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Felix Neureuther ist noch nicht in WM-Form
Felix Neureuther ist noch nicht in WM-Form © Getty Images
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Felix Neureuther ist noch nicht in WM-Form. Beim Slalom in Wengen fährt der beste Deutsche meilenweit hinterher und zeigt sich im Anschluss vollkommen ratlos.

Wieder hob Felix Neureuther enttäuscht die Arme, wieder verriet seine Miene Ratlosigkeit, und wieder war nicht zu übersehen, dass der beste deutsche Skirennläufer frustriert war.

Die Szenen im Zielraum von Wengen am Sonntag glichen frappierend jenen der letzten Wochen: Neureuther ist mittlerweile kurz vor der WM in Are/Schweden (5. bis 17. Februar) beinahe verzweifelt auf der Suche nach seinem begnadeten Skigefühl, nach der Leichtigkeit und der Selbstverständlichkeit seines Handelns.

Beim Slalom-Klassiker am Männlichen im Berner Oberland musste sich Neureuther mit Rang 17 begnügen - ein Resultat, das seinen Ansprüchen nicht genügt.

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Neureuther beklagt "gleichen Schmarrn"

"Mir geht das Spielerische ab", sagte er und klagte: "Du nimmst dir Sachen vor, die du besser machen willst, und dann machst du wieder den gleichen Schmarrn." Und das, obwohl es in der Woche vor Wengen "im Training sehr gut" gelaufen sei, wie Neureuther beteuerte. Was er verheimlichte: Er war in der vergangenen Woche auch wieder mal krank.

In den fünf Slaloms seit seinem Comeback belegte Neureuther die Ränge 27, 8, 8, 15 und nun 17. Die Tendenz: Es geht eher abwärts. Und von den jungen Wilden, die diesmal sogar Marcel Hirscher besiegten, ist er weit entfernt. Ernüchternde 2,33 Sekunden trennten Neureuther vom jungen und nervenstarken Franzosen Clement Noel bei dessen erstem Weltcupsieg.

Hirscher (+0,10 Sekunden) wurde Dritter, noch hinter Teamkollege Manuel Feller (+0,08).

Viel Arbeit wartet auf Neureuther

Neureuther sagte unterdessen mit einem tapferen Lächeln, er könne sich nur wiederholen: "Es liegt noch viel Arbeit vor mir, ich bin bereit, die Arbeit anzunehmen. Ich strenge mich an, dass ich da auch bald wieder oben stehe." Wobei dieses "bald" ein dehnbarer Begriff ist. Auf die Frage in der ARD, ob er den Zuschauern in Wengen Hoffnung auf eine Rückkehr im kommenden Jahr machen könne, sagte Neureuther: "Jetzt fahren wir mal diese Saison, und dann werde ich eine Entscheidung treffen."

An diesem Wochenende gelang Neureuther trotz allem noch die beste deutsche Platzierung. Dominik Stehle belegte im Slalom Rang 21. In der Abfahrt am Lauberhorn, bei der Vincent Kriechmayr (Österreich) dem Schweizer Beat Feuz einen dritten Heimsieg wegschnappte, war Manuel Schmid mit der hohen Startnummer 39 der schnellste deutsche Starter, er lag im Ziel der 4,5 Kilometer langen Strecke als 18. klar vor Josef Ferstl (28.).

Abfahrtsteam schwer getroffen

Ferstl, Schmid und Dominik Schwaiger (29.) haben es allerdings auch schwer dieser Tage. Zu Beginn der Saison waren sie Mitglieder eines aufstrebenden Abfahrtsteams, doch nach den Kreuzbandrissen von Anführer und Kitzbühel-Sieger Thomas Dreßen sowie Andreas Sander fehlen wichtige Kollegen.

"Für das Team ist das schon blöd", sagte Ferstl, betonte jedoch: "Wir sind geschwächt, aber das heißt ja nicht, dass wir nichts können. Wir machen weiter, greifen an." 

Nächster Versuch: Am kommenden Samstag auf der berüchtigten "Streif" in Kitzbühel. Und tags darauf für Neureuther am nicht weniger legendären "Ganslern".

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