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München - Der Mega-Vertrag für Star-QB Dak Prescott bei den Dallas Cowboys kommt nach der schweren Verletzung überraschend. Noch mehr Druck für den Rückkehrer.

Es war ein unendlicher Vertragspoker, den sich Dak Prescott da im vergangenen Sommer mit den Dallas Cowboys geliefert hatte - ehe der Star-Quarterback und das NFL-Team die Gespräche schließlich doch ergebnislos abbrachen, Prescott für eine Saison mit dem sogenannten "Franchise Tag" belegt wurde.

Es mag Schlimmeres geben, als diese Möglichkeit, einen Spieler mit auslaufendem Vertrag zumindest kurzfristig an sich zu binden, was Prescott seinerzeit immerhin noch 31,4 Millionen Dollar eingebracht hatte. (NEWS: Alles zur NFL)

Doch dass der Verbindung zwischen dem Rookie of the Year von 2016 und dem fünfmaligen Super-Bowl-Sieger (zuletzt 1995) danach eine weiterhin vertrauensvolle Zusammenarbeit beschieden sein sollte, damit war nicht wirklich zu rechnen.

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Umso überraschender kam die Vollzugsmeldung, wonach sich Prescott und "America's Team" nun doch auf einen neuen Kontrakt einigten - und auf was für einen rekordträchtigen: Knapp 164 Millionen Dollar (umgerechnet 135 Millionen Euro) soll der 27-Jährige in den nächsten vier Jahren verdienen - der Spielmacher wird damit zu einem der bestbezahlten Athleten der Liga. (Ergebnisse und Spielplan der NFL)

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NFL: Dak Prescott mit Rekord-Vertrag bei Dallas Cowboys

Dabei ist Prescott eine Summe von 126 Millionen US-Dollar garantiert, schon für seine Unterschrift kassierte er einen Signing Bonus von 66 Millionen US-Dollar - und realisiert damit eine nie dagewesene Bestmarke. 

Außerdem verfügt Prescott über eine No-Trade-Klausel, die es den Cowboys verbietet, ihn gegen seinen Willen per Trade loszuwerden. 

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten, unter anderem Mitspieler DeMarcus Lawrence jubilierte via Twitter: "He's back!" Und Dwayne Haskins, Quarterback-Kollege von den Pittsburgh Steelers meinte anerkennend: "Ich freue mich für ihn."

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Horror-Verletzung in der vergangenen Saison

Alles perfekt für Prescott, der im Herbst einen komplizierten Knöchelbruch erlitten hatte, wegen der üblen Verletzung den Großteil der zurückliegenden Saison verpasst hatte? Friede, Freude, Eierkuchen und obendrein noch ein persönliches Happy End nach der Verletzung?

Ja und nein. Denn obwohl erwartet wird, dass Prescott nach seiner schlimmen Verletzung vollkommen genesen wird - es bleibt immer die Frage, wie ein Spieler körperlich und mental einen solchen Schlag wegsteckt. Gerade beim mobilen und physisch spielenden Quarterback der Cowboys wäre eine angezogene Handbremse im Kopf Gift für die Leistung.

Und: Ab sofort muss Prescott liefern. Die Cowboys erwarten von ihm nach erhoffter Genesung nicht weniger, als die Vince Lombardi Trophy wieder nach Texas zu holen.

Doch wie realistisch ist es, mit dem alten neuen Heilsbringer voll auf die Karte Super Bowl zu setzen, welches Risiko gehen beide Seiten am Ende womöglich ein? Trotz des zu zahlenden Monster-Gehalts dürften die Cowboys froh sein, das Dauerthema von der Backe zu haben, wie einst auch die damaligen Washington Redskins mit der Personalie Kirk Cousins

Doch selbst wenn die Franchise davon nun mehr getrieben und der Druck aus dem Kessel ist, der Ball nun bei Prescott liegt - die angestrebte Win-Win-Situation hat so ihre Risiken und Tücken.

Zur Erinnerung: In den fünf Partien vor seinem langfristigen Ausfall hatte Prescott zwar neun Touchdowns geworfen, allerdings auch vier Interceptions produziert.

Und dennoch: Gerade in dieser Statistik zählt Prescott mit einem Wert von 2,65 zu den Top 6 der aktiven NFL-Profis, deren Ranking Patrick Mahomes (Chiefs / 4,75) anführt und in dem Football-Ikone Tom Brady (Tampa Bay / 3.04) Vierter ist. 

Prescott mit beeindruckenden Statistiken

Ohne Prescott, der in allen seiner 69 Partien für die Cowboys startete und in keiner seiner fünf Spielzeiten als Starter eine negative Bilanz verzeichnet hatte, kam das Spiel der Franchise in der vergangenen Saison nahezu komplett zum Erliegen. In den ersten drei Spielen ohne den Star-QB schaffte Dallas gerade mal einen Touchdown.

Die nackten Zahlen sprechen für Prescott: Vor zwei Jahren lieferte er Karriere-Bestwerte bei Passing Yards (4.902) und Touchdown-Pässen (30), 2020 war er bereits auf dem besten Weg, angesichts von 1.856 Yards nach nur fünf Starts einen NFL-Rekord aufzustellen.

Auch in Sachen Soft Skills ist das 1,88 Meter große und 102 Kilogramm schwere Kraftpaket vorbildlich. "Er ist alles, was Sie von einem Quarterback erwarten. Einer, für den jeder durchs Feuer gehen würde", sagte Dallas' Guard Zach Martin. "Es gibt niemanden, der besser mit gutem Beispiel vorangeht, als Dak", fügte Linebacker Sean Lee an.

Eine von den Franchise-Bossen bisher womöglich etwas missachtete Qualität, derer man sich nun aber doch noch bewusst wurde - und Prescott deshalb mit genau dem Mega-Vertrag ausstaffierten, den er immer eingefordert hatte. 

Aber: Wentz und Goff als Warnung

Unsicherheitsfaktoren bleiben aber immer - und zwei Quarterback-Kollegen aus Prescotts Draft-Jahrgang sind warnende Beispiele, wie schnell ein solcher Mega-Vertrag zur Last wird.

Die ebenfalls unanständig üppig besoldeten Carson Wentz (wegen unerfüllter Erwartungen von Philadelphia Eagles zu den Indianapolis Colts) und Jared Goff (von den Los Angeles Rams zu den Detroit Lions) spielen kommende Saison nicht einmal mehr bei den Teams, die ihnen vor nicht allzu langer Zeit das große Geld bezahlt haben.

So oder so: Prescott trägt bei seinem Comeback nicht nur die schwere Verletzung als Rucksack mit sich herum.

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