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München - Der Transfer-Hammer in Berlin zwingt Jan Zimmermann in die Backup-Rolle. Lukas Kampa macht sich Sorgen um seinen Kollegen, sieht aber auch die Vorteile.

Lukas Kampa führt die deutsche Volleyball-Nationalmannschaft als Kapitän an. Im Verein ist er zwar in Polen aktiv, trotzdem verfolgt der 32-Jährige regelmäßig das Geschehen in der Bundesliga.

Mit der Verpflichtung von Sergey Grankin haben die Berlin Recycling Volleys für einen wahren Transfer-Hammer gesorgt. Das weiß auch Kampa: "Es ist ein Knaller-Transfer für die Bundesliga. Das habe ich auch hier innerhalb der Mannschaft an den Reaktionen gemerkt", erzählte der Zuspieler im SPORT1 VOLLEYTALK.

Seine Kollegen hätten große Augen gemacht, dass so ein Spieler nach Berlin kommt, so der gebürtige Bochumer. Der Russe wertet die Liga mit seiner Qualität noch auf und erhöht die Attraktivität für Zuschauer. Zudem ist der Transfer ein klares Zeichen für die gute Entwicklung der VBL. Auf der elementar wichtigen Zuspielerposition wurden in der Hauptstadt die Karten durch den Wechsel neu gemischt - und Volleys-Trainer Cedric Enard hatte bereits deutlich gemacht: "Grankin ist hier, um bei uns die Nummer eins zu sein."

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Kampa bangt um Zimmermann

Akteure wie Jan Zimmermann ziehen dabei den Kürzeren. Diese Tatsache geht auch an Kampa nicht spurlos vorüber, der um seinen Nationalmannschafts-Kollegen bangt. "Ich habe als Erstes auch an Jan gedacht, weil er jetzt in einer ganz schwierigen Situation ist. Ich kann das nachempfinden, da ich eine ähnliche Situation in Modena hatte", sagte der Volleyball-Profi. (Spielplan der Volleyball-Bundesliga)

Aus heiterem Himmel sei Bruno Rezende verpflichtet worden, hinter dem sich Kampa erst einmal einreihen musste. "Dann stand ich vor der Entscheidung, ob ich da bleibe und die Saison zu Ende spiele oder weggehe und versuche, woanders zu spielen, mich zu präsentieren und weiterzuempfehlen." Es sei schwer, die richtige Lösung zu finden, denn für einen Wechsel innerhalb der Saison müsse "das Gesamtpaket passen."

Obwohl die Profis einen Mannschaftssport betreiben, seien sie alle Individualisten. Das bedeutet: "Jeder will spielen, sich zeigen und seine Karriere voranbringen." Aber einen Weltklasse-Spieler wie Grankin vor sich zu haben, bringe auch einen Vorteil: "Man kann ja auch von so einem Spieler etwas lernen." Daher sei es keine komplett verlorene Zeit, findet Kampa. Auch wenn in erster Linie Spielzeiten und Wettkampf auf höchstem Niveau zählen würden. (Tabelle der Volleyball-Bundesliga)

Kampa: "Zimmermann ist ein Kämpfer"

Zimmermann werde das Beste aus seiner schwierigen Lage machen, da ist sich Kampa sicher. "Es wird ihm nicht leicht fallen, aber so wie ich Jan kenne, wird er den Kopf nicht in den Sand stecken. Er ist ein Kämpfer und kann aus der Situation etwas Positives mitnehmen. Ich denke, dass ihn das in Zukunft stärker macht und dass wir ihn noch bei starken Vereinen sehen werden."

Auch in der Nationalmannschaft steckt Zimmermann lediglich in der Rolle des Backups - für den Kapitän. Kampa glaubt trotzdem, dass er ausreichend Einsatzzeiten und die Möglichkeit, Selbstvertrauen zu tanken, bekommen wird. "Mein Körper ist nicht mehr der Jüngste, also wird er auch viel Zeit auf dem Feld bekommen."

SPORT1 überträgt die Volleyball-Bundesliga der Männer und Frauen. Am Mittwoch empfängt der Dresdner SC die Ladies in Black Aachen (ab 19.00 Uhr LIVE im TV und Stream).

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