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München - Jana-Franziska Poll spricht im Volleytalk auf SPORT1 über ihre verrückte Saison. Ein geplatzter Wechsel führt sie nach Italien - dann stoppt Corona alles.

Volleyball-Nationalspielerin Jana-Franziska Poll hat zweifelsohne das turbulenteste Jahr ihrer Sportler-Karriere hinter sich.

Eigentlich sollte Poll vor der Saison 2019/2020 von Stuttgart zu den Ladies in Black Aachen wechseln – doch der Transfers scheiterte letztlich an finanziellen Schwierigkeiten des Vereins.

"Ich weiß immer noch, dass es relativ hart für mich war, so kurz vor der EM. Einen Tag vor dem ersten Spiel war es klar, das wird nichts", erzählt Poll im Volleytalk auf SPORT1.

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Poll wechselt nach Italien

Stattdessen erhielt die 31-Jährige ein Angebot des italienischen Erstliga-Aufsteigers Volalta Caserta – und nahm es nach Rücksprache mit Frauen-Nationaltrainer Felix Koslowski an.

Doch auch dort blieb sie nicht lange und wechselte noch während der Saison innerhalb Italiens zu Il Bisonte Firenze.

"Das Problem war, die Freigabe von Caserta zu bekommen. Am Ende hat es doch noch geklappt. Darüber bin ich auch echt froh, dass ich in Florenz einen guten Verein gefunden zu haben, um noch einmal die schöne Seite des Volleyballs in Italien zu erleben", sagte Poll.

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Nach Wechsel bricht Corona-Pandemie aus

Für Poll war es das erste Mal, dass sie während einer Saison gewechselt ist. Viele Spiele konnte sie für ihren neuen Verein allerdings nicht machen, bevor die Saison wegen der Corona-Pandemie abgebrochen wurde.

Die 1,85 Meter große Außenangreiferin erzählt, wie sie den Ausbruch in Italien miterlebt habt. "Ich hatte die ganze Zeit keine Angst, eher Respekt. Ich habe auch nie gedacht, dass das solche Ausmaße nimmt", sagte Poll.

Poll erzählt weiter, dass es hin und her ging mit Sperren und möglichen Absagen: "Dann war der 9. oder 10. März, ab dem Italien komplett eine Rote Zone war, mit. Dann haben wir die ersten Tage noch trainiert, quasi illegal, vorher und nachher mussten wir Fieber messen."

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Poll: "Flüge wurden gestrichen"

Nach wenigen Tagen war aber klar, dass alles noch viel schlimmer als befürchtet ist. "Die Flüge wurden gestrichen, Flüge wurden von Stunde zu Stunde teurer. Erst hatte ich gedacht, ich könnte in Italien bleiben. Die größte Gefahr, sich zu infizieren, ist meiner Meinung die Reise nach Hause, anstatt in meiner Wohnung zu bleiben", sagte Poll.

Am 16. März flog sie schließlich doch zurück nach Deutschland. Wie es weiter geht, weiß keiner. "Das Kuriose ist, dass die italienische Liga noch nicht offiziell gestoppt ist. Keiner weiß warum, zwei Vereine wollen noch weiterspielen, einer trainiert sogar noch", verriet Poll.

Demnach mussten "die meisten Ausländer einen Auflösungsvertrag unterschreiben. Ungefähr 70 Prozent, die man noch vom Gehalt bekommt" - Poll kann das gut verstehen, schließlich arbeite man letztlich nicht mehr für den Verein.

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