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IBU Biathlon World Championships - Men's and Women's Mass Start
Mit seinem 14. Saisonsieg zieht Johannes Thingnes Boe mit dem Fourcade-Rekord von 2016/17 gleich © Getty Images
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Mit seinem Erfolg in Oslo zieht Johannes Thingnes Bö mit einer historischen Bestmarke von Martin Fourcade gleich. Benedikt Doll wird bester Deutscher.

Die Sprint-Experten Arnd Peiffer und Benedikt Doll verloren am Schießstand im dichten Nebel am Holmenkollen den Durchblick, Biathlon-Dominator Johannes Thingnes Bö feierte indes beim Heimspiel seine Rekordshow. Während Ex-Weltmeister Doll beim Weltcup-Finale in Oslo über 10 km als Sechster das Podest nach zwei Strafrunden um 4,4 Sekunden verpasste, feierte der alles überragende Norweger Bö seinen 14. Sieg des Winters. Damit stellte der Vierfach-Weltmeister von Östersund die Bestmarke des Franzosen Martin Fourcade aus der Saison 2016/17 ein.

"Am Schießstand habe ich wieder das Podest hergegeben", haderte Doll, der sowohl liegend als auch stehend einen Schuss neben das Ziel setzte, am ARD-Mikrofon. Am Liegendanschlag sei die Sicht durch den Nebel schwierig gewesen, "stehend hätte ich aber alle gut treffen können", fügte der Breitnauer selbstkritisch hinzu.

Bö heute unschlagbar

Das Maß der Dinge war aber trotz einer Strafrunde einmal mehr Bö. Bei seinem 35. Karrieresieg triumphierte der 25-Jährige vor dem Italiener Lukas Hofer (0 Strafrunden/31,7 Sekunden zurück) und dem Franzosen Quentin Fillon Maillet (0/35,0). Den Sieg in der Gesamtwertung sowie im Sprint-Weltcup hatte Bö schon vor dem Heimspiel am Holmenkollen klargemacht. 

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Auch Olympiasieger Arnd Peiffer vergab eine bessere Platzierung am Schießstand, nach zwei Fehlern wurde er Achter. Einen Überraschungserfolg feierte indes Philipp Nawrath (1), der als Elfter sein zweitbestes Weltcupergebnis holte. Erik Lesser (1) komplettierte als 16. ein "sehr gutes Ergebnis", wie Bundestrainer Mark Kirchner am ARD-Mikrofon bescheinigte: "Trotzdem bin ich nicht ganz zufrieden heute. Ich glaube, es war ein sehr schwerer Wettkampf. Wir hatten nicht immer das Glück auf unserer Seite."

Nebel sorgt für schweres Schießen

Vom strahlenden Sonnenschein, unter dem Franziska Preuß am Vortag bei frühlingshaften Temperaturen noch zu Platz zwei gesprintet war, war am Freitag gar nichts mehr zu sehen. Dichter Nebel hüllte die Anlage rund um den Holmenkollbakken ein. Neben der eingeschränkten Sicht erschwerte Wind die Arbeit am Schießstand zusätzlich. "Vor dem Rennen war es schon ein bisschen komisch, weil man gedacht hat, es wird abgesagt", sagte Doll, auch Bö monierte: "Ich dachte, das Rennen müsste abgesagt werden. Es war sehr schwer, die Ziele zu sehen."

Zwar verfehlte auch Bö am Stehendanschlag einmal, doch die Strafrunde machte er dank seiner überragenden Laufleistung wieder wett. Doll, der von Bö bei der WM in Östersund als Sprint-Weltmeister abgelöst worden war, verlor als zweitbester Läufer im Feld allein in der Loipe 21 Sekunden auf den norwegischen Überflieger.

Noch zwei Rekordchancen für Bö

Bö bleiben noch der Verfolger am Samstag (ab 17.15 Uhr im SPORT1-Liveticker) und der Massenstart tags darauf (ab 16.30 Uhr im SPORT1-Liveticker), um Fourcade den Siegrekord zu entreißen. Der fünfmalige Olympiasieger aus Frankreich hatte seine Saison nach der enttäuschenden WM, wo er erstmals seit seiner Premiere 2009 ohne Medaille geblieben war, bereits beendet und verfolgte das Rennen in Oslo nur als Zuschauer.

Am Samstag gehen auch die Frauen wieder in die Loipe. Im Verfolger besitzt vor allem Franziska Preuß nach ihrem zweiten Platz im Sprint beste Aussichten, Weltmeisterin Denise Herrmann geht als Fünfte ins Rennen und liegt in Lauerstellung. Den Abschluss des Weltcup-Winters der Biathleten bilden am Sonntag die beiden Massenstarts (ab 13.45 Uhr im SPORT1-Liveticker).

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