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München - Trotz des Ausscheidens von Superstar Leon Draisaitl sind noch vier deutsche Profis in den NHL-Playoffs vertreten. SPORT1 analysiert deren Chancen in der Bubble.

Für die große deutsche NHL-Hoffnung ist der Traum vom Stanley Cup bereits geplatzt.

Eishockey-Superstar Leon Drasaitl musste sich mit Gastgeber Edmonton Oilers in der Qualifikationsrunde gegen die Chicago Blackhawks in der Best-of-five-Serie überraschend mit 1:3 geschlagen geben. (NHL-Playoffs LIVE auf SPORT1+)

Doch auch wenn der Topscorer der Hauptrunde ausgeschieden ist, sind noch vier deutsche Profis bei den NHL-Playoffs dabei - und vor allem einer darf sich bei der ungewohnten Playoff-Atmosphäre in der Corona-Bubble berechtigte Hoffnungen auf die Meisterschaft machen.

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SPORT1 analysiert die Titelchancen der deutschen NHL-Spieler.

PHILIPP GRUBAUER (Colorado Avalanche):

Der 28-Jährige kennt das Gefühl, den Stanley Cup zu gewinnen. 2018 holte der Rosenheimer mit den Washington Capitals den Titel, nun will der Goalie diesen Triumph wiederholen. In den Setzlistespielen haben die Avs ihre Ansprüche in der "Bubble" weiter untermauert.

Als zweitbestes Team im Westen geht Colorado in der Edmonton-Bubble als klarer Favorit in die Best-of-seven-Serie gegen die Arizona Coyotes (NHL: Colorado Avalanche - Arizona Coyotes, First Round, Spiel 1 in der Nacht mit Live-Einstieg ab 1 Uhr auf SPORT1+).

"Wir haben eine sehr junge Mannschaft, wir haben Energie, wir sind heiß auf den Cup und wollen das Ding. Wir planen, dass wir zwei Monate hier sind. Wir sind nicht zum Spaß da!", kündigt Grubauer beim SID große Taten seines Teams an.

Auch wenn Colorado im Gegensatz zu den Coyotes als Mitfavorit auf den Titel gilt, ist der Gegner nicht zu unterschätzen. Die beiden Duelle in der Regular Season endeten aus Sicht der Colorado Avalanche mit einem Overtime-Sieg sowie einer 0:3-Klatsche.

Kein Wunder, dass der Nationaltorhüter die Erstrundenhürde nicht auf die leichte Schulter nehmen will: "Die Karten sind für alle neu gemischt. Es ist egal, ob du Erster oder Vierter warst in der normalen Saison."

Dennoch sollte die stark besetzte Offensive Colorados um Nathan MacKinnon, der mit 93 Punkten Platz fünf in der Topscorer-Wertung der Hauptrunde belegte, den Unterschied machen. Bleibt das Teams zudem anders als in der Regular Saison von Verletzungen weitgehend verschont, ist der Stanley-Cup-Sieg drin.

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TOBIAS RIEDER (Calgary Flames):

Deutlich schwieriger sieht der Weg für Rieder und die Calgary Flames aus. Die Kanadier treffen in Edmonton auf die Dallas Stars. Es wird ein besonderes Duell, da das letzte Aufeinandertreffen in den Playoffs 1981 stattfand - damals waren die Dallas Stars aber noch die Minnesota North Stars.

Zwar sind die Texaner leicht favorisiert, doch die NHL-Playoffs sind für Überraschungen bekannt - und die aktuelle Form spricht ebenfalls für Calgary.

So setzten sich die Flames in der Qualifikationsrunde mit 3:1 Siegen gegen die Winnipeg Jets durch. Die Stars verloren dagegen acht Spiele in Folge, ehe sie die Pleitenserie jüngst stoppen konnten und nach Penaltyschießen Titelverteidiger St. Louis Blues in den Setzlistespielen bezwangen.

Nach dem peinlichen Erstrundenaus im Vorjahr, als die topgesetzten Flames von Colorado teils vorgeführt wurden, ist ganz Calgary heiß auf Wiedergutmachung. Anders als bei den Stars ging es für die Flames im Duell mit den Jets bereits um alles, was gerade zu Beginn der Serie ein Vorteil sein kann.

"Wir haben nicht nur um die Setzliste gespielt, wir haben um unser Leben gespielt und ich denke, das hilft uns im weiteren Verlauf", sagte Calgary-Torwart Cam Talbot nach dem erfolgreichen Weiterkommen gegen die Jets.

Die Flames haben zudem zwei der drei Duelle gegen die Stars in dieser Saison gewonnen. Sollten Rieder und Calgary eine Runde weiterkommen, wäre das alles andere als eine große Überraschung. Echte Chancen auf den Stanley Cup hat das Team jedoch nicht. 

Die NHL LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM

THOMAS GREISS und TOM KÜHNHACKL (New York Islanders):

Die härteste Aufgabe zum Playoff-Auftakt haben wohl Greiss und Kühnhackl vor sich. Mit den Washington Capitals um Superstar Alexander Ovechkin wartet in der zweiten "Bubble" in der Scotiabank Arena in Toronto ein echtes Schwergewicht auf die Islanders.

Kurios: Islanders-Coach Barry Trotz trainierte die Capitals von 2014 bis 2018 und führte sie 2018 zum Gewinn des Titels. Nun will er sein Ex-Teams aus den Playoffs werfen – und trotz der Underdog-Rolle ist dies durchaus möglich.

Während die Islanders beim NHL-Finalturnier kurzen Prozess mit den Florida Panthers machten, gewannen die Capitals nur eines ihrer Setzlistespiele. Washington hofft nun, dass der so torgefährliche Verteidiger John Carlson zum Auftakt der Serie wieder fit ist.

In den direkten Duellen der Hauptrunde präsentierten sich die Islanders auf Augenhöhe. Beide Teams gewannen je zwei Spiele und auch das Torverhältnis von 14:14 verspricht eine spannende Serie.

Ein Stanley-Cup-Triumph wäre aber eine Sensation. Neun Teams sind stärker einzuschätzen als die Islanders.

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