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Arnd Peiffer und die deutsche Staffel verpassten das Podest © Getty Images
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Die deutschen Biathleten laufen zum Abschluss des Weltcups in Oslo mit der Staffel klar am Podest vorbei. Der Rückstand auf Sieger Norwegen ist deutlich.

Arnd Peiffer lächelte gequält, große Feierlust kam nach dem missglückten Staffel-Abschluss nicht auf.

"Ich habe mir das anders vorgestellt", sagte der Olympiasieger, der die deutschen Biathleten an seinem 31. Geburtstag auf das Podest führen wollte. Peiffer aber patzte - Rang fünf war beim Weltcup in Oslo alles andere als ein passendes Geschenk.

Weil der Sprint-Champion von Pyeongchang, der aktuell eigentlich in glänzender Verfassung unterwegs ist, am Schießstand wertvolle Zeit verlor, verpassten die deutschen Skijäger nach 4x7,5 km klar das Podest. Der Abstand auf die siegreichen Norweger betrug stolze 1:29,4 Minuten. Anstelle der Deutschen standen noch Österreich und Russland auf dem Podium.

"Wenn man für eine Scheibe drei Nachlader benötigt, kann man nicht zufrieden sein", sagte Peiffer, der während des Rennens keinesfalls an sein Malheur im olympischen Mixed-Rennen dachte, über sein erstes Schießen. In Pyeongchang hatte er das deutsche Team in Führung liegend aus den Medaillenrängen geschossen. "Das ist eher so ein Mediending, da will man ein Trauma konstruieren", sagte er der ARD.

Ganz so schlimm war es am Sonntag am legendären Holmenkollen ohnehin nicht, Peiffer büßte nur eine Position ein. Und dennoch: Die Hoffnungen auf einen tollen Abschluss waren groß, schließlich betrug der Abstand auf Rang zwei beim letzten Wechsel nur neun Sekunden.

Lesser und Schempp überzeugen

Das lag an den guten Leistungen der Vorgänger. Lesser, der an seiner angestammten Position als Startläufer wie immer rasant schoss, übernahm kurz vor dem Wechsel auf Schempp die Führung. "Ich habe einen Diesel aufgetrieben, der hat keine schlechte Arbeit geleistet", scherzte Lesser in der ihm eigenen Manier.

Alles andere als schlecht war auch der Auftritt von Schempp, dessen Stammplatz eigentlich der an Position vier ist. "Es hat heute sehr gut funktioniert, ich bin sehr zufrieden", sagte der Olympiazweite im Massenstart, der zwar nicht an der Spitze, aber nur sechs Zehntelsekunden dahinter an Rees übergab.

Der Unerfahrenste im deutschen Team entging einer Strafrunde beim ersten Anschlag nur mit größter Mühe. Unbeeindruckt vom schwachen Start räumte er danach aber alle Scheiben ab. "Er war sicher aufgeregt, aber hat das dann tadellos gemacht", lobte auch Routinier Schempp.

In der kommenden Woche steigt in Tjumen mit den deutschen Skijägern das Weltcup-Finale, das viele Nationen aufgrund der Dopingproblematik in Russland boykottieren werden. So bleiben unter anderem die Athleten aus den USA, aus Tschechien und der Ukraine dem Saisonabschluss fern.

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