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Athleten aus Moldau und Rumänien sind positiv getestet
Am Samstag startet die Biathlon-Weltcup-Saison © AFP/SID/MICHAL CIZEK
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Was steht an? Am Samstag startet im finnischen Kontiolahti der 44. Biathlon-Weltcup. Hierzu die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was steht an?

Am Samstag startet im finnischen Kontiolahti der 44. Biathlon-Weltcup. Insgesamt sind in diesem Winter zehn Weltcups plus die WM in Pokljuka (Ergebnisse zählen zum Weltcup) geplant, allerdings aus Corona-Gründen nur an sieben verschieden Orten. Das Finale soll ab 16. März 2021 am berühmten Holmenkollen in Oslo stattfinden. Hier zum Biathlon-Kalender 2020/21.

Gibt es Rennen in Deutschland?

Es gibt zwei Weltcups in Deutschland, allerdings nur an einem Ort: In Oberhof. Die traditionelle Veranstaltung in Ruhpolding wurde coronabedingt gestrichen und wird nun vom 13. bis 17. Januar 2021 in Oberhof ausgetragen. Der eigentliche Weltcup in Oberhof findet vom 7. bis 10. Januar statt. In Ruhpolding wird dafür am 28. Dezember die World Tour Challenge ausgetragen, die nicht zum Weltcup zählt und üblicherweise auf Schalke stattfindet.

Warum werden Weltcups zusammengelegt?

Dadurch sollen vor allem die Reisetätigkeiten minimiert werden. "Das gehört zu den effektivsten Maßnahmen", sagte IBU-Präsident Olle Dahlin. Neben Ruhpolding wurden deshalb noch Östersund (jetzt in Kontiolahti), Annecy-Le Grand Bornand (stattdessen in Hochfilzen) und sogar die Olympia-Generalprobe in Peking (jetzt in Nove Mesto) aus dem Programm genommen.

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Finden die Weltcups mit Fans statt?

Zum Auftakt in Kontiolahti dürfen nach IBU-Informationen bis zu 4500 Zuschauer pro Wettkampftag die Rennen verfolgen. Allerdings ist die Veranstaltung im hohen Norden ohnehin eher spärlich besucht. In Hochfilzen und Oberhof wird es keine Zuschauer geben. Das sei "eine Entscheidung der Vernunft und nicht des Herzens", teilte der Veranstalter in Oberhof mit. Durch diese Maßnahme droht dem WM-Ort von 2023 ein Defizit von über einer Million Euro.

Was verändert sich durch Corona?

Auch bei den Biathlon-Weltcups greift ein umfassendes Hygienekonzept. So stehen etwa Hände schütteln bei der Siegerehrung oder Umarmungen auf dem Index. Über die Zulassung von Fans entscheiden die örtlichen Gesundheitsbehörden. Alle Teilnehmer an den Events - Athleten, Trainer, Betreuer, Serviceleute usw. - sollen alle vier bis fünf Tage getestet werden. Die Internationale Biathlon-Union richtet deshalb an den Veranstaltungsorten ein eigenes Labor ein. Die Athleten werden im Umfeld der Rennen in Vierergruppen aufgeteilt. Sollte ein Teammitglied positiv getestet werden, müsste so nicht gleich die ganze Mannschaft in Quarantäne. Außerdem gibt es für den Gesamtweltcup vier statt zwei Streichergebnisse.

Was ist der Saison-Höhepunkt?

Im Gegensatz zu den anderen Wintersportarten gibt es im Biathlon die Weltmeisterschaften im Einjahresrhythmus. Die WM 2021 startet wie geplant am 10. Februar in Pokljuka in Slowenien. Bis 21. Februar werden Medaillen in zwölf Wettkämpfen vergeben. Die WM-Ergebnisse gehen aber auch in die Weltcupwertung mit ein. Die WM wird jedoch - Stand jetzt - ohne Fans stattfinden.

Mit welchen Chancen starten die deutschen Athleten in die neue Saison?

Siege in Serie wird es wie noch in Zeiten von Biathlon-Königin Laura Dahlmeier für den Deutschen Skiverband (DSV) wohl auch in diesem Jahr nicht geben. Bei den Frauen hat die überragende Läuferin Denise Herrmann die besten Chancen, wenn sie ihre Schießleistungen stabilisiert. Dahinter müsste bei einer Franziska Preuß oder Vanessa Hinz schon alles passen, um ganz nach vorne zu kommen. Bei den Männern sind Arnd Peiffer und Benedikt Doll noch am ehesten Anwärter auf das Podest. Bleibt abzuwarten, inwieweit die Routiniers Simon Schempp und Erik Lesser ihre Tiefs überwunden haben.

Wer sind die Favoriten?

Bei den Männern führt kein Weg an Johannes Thingnes Bö vorbei. Der Überflieger aus Norwegen holte auch im vergangenen Winter zehn Siege und gewann trotz mehrwöchiger Baby-Pause den Gesamtweltcup. Sein schärfster Konkurrent Martin Fourcade beendete seine Karriere. Spannend wird sein, wer die Rolle des Bö-Jägers übernehmen kann. Bei den Frauen gehören neben Herrmann die Italienerin Dorothea Wierer, die Norwegerinnen Tiril Eckhoff und Marte Olsbu Röiseland sowie Hanna Öberg (Schweden) wohl erneut zu den aussichtsreichsten Kandidatinnen.   

Wo wird Biathlon übertragen?

ARD und das ZDF wechseln sich bei der Übertragung ab. Das ZDF startet in Kontiolahti. Auch Eurosport überträgt die Weltcups weiterhin.

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