Nationalspielerin und vereinslos: So meistert Dürr die Situation
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München - Aktuell ist Lenka Dürr vereinslos und hofft auf ein neues Team. Exklusiv bei SPORT1 spricht Dürr über die Situation, ihre Karriere und den Unterschied zu Manuel Neuer.

Im Sommer 2019 findet die Volleyball-Europameisterschaft der Frauen statt und Lenka Dürr will dort mit der deutschen Nationalmannschaft für Furore sorgen. Aktuell ist die 27-Jährige allerdings vereinslos und hofft auf ein neues Team. Exklusiv bei SPORT1 spricht Dürr im Volleytalk über ihre aktuelle Situation und den Unterschied zu Manuel Neuer.

Ohne Verein zur EM?

Was war das im Sommer für eine Diskussion. Soll Manuel Neuer mit nach Russland, obwohl er vorher monatelang verletzt und ohne Spielpraxis war? Ganz Deutschland hat sich an dieser Frage abgearbeitet und Dutzende von Experten haben ebenso viele Meinungen vertreten.

Beim Volleyball ist das alles kein Aufregerthema. Zwar ist Lenka Dürr seit dem Sommer ohne Verein, aber sie ist eine Stütze der Schmetterlinge, auf die Chef-Trainer Felix Koslowski nicht verzichten will. Die Eins trägt sie schließlich nicht zufällig auf ihrem Trikot. Dementsprechend selbstbewusst geht die Libera auch mit der Situation um. "Ich denke, dass ich immer noch eine wichtige Säule des Teams bin. Gerade nach dem Rücktritt von Maren Fromm spiele ich da schon eine wichtige Rolle", sagt sie bei SPORT1.

Dürr brennt auf neue Aufgabe

Aber mit der Bedeutung für die Mannschaft geht auch eine große Verantwortung einher. Das weiß auch Dürr und hat ihr Leben auch ohne aktuellen Verein professionell organisiert. "Ich sitze nicht nur daheim auf der Couch. Ich mache mein komplettes Physioprogramm und Volleyballtraining."

Die Möglichkeit dazu gibt ihr ihr ehemaliger Verein, die Roten Raben Vilsbiburg. "Großer Dank gilt den Roten Raben Vilsbiburg. In ein paar Tagen werde ich bei ihnen ins Training einsteigen und bin dann allzeit bereit für neue Aufgaben."

Und das "Allzeit bereit" ist bei ihr wörtlich zunehmen. Denn an ein Karriereende denkt Dürr noch lange nicht. "Körperlich ist es immer ein Auf und Ab. Aber generell geht es mir sehr gut. Daher habe ich für mich kein Zeitlimit für ein mögliches Karriereende gesetzt."

Das Ausland ist eine Möglichkeit

Dabei muss der neue Verein nicht zwingend aus Deutschland kommen, da hierzulande der Saisonstart schon bevorsteht (Volleyball Frauen-Bundesliga: VC Wiesbaden - SC Potsdam, Mi. ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Mit Aserbaidschan, Polen und Rumänien hat sie schon drei Auslandsstationen auf der Liste, denen sie gerne noch weitere hinzufügen würde. "Deutschland ist eine Liga, in der alle Teams schon sehr früh Klarheit haben wollen. Daher muss ich da abwarten, ob sich etwas ergibt. Aber es werden auch andere Ligen abgetastet. Wie Philippinen oder Indonesien, die eben auch ein anderes Timing haben und erst im Januar anfangen."

Natürlich spielt auch das Geld eine Rolle

Dass die momentane Situation aber auch finanzielle Auswirkungen hat, will Dürr nicht verschweigen. Zwar hat sie das Glück, ihr Hobby zu ihrem Beruf gemacht zu haben, aber es ist eben auch ihr Beruf. Doch nicht nur auf dem Feld verfolgt die Nationalspielerin immer eine Strategie. "Ich bin ein Mensch, der auf Nummer sicher geht. Daher habe ich ein kleines finanzielles Polster auf die Seite gelegt und es ist nicht Not am Mann. Daher muss ich mich momentan noch nicht zu sehr stressen." Aber zu lange sollte die Phase natürlich nicht dauern.

Man darf also gespannt sein, wo man Lenka Dürr beim nächsten Aufschlag sehen darf.

Für die deutsche Nationalmannschaft soll es auf jeden Fall bei der Europameisterschaft 2019 der Fall sein. Auch da will Lenka Dürr nicht nur auf der Couch sitzen.

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