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München - Schwerin holt sich ausgerechnet in der CL-Isolation mehrere Corona-Infektionen ab und muss schon wieder in Quarantäne. Trainer Felix Koslowski macht sich bei SPORT1 Sorgen.

Eigentlich war es ein eine durchaus erfolgreiche Woche für den SSC Palmberg Schwerin.

In der Champions League setzten die Bundesliga-Volleyballerinnen in ihrer starken Gruppe mit zwei Siegen aus drei Spielen in der ersten Phase der Königsklasse ein Ausrufezeichen. (SERVICE: Ergebnisse und Spielplan Volleyball Champions League Frauen)

Nicht wie üblich mit Hin- und Rückspiel, sondern im Turniermodus werden die Viertelfinalisten im europäischen Wettbewerb gesucht. Doch der Heimreise aus Italien folgte für Schwerin die Ernüchterung.

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Beim routinemäßigen Corona-Test nach der Rückkehr aus Florenz gab es beim deutschen Top-Klub fünf positive Testergebnisse, drei Spielerinnen und zwei Personen aus dem Umfeld der Mannschaft. Am Dienstagabend wurde klar, dass Ausmaß ist noch größer. Denn zwei weitere Spielerinnen wurden positiv getestet.

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Schwerin-Trainer Koslowski "geschockt" nach Corona-Fällen

"Wir waren geschockt. Es war nach der Rückkehr ein Routinetest und wir sind davon ausgegangen, dass wir auch alle negativ sind", berichtet Cheftrainer Felix Koslowski im SPORT1 Volleytalk. "Es war der vierte Test in dieser Woche und davor waren alle negativ."

Das gesamte Team des SSC musste in eine 14-tägige Quarantäne. Die kommenden Topspiele beim Dresdner SC (12. Dezember) und gegen Allianz MTV Stuttgart (19. Dezember) müssen verlegt werden. (Tabelle der Volleyball-Bundesliga).

Corona bei drei weiteren Champions-League-Teams

Doch nicht nur der Deutsche Meister von 2018 hat nach dem Champion-League-Turnier mit den Auswirkungen zu kämpfen.

Inzwischen befinden sich auch die drei weiteren Teams aus der Gruppe in Quarantäne. (SERVICE: Tabelle Volleyball Champions League Frauen)

Bei Gastgeber Scandicci, wo auch Nationalspielerin Kimberly Drewniok spielt, sind fünf Spielerinnen mit Corona infiziert. Bei Busto Arsizio hat es sieben Mitglieder des Teams erwischt und auch beim polnischen Team Rzeszow heißt es, dass "die große Mehrheit der Mannschaft" positiv getestet wurde.

Super-GAU in der Bubble - CEV auf Spurensuche

Der Super-GAU für das Konzept der CEV, dem europäischen Volleyball-Verband, der durch den Turniermodus die Sicherheit gewährleisten wollte.

"Im Nachhinein ist man immer schlauer. Wir überlegen natürlich jetzt, wo könnten wir uns infiziert haben, wo haben wir uns angesteckt, wo waren Lücken im System," sagt Felix Koslowski.

Auf Nachfrage von SPORT1 erklärte der europäische Verband: "Die CEV hat bereits damit begonnen, den Vorfall zu untersuchen und einen detaillierten Bericht von den Offiziellen angefordert, um zu verstehen, was vor Ort passiert ist."

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Polnisches Team mit Corona-Fall schon vor Anreise

Was an der ganzen Situation verwundert. Wie die CEV SPORT1 nach einer ersten Bestandsaufnahmen mitteilte, war ein Mitglied des polnischen Rzeszow-Teams bereits Mitte November (21 Tage zuvor) positiv getestet worden, durfte aber dennoch zum Turnier nach Florenz reisen und auch in die sichere Umgebung der Bubble.

Erst dort wurde die Person nach einem erneuten positiven Test in Quarantäne geschickt, war aber bis zu diesem Zeitpunkt mit dem Team in Kontakt. Bei weiteren Testungen  48 Stunden nach Ankunft wurde dann eine weitere infizierte Person festgestellt und auch diese isoliert.

Die Mannschaft durfte aber weiterhin am Turnier teilnehmen, so wurde die Bubble zum Hot Spot.

Quarantäne kommt für Schwerin zur Unzeit

Schwerin befindet sich jetzt also in erneuter Quarantäne, und das zur Unzeit.

"Wir waren wirklich sehr gut drauf und die Zeit wird zeigen, was das mit uns macht", erklärt Trainer Koslowski: "Wir versuchen, mit den gesunden Spielerinnen wieder Home-Trainings zu organisieren. Wir hoffen aber, dass wir schnell zurückkommen dürfen, um uns wieder erneut aufzubauen.“

Der SSC-Coach versucht, die Zuversicht zu wahren und hofft vor allem, dass alle erkrankten Personen, die bisher nur geringe Symptome zeigen, bald wieder fit sind.

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