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München - Vier der acht verbliebenen Mannschaften in den Playoffs der NFL werden von schwarzen Quarterbacks angeführt. Es hat lange gedauert bis es so weit gekommen ist.

Sie heißen Lamar Jackson, Patrick Mahomes, Deshaun Watson und Russell Wilson. Sie sind Quarterbacks.

Sie haben ihre jeweilige Mannschaften in die Divisional Round der NFL geführt und damit für ein Novum gesorgt, denn: Jackson, Mahomes, Watson und Wilson sind schwarze Quarterbacks. Dass bei den verbliebenen acht Mannschaften vier farbige Quarterbacks stehen, gab es noch nie.

Der Trend hat sich abgezeichnet: Im Vorjahr waren erstmals seit Beginn der Super-Bowl-Ära im Jahre 1967 fünf schwarze Quarterbacks für die Playoffs qualifiziert, zu den vier, die jetzt noch dabei sind, zählte damals noch Dak Prescott von den Dallas Cowboys. Doch bis dahin war es ein langer Weg.

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Williams widerlegt rassistische Vorurteile

Bis in die 1960er-Jahre waren rassistische Tendenzen in der NFL stark ausgeprägt.

Seitdem sind zwar schon seit vielen Jahren die Mehrheit der NFL-Profis schwarz, aber Quarterbacks sahen sich noch lange Vorurteilen ausgesetzt. Erst in der Saison 1987 gewann Doug Williams mit den Washington Redskins als erster schwarzer Spielmacher den Super Bowl. "Nach diesem Tag", sagte Williams später, "hat sich viel geändert."

Gute Athleten, aber im entscheidenden Moment nicht nervenstark, so lautete noch lange das rückwärtsgewandte Urteil ewig Gestriger. Dank Pionieren wie Williams oder Randall Cunningham wandelte sich allmählich das Bild bis in die Gegenwart.

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Zwei der vier treffen am Sonntag direkt aufeinander: Mahomes (Kansas City Chiefs) und Watson mit den Houston Texans. (NFL-Playoffs: Kansas City Chiefs - Houston Texans ab 21.05 Uhr in den LIVESCORES)

Am gleichen Abend gastiert Wilson (Seattle Seahawks) bei den Packers in Green Bay, wo Aaron Rodgers (36) als letzter der "old white quarterbacks" noch in den Playoffs dabei ist. Seine Kollegen Tom Brady (42/New England Patriots) und Drew Brees (40/New Orleans Saints) schieden überraschend in der ersten K.o.-Runde aus.

Prototypen des modernen Quarterbacks

Bereits am Samstag spielen die San Francisco 49ers gegen die Minnesota Vikings (22.35 Uhr), danach folgt der Auftritt des vermutlichen MVP dieser Saison: Jackson hat die Baltimore Ravens zur besten Bilanz ihrer Geschichte geführt, im Total Quarterback Rating, in dem aus statistischen Werten der Einfluss des Regisseurs auf das Spiel des Teams errechnet wird, lag er nach den 16 Spieltagen der regulären Saison auf Rang eins - vor Mahomes.

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Jackson (23), der auf Brady-Bezwinger Ryan Tannehill und dessen Tennessee Titans trifft, verkörpert nahezu ideal den modernen Quarterback: herausragend, was Spielverständnis und Pässe angeht - aber auch mit einem ausgezeichnetes Laufspiel gesegnet. Jackson warf 36 Touchdowns, er erlief aber auch sieben weitere. Auch Mahmomes (24), Watson (24) und Wilson (31) sind eine doppelte Gefahr für den Gegner.

Der erste schwarze Quarterback, der in der NFL als Starter aufs Feld durfte, war im Oktober 1968 Marlin Briscoe für die Denver Broncos - allerdings aus der Not geboren, weil die Stammspieler verletzt waren. Die Broncos hatten Briscoe, als Quarterback ein Star der Universität von Omaha, als Defensive Back eingeplant, der aber weigerte sich. "Die dachten, ich sei verrückt", erinnert sich Briscoe heute, "dass ein Schwarzer bei den Profis Quarterback spielt, das gab es einfach nicht."

Jackson gibt Kritikern richtige Antwort

Selbst dem nun überragenden Jackson wurde von Experten vor dem Draft 2018 noch von einigen "Experten" geraten, sich doch lieber als Receiver in der NFL zu versuchen. Als Rookie wurde auch noch oft an seiner Wurfbewegung rumgemäkelt. Er sei ein Running Back, der Quarterback spiele.

Die Antwort von Jackson im ersten Saisonspiel 2019: Fünf Touchdowns beim 59:10 gegen die Miami Dolphins. Danach sagte er den inzwischen fast legendären Satz: "Nicht schlecht für einen Running Back."  

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Jackson werden beste Chancen eingeräumt, die Ravens zum Sieg im Super Bowl am 2. Februar in Miami zu führen. Er wäre der erste schwarze Quarterback seit Wilson 2014 (gegen die Denver Broncos mit Peyton Manning), dem dies gelänge.

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