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München - Die Cleveland Browns schaffen in der Wild Card Round Historisches. Einem Star der rausgeworfenen Pittsburgh Steelers wird sein Spott heimgezahlt.

Die Fans der Cleveland Browns haben wahrlich eine lange Leidenszeit in der NFL hinter sich.

Bis zu dieser Saison hatten die Anhänger letztmals 2007 eine Spielzeit erlebt, in der die Browns nicht mehr Niederlagen als Siege einfuhren. Traurige Höhepunkte waren die Jahre 2016 und 2017, als die Franchise nur eine von 31 Partien gewinnen konnte.

Sogar junge Erwachsene in Cleveland hatten noch nie einen Playoff-Sieg ihres Teams gesehen, diesen hatte es zuletzt am 1. Januar 1995 gegeben. Zum letzten Mal Endrunden-Luft schnupperten die Browns 2003.

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Kein Wunder also, dass die Browns das Gespött der Liga waren. Selbst Gegenspieler wie Steelers-Receiver Juju Smith-Schuster belächelten das Team und ließen dies auch alle wissen.

Noch vor dem Aufeinandertreffen der Cleveland Browns und Pittsburgh Steelers in der Wild Card Round stichelte der 24-Jährige bei ESPN: "Sie sind eine kleine graue Maus. Sie haben ein paar gute Spieler in ihrem Team, aber am Ende des Tages sind die Browns die Browns."

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Browns demütigen Steelers in Playoffs

Doch seit dem historischen Montagabend aus Browns-Sicht haben die Spötteleien erst einmal ein Ende und all die langen Durststrecken gehören der Vergangenheit an.

Mit 48:37 setzten sich die Browns gegen die Steelers durch und zogen damit in die Divisional Playoffs ein. (Spielplan der NFL)

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Cleveland demütige die Steelers dabei zeitweise und schaffte zum zweiten Mal in der Franchise-Geschichte mehr als 40 Zähler in den Playoffs - das einzige andere Mal war ihnen dies laut ESPN 1954 gegen die Buffalo Bills gelungen.

Seit der NFL-Reform 1970 hatte zudem kein Team mehr 28 Punkte im ersten Viertel geschafft. Die Steelers kassierten dagegen so viele Zähler in diesem Zeitraum wie in den ersten Vierteln der vergangenen 13 Partien gegen die Browns zuvor.

Cleveland rächt sich an Pittsburgh-Star

Nachdem die Browns nach 17 Niederlagen in Folge im Heinz Field von Pittsburgh die Steelers besiegt hatte, erinnerten sie sich sofort an die abfälligen Kommentare von Smith-Schuster vor der Partie und schickten Grußbotschaften an ihn.

So rief der überragende Quarterback Baker Mayfield - der beim zuvor letzten Playoff-Sieg Clevelands in der NFL noch einmal auf der Welt gewesen war - in Anlehnung an dessen Bemerkung "Browns is the Browns" auf dem Weg in die Kabine. Auch seinen Instagram-Post untertitelte er mit diesen vier Worten.

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Bereits vor Ablauf der Uhr hatten einige Browns-Spieler an der Seitenlinie den sogenannten "Corvette Dance" angedeutet, den Smith-Schuster bis vor einigen Wochen noch vor jedem Spiel auf dem gegnerischen Logo gezeigt hatte.

Running Back Kareem Hunt verband direkt beides bei der Kabinenfeier nach dem Sieg und rief erst "The Browns gonna be the Browns", ehe er zum Corvette-Tanz ansetzte.

Mayfield lernt Spieler kurz zuvor kennen

Was die Leistung noch erstaunlicher macht: Die Browns hatten den Erfolg ohne Cheftrainer Kevin Stefanski und ohne die Stammkräfte Joel Bitonio und Denzel Ward geschafft, die positiv auf das Coronavirus getestet worden waren.

Als sich während der Partie auch noch der Ersatz von Bitonio verletzt hatte, wurde es in der O-Line richtig kurios. "Ein Kerl namens Blake (Hance, Anm. d. Red.), dem ich mich wortwörtlich erst vor dem Spiel überhaupt vorgestellt hatte, ging im vierten Viertel voran", sagte Mayfield.

Am kommenden Sonntag kommt es nun zum Duell mit Titelverteidiger Kansas City Chiefs um Star-Quarterback Patrick Mahomes.

Die Browns sind gegen das Team mit der besten Bilanz der Liga dann erneut klarer Außenseiter - abfällige Sprüche in Richtung Browns wird vor der Partie wohl dennoch kein Chiefs-Spieler wagen.

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