Lesedauer: 3 Minuten
teilenE-MailKommentare

München - Magdalena Gryka fordert mit ihrem neuen Klub Potsdam Spitzenreiter Stuttgart (18 Uhr LIVE im TV u. Stream). Bei SPORT1 spricht die Zuspielerin über harte Auslands-Jahre und Zoff ums Gehalt.

Nach harten Jahren im Ausland bis hin zu Rechtsstreitigkeiten mit ihrem Ex-Klub ums Gehalt ist Nationalspielerin Magdalena Gryka endgültig zurück in Deutschland – und greift mit dem SC Potsdam an.

Gegen den bisher ungeschlagenen Tabellenführer Allianz MTV Stuttgart will die Zuspielerin des Tabellenfünften für die Überraschung sorgen (Volleyball-Bundesliga: SC Potsdam - Allianz MTV Stuttgart ab 18.00 Uhr LIVE im TV und Stream).

"Wir können eigentlich nur gewinnen. Wir werden an diese Aufgabe mutig rangehen, müssen aus der Komfortzone rauskommen. Mit unserem Potenzial kann das ein sehr spannendes Spiel werden", zeigt sich die 24-Jährige im Volleytalk von SPORT1 entschlossen.

Anzeige

Kämpfen musste sie in den vergangenen Jahren auch außerhalb des Volleyballfeldes. Zwischenzeitlich stand sogar ihre Karriere auf der Kippe. (Tabelle der Volleyball-Bundesliga)

Mit 19 Wechsel nach Polen

2013 war die gebürtige Polin, damals erst 19 Jahre alt, in ihre Heimat zu Impel Wroclaw gewechselt.

"Es ist ja kein Geheimnis, dass das ein sehr schwieriges Volleyball-Land ist. Mental und auch spielerisch", blickt sie zurück: "Ich dachte damals nur: Das ist eine Riesenchance. Und das war es auch."

Neben der sportlichen Herausforderung spielte auch das Gehaltsangebot eine Rolle, die Aussicht, für die Zeit nach der Karriere bereits etwas vorsorgen zu können.

"Es ist schon verlockend, weil die Beträge auf dem Papier doch ein bisschen größer sind als in Deutschland - ob man die dann wirklich bekommt, ist eine andere Frage", erklärt Gryka und spricht damit das entscheidende Problem der letzten Jahre an.

Chaos und Rechtsstreit mit Baku

Nach der EM 2017 wagte sie den Schritt nach Aserbaidschan, unterschrieb in Baku.

"Das war ein sehr großes Abenteuer für mich. Den Vertrag habe ich notgedrungen erst sehr spät unterschrieben", berichtet sie.

Die Ernüchterung folgte allerdings schnell: "Das war sehr unorganisiert. Vorher war die EM in Baku. Der Verein meinte vorher schon, dass dafür sehr viel Geld ausgegeben wurde. Zu dem Zeitpunkt war ich aber schon dort und habe mich dann gefragt: Was soll ich eigentlich hier?"

Schon zur Rückrunde der Saison 2017/2018 war Gryka wieder zurück in Polen und kämpft noch heute um die Gehaltszahlungen aus Baku. "Über den CEV-Court kann man das Geld schon einklagen, ich bin auch immer noch im Streit mit Baku", berichtet sie: "Aber das wird sich halt Ewigkeiten hinziehen. Natürlich kann man Strafen auferlegen – aber wenn sie dich als Spielerin schon nicht bezahlen können, wie sollen sie dann die Strafen bezahlen?"

Über Nationalteam zurück nach Deutschland

Nachdem die Zuspielerin im Sommer bei der Nations League erstmals für die deutschen Nationalmannschaft spielte, sollte es auch beruflich zurück nach Deutschland gehen. (Spielplan der Volleyball-Bundesliga)

"Es hat schon wieder in den Fingern gekribbelt. Die Spielzeiten im Ausland waren schwierig, ich hatte ein bisschen Heimweh und wollte mehr Stabilität" blickt Gryka zurück: „Viele Vereine, gerade in Polen, haben finanzielle Schwierigkeiten und man muss lange auf die Bezahlung warten."

Zunächst hielt sich die 24-Jährige beim SSC Palmberg Schwerin fit, bevor dann Ende November der Anruf aus Potsdam kam. Im Januar erfolgte dann der Wechsel - Grykas Neustart in Deutschland war perfekt.

So können Sie SC Potsdam - SSC Palmberg Schwerin LIVE verfolgen:

TV: SPORT1
Stream: SPORT1.de

Nächste Artikel
previous article imagenext article image