Super Bowl.

Eine Lektion kann er seinen künftigen Schützlingen auf jeden Fall mitgeben: Man darf nie aufgeben.

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