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ALPINE SKI-WORLD-WOMEN-SWE-DOWNHILL-SLALOM
Wendy Holdener aus der Schweiz ist Weltmeisterin in der alpinen Kombination © Getty Images
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Die Schweizerin Wendy Holdener sichert sich bei der WM in Are die Goldmedaille in der Kombination. Ein starker Slalomlauf bringt sie auf Platz eins.

Sie ist die vermutlich letzte ihrer Art: Titelverteidigerin Wendy Holdener aus der Schweiz hat die Kombination bei der WM in Are gewonnen. Die Olympiadritte von Pyeongchang wird damit wohl die Liste der Siegerinnen im alpinen Zweikampf abschließen.

Der Wettbewerb, 1936 der erste und einzige der Skirennläufer bei den Olympischen Spielen, steht vor dem Aus bei Großveranstaltungen. In der kommenden Woche will der Ski-Weltverband FIS entscheiden, ob die seit Jahren vernachlässigte und daher dahinsiechende Kombination, in der etwa Maria Höfl-Riesch zweimal Olympiasiegerin wurde, noch eine Zukunft hat.

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Holdner hatte am Ende 0,03 Sekunden Vorsprung vor Petra Vlhova (Slowakei), Bronze gewann Ragnhild Mowinckel aus Norwegen (+0,45 Sekunden), Olympiazweite in der Abfahrt. "Endlich habe ich mal zwei gute Läufe runtergebracht und den Sieg nach Hause", sagte Holdener, die einem Sieg in diesem Winter bislang hinterhergefahren war: "Ich bin so glücklich."

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Die einzige deutsche Starterin Meike Pfister (Krumbach/+5,75) belegte Rang 22. "Es ist ein megacooles Event gewesen. Ein bisschen enttäuscht bin ich schon von meiner Slalom-Performance, aber meine Spezialdisziplinen sind dann doch andere", sagte die Speedfahrerin Pfister nach dem Rennen. (SERVICE: Medaillenspiegel der Ski-WM)

Holdener würdiger Champion

Die alte und neue Weltmeisterin Holdener war zumindest die würdige Siegerin eines zunehmend fragwürdigen Wettbewerbs, in dem die Deutschen Christl Cranz und Franz Pfnür 1936 die ersten alpinen Olympiasieger waren.

Die neue Super-G-Weltmeisterin Mikaela Shiffrin (USA), fraglos Mitfavoritin auf Gold, war lieber nach Norwegen gefahren, um sich dort auf den Riesenslalom und den Slalom in der kommenden Woche vorzubereiten. Lediglich 35 Starterinnen hatten gemeldet, und nur ein halbes Dutzend besaß eine realistische Chance, nach Abfahrt und Slalom auf dem Podest zu stehen.

Am Ende stand ein Resultat, das sich zumindest auf den ersten beiden Plätzen bereits nach der Abfahrt im Schneetreiben am Vormittag abgezeichnet hatte. Die Kombination begünstigte zuletzt immer mehr all jene Slalom-Fahrerinnen, die sich unfallfrei auf der Schussfahrt bewegen können, zudem war die Strecke wegen der schlechten Witterung verkürzt worden, was die Abfahrtsspezialistinnen zusätzlich benachteiligte. 

DSV vernachlässigte Kombination

Der Deutsche Skiverband (DSV) hat die Entwicklung in der Kombination zuletzt nicht mehr vorangetrieben, weil bislang alles darauf hindeutete, dass der alpine Zweikampf am 13. Februar vom Council der FIS abgeschafft wird.

"Es ist gut möglich, dass der FIS-Vorstand entscheiden wird, dass es bei Weltmeisterschaften keine Kombination mehr geben wird - bei Olympia schon", sagte FIS-Präsident Gian Franco Kasper am Freitag der ARD.

Für die Kombination der Männer am Montag, die nicht mal Olympiasieger Marcel Hirscher (Österreich) interessiert, sind Abfahrtsspezialist Dominik Schwaiger (Königssee) und Slalomspezialist Linus Straßer (München) nominiert.

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