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München - Saskia van Hintum ist schon lange im Volleyball aktiv. Im SPORT1 VOLLEYTALK erzählt sie vom Mauerfall und dem niederlandisch-deutschen Verhältnis im Volleyball.

Seit 2016 ist Saskia van Hintum die starke Frau an der Seitenlinie bei den Ladies in Black Aachen und steht mit ihrem Team im Pokal-Halbfinale (Volleyball: DVV-Pokal mit Potsdam - Schwerin und Aachen - Stuttgart ab 18.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Aber auch schon vor ihrem Engagement in Aachen war die Niederländerin kein unbeschriebenes Blatt im deutschen Volleyball.

Bereits 1991 spielte sie für drei Jahre in Berlin und erlebte die Sportentwicklung in Ost-Berlin live mit. Mittlerweile hat sie neben ihrer Tätigkeit in Aachen auch noch das Amt als Co-Trainerin der DVV-Frauen übernommen. Im SPORT1 VOLLEYTALK sprach van Hintum exklusiv über ihre Zeit in Ost-Berlin und wie es sich anfühlt, als Niederländerin für den DVV zu arbeiten.

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Als Spielerin hat sie vor allem ihre Zeit beim CJD Berlin geprägt. Der Verein entstand 1991 aus dem Zusammenschluss des West-Berliner Vereins TSV Rudow und dem Ost-Berliner SC Dynamo Berlin.

Als 21-Jährige nahm sie das Abenteuer auf sich und ging ein Jahr nach dem Mauerfall nach Berlin. Eine Zeit, die anfangs sportlich nicht so leicht für sie war. "Es war einfach Wahnsinn diese Entwicklung. Aber im ersten Jahr habe ich nur fifty-fifty gespielt."

Aber dann gelang schnell der Durchbruch: "Schon im zweiten Jahr haben wir das Triple geholt. Mich hat das als Spielerin sehr weitergebracht." Eine Erfahrung, die ihr auch später dabei half, als Trainerin in Deutschland Fuß zu fassen.

Als Niederländerin in Deutschland

Nicht nur im Fußball ist die Rivalität zwischen den Niederlanden und Deutschland fast schon legendär, ihr Engagement im Nachbarland ist für van Hintum aber kein Problem.

Seit 2016 trainiert sie die Ladies in Black und ist nun als Niederländerin auch noch als Co-Trainerin beim DVV aktiv.

"Der DVV hat letzten Sommer eine Einladung an alle Bundesliga-Trainer geschickt, bei der Nationalmannschaft zu hospitieren. Und da ich in diesem Sommer endlich mal Urlaub hatte, hatte ich auch mal Zeit, mich ein bisschen umzuschauen. Dann war ich ein paar Mal bei Felix (Koslowski, Bundestrainer, d.Red.) zu Gast und es hat gut gepasst zwischen uns beiden", erklärte sie im SPORT1 VOLLEYTALK, wie dieses Engagement zustande kam.

Aber in den Niederlanden nimmt ihr das Engagement keiner übel. Hat sie doch selbst eine jahrelange Vergangenheit als Trainerin beim niederländischen Verband. "Da ich auch zwei Jahre in den Niederlanden als Co-Trainerin aktiv war, kennt man sich sehr gut. Das ist keine Rivalität."

Für sie steht auch nicht die Nationalität im Vordergrund, sondern die Förderung ihrer Spielerinnen: "Aktuell entwickle ich Spielerinnen, die im Sommer für die Niederlande und für Deutschland spielen. Daher ist das also egal. Für mich ist es nur wichtig, dass das Niveau hoch bleibt. Ob das eine Deutsche oder Niederländerin ist, spielt für mich keine Rolle."

Aachen spielt Pokal-Halbfinale in Belgien

Mit Aachen trifft van Hintum im Pokal-Halbfinale auf den Bundesliga-Dritten Allianz MTV Stuttgart.

Kurios: Trotz Heimspiel können die Ladies in Black nicht in ihrem gewohnten Hexenkessel in der Neuköllner Straße antreten. Das Spiel findet in der Steengoed Arena im belgischen Maaseik statt. Dies liegt etwa 50 Kilometer von Aachen entfernt. Der Grund für den Hallenwechsel? "Wir dürfen leider ab dem Halbfinale nicht mehr in unserer eigenen Halle in Aachen spielen, weil die Halle zu eingeschränkt ist", erklärt van Hintum bei SPORT1: "Das Licht ist leider nicht so gut, wie es sein sollte. Die Stimmung dort ist Bombe, ist wahnsinnig. Daher ist es schade, dass wir ausweichen müssen. Für die Meisterschaft haben wir eine Ausnahmegenehmigung."

Aber auch in anderer Halle rechnet sie mit einer gewohnt heißen Atmosphäre auf den Rängen. "Die Stimmung ist bei unseren Fans immer da. Ob es ein paar Hundert sind oder 1500, die Fans von uns bleiben dran. Es macht ihnen unglaublich viel Spaß, egal ob das jetzt in unserem Hexenkessel ist oder in Berlin war. Unsere Fans haben uns immer toll unterstützt."

Für das Spiel hofft die Niederländerin auf ein tolles Match, das Werbung für den Volleyball macht. "Wir haben nichts zu verlieren. Für Stuttgart gilt das genauso. Natürlich wollen wir beide ins Finale. Für Stuttgart hat das schon öfters geklappt. Ich hoffe auf ein gutes Spiel. Für den Volleyball an sich ist es gut, dass es live bei SPORT1 übertragen wird. Daher wollen wir uns nochmal ganz Deutschland zeigen."

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