Die tragische Geschichte von Jennifer Keddy
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München - Der VC Wiesbaden reist als Außenseiter zum Pokalfinale nach Mannheim. Jennifer Keddy verpasst das Endspiel aufgrund einer tragischen Krebserkrankung.

Mit 1150 Fans im Rücken möchte sich der VC Wiesbaden am Sonntag zum Pokalsieger krönen (ab 16.25 Uhr LIVE im TV auf SPORT1). Eine Spielerin wäre auch gerne in Mannheim im Duell mit dem Dresdner SC dabei, fehlt aber aufgrund einer schweren Krankheit. 

Jennifer Keddy ist Profivolleyballerin, 1,90m groß, hat lange blonde Haare und immer ein Lächeln auf den Lippen. Doch im Herbst vergangenen Jahres erhielt sie die schockierende Diagnose: Eierstockkrebs. Mit gerade einmal 26 Jahren.

Zuerst wollte sie die Diagnose nicht öffentlich machen, der Verein vermeldete, Keddy falle wegen Schulterproblemen aus. Nach Weihnachten gab der Bundesligist dann bekannt, der Vertrag mit der Mittelblockerin sei aufgelöst worden.

Am 1. Januar erklärte sich Keddy dann erstmals selbst über ihren Instagram-Account.

"Das ist ein Post, der aufwecken soll. Eines Morgens wachte ich gesund auf, 26 Jahre alt, Profi-Volleyballerin. Am nächsten Morgen wachte ich als 26 Jahre alte Profi-Volleyballerin mit Eierstockkrebs auf. Ich hätte niemals gedacht, dass so etwas einer so jungen Frau passieren könnte. Liebe Frauen, seid vorsichtig", schrieb Keddy.

SPORT1 überträgt das DVV-Pokalfinale der Frauen am Sonntag ab 16.25 Uhr LIVE im TV

Crowdfunding finanziert Keddy die Behandlung

Im Gespräch mit SPORT1 berichtet Keddy, sie wollte nicht die Aufmerksamkeit, die man durch so eine Diagnose bekommt, wie Mitleid oder Trauer. Doch in den Gesprächen mit ihrer Familie, habe ihre Mutter sie ermutigt, an die Öffentlichkeit zu gehen und ihre Geschichte zu teilen.

Inzwischen hat die 26-Jährige die Operation und drei Runden Chemotherapie hinter sich gebracht. Ein teures Unterfangen in den USA, doch mit der Hilfe eines Spendenaufrufs wurden über 23.000 US-Dollar gesammelt.

"Ich kann es immer noch nicht glauben, wie viele Menschen aus der ganzen Welt gespendet haben. Das hat mich sehr berührt", sagt die Kalifornierin.

"Manchmal vergesse ich, dass ich eine Glatze habe"

Durch die Chemo hat die Mittelblockerin ihre geliebten langen Haare verloren, doch mit ihrem neuen Look geht sie selbstbewusst um, auch wenn sie sich manchmal noch vor ihrem Spiegelbild erschrickt.

Aber ihre positive Lebenseinstellung zeigt sich auch hier: "Es ist schon schön, wenn man sich nicht um seine Haare Gedanken machen muss. Und ich werde auch mal eine Kurzhaarfrisur probieren, wenn sie nachgewachsen sind."  

Die spektakuläre Neuerung im Volleyball im Video

Ihren Mädels traut sie den großen Coup gegen Favorit Dresden absolut zu. Mit ihrem Sieg über Schwerin in der Liga haben die Hessinnen Selbstvertrauen getankt. Sie wollen genau so kämpfen, wie Jennifer Keddy für ihre Gesundheit kämpft.

Daumen drücken vor dem TV

Am Sonntag wird Keddy, die immer noch im Kontakt mit ihren ehemaligen Mitspielerinnen steht, dann vor dem Fernseher mitfiebern.

Ob und wann die 26-Jährige auf das Volleyballfeld zurückkehrt, ist nicht klar. Doch sie ist optimistisch: "Gerade fokussiere ich mich nur auf meine Gesundheit, aber Volleyball spielt natürlich noch eine Rolle in meinen Planungen."

Eines steht fest: Wenn Jennifer Keddy zurückkommt, dann sicherlich mit einem Lächeln auf den Lippen.

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