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Bode Miller (l.) bei einem Medientermin mit Mikaela Shiffrin
Bode Miller (l.) bei einem Medientermin mit Mikaela Shiffrin © Getty Images
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Ski-Legende Bode Miller stellt der neuen Generation ein schlechtes Zeugnis aus. Er vermisst Mut und Kreativität - und Typen wie Hermann Maier.

Seit 2017 fährt Ski-Legende Bode Miller nicht mehr - seinen Erben stellt der US-Amerikaner kein gutes Zeugnis aus.

"Der Weltcup hat sich seit langer Zeit nicht weiterentwickelt", sagte Miller in einem ARD-Interview am Rande der Ski-WM in Are. Er vermisst Typen wie Hermann Maier und findet, dass die aktuelle Generation da nicht mithalten kann – weil ihr die Kreativität fehlt.

Miller vermisst Typen wie Hermann Maier

"Nehmen wir mal das letzte Rennen, das ich in Kitzbühel gefahren bin: Einen Tag vorher kam ich im Trainingslauf mit 2,7 Sekunden Vorsprung an. Aber dann hat sich am Abend jeder meinen Lauf im Video angeschaut - und am nächsten Tag sind sie alle diese Linie gefahren", sagte der 41-Jährige: "Das gibt es nicht mehr, dass eine total andere Linie gefahren wird oder dass einer viel aggressiver fährt oder irgendetwas anders macht. Die Kreativität fehlt heute einfach komplett."

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Maier und Luc Alphand, die Alpin-Stars der Neunziger, nennt Miller als positive Gegenbeispiele: "Die Jungs damals haben sich gegenseitig gepusht und ständig nach Wegen gesucht, wie man die anderen schlagen kann. Sie haben in allen Bereichen getüftelt und wollten unbedingt schneller sein als die anderen Fahrer. Heute mache alle immer nur dasselbe und hoffen, dass sie am Ende schnell genug sind."

"Vielleicht gibt es bald keinen Weltcup mehr"

Generell sieht Miller die Ski-Szene im Abschwung: "Vielleicht gibt es in ein paar Jahren überhaupt keinen Ski-Weltcup mehr. Ich sehe die Veränderungen. Jeder, der schon lange dabei ist bei diesem Sport, kann das beobachten.“

Miller moniert: "Jeder möchte gerade aus allem eine Show machen. Aber das ist nicht der Gedanke des Weltcups."

Eine aktuelle Entwicklung, die ihn ärgert: "Ich glaube, es ist eine Schande, dass die alpine Kombination verschwinden wird, aber es gibt momentan auch keine guten Allrounder mehr. Entweder hast du gute Abfahrer oder du hast gute Slalomfahrer."

Miller hatte 2010 in der Super-Kombination Olympia-Gold gewonnen, war viermal Weltmeister, holte zweimal den Gesamtweltcup.

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