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Felix Neureuther
Felix Neureuther © Getty Images
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Felix Neureuther beendet seine letzte Dienstreise. Beim DSV hinterlässt er eine große Lücke. Den möglichen Nachfolgern gibt er mahnende Worte mit.

Ja, berichtete Felix Neureuther, als er am Montag seine letzte Dienstreise beendet hatte, ja, er habe "schon ein bisschen gefeiert".

Auf der Busfahrt von Andorra nach Barcelona schwelgte er in Erinnerungen mit den nunmehr ehemaligen Kollegen, nach einem Abendessen im Hotel ging es noch zu einem Abstecher in die Stadt, aber, versicherte er mit treuherzigem Blick: "Es hat sich in Grenzen gehalten." Tochter Matilda (1) wegen.

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Mit einem dicken Rucksack auf den Schultern und einer großen Rolltasche an der rechten Hand ging Neureuther am Montag aus dem Flughafen in München hinaus in sein neues Leben, für das ihm sein bisheriges jede Menge gelehrt hat. Zum Beispiel: "Wenn du ein kleines Kind zuhause hast und kommst vom Feiern heim, dann ist es deinem kleinen Kind egal, ob du gefeiert hast oder nicht." Deswegen hielt er sich in seinen ersten Stunden als Skirennläufer a.D. lieber zurück.

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Respekt vor dem Übergang vom Leistungssportler zum Familienmenschen

Es werde, sagte Neureuther, schon ein paar Wochen dauern, "bis dir bewusst wird, dass es vorbei ist". Spätestens aber im Mai werde die Gewissheit einsetzen: "Ich muss jetzt gar nicht mehr zum Training." Und auf den Sommer freut er sich ohnehin, weil dann "hoffentlich meine Zehennägel nicht mehr abgehen".

Mit diesem Problem haben Skirennläufer zu kämpfen, weil sie ihre Füße grundsätzlich in Skistiefel zwängen, die mindestens eine Nummer zu klein sind. 

Was nun auf ihn zukommt, davon hat Neureuther eine Ahnung, aber auch großen Respekt. "Ich weiß schon, was abläuft im Leben", sagte er, aber er sei auch gespannt, "ob ich das auf die Reihe bekomme", also den bevorstehenden "Übergang vom Leistungssportler zum normalen Familienmenschen". Denn es sei ja eben so: "Der Leistungssport ist schon eine Blase, in der du dich bewegst und wo dir alles abgenommen wird." Nun aber müsse und wolle er alles alleine hinbekommen.

Nachfolger sollen ihre eigenen Wege gehen

Im Deutschen Skiverband müssen sie es künftig auch alleine hinbekommen, also ohne ihre Galionsfigur. "Felix war und ist einmalig, den wird es kein zweites Mal geben", sagt Wolfgang Maier, Alpindirektor und "wie eine Vaterfigur für mich", wie Neureuther betont. "Es ist nicht so, dass jetzt die Lichter ausgehen, es wird auch ohne Felix weitergehen, aber anders werden. Wir haben eine Perspektive mit Stefan Luitz oder Thomas Dreßen und anderen", versichert Maier.

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Neureuther wünscht sich aber, dass potenzielle Nachfolger ihren eigenen Weg gehen. "In meine Fußstapfen muss gar keiner treten", jeder müsse vielmehr versuchen, "neue Fußstapfen zu hinterlassen". Zugleich warnt er seine bisherigen Kollegen: "Von der Wohlfühloase wirst du sicher nicht besser werden. Du musst den Schweinehund überwinden können und einfach kämpfen." Heißt: Dem ein oder anderen wurde es zuletzt im DSV zu einfach gemacht. Früher, gesteht er, auch ihm.

Neureuther hofft auf Karriere als TV-Experte

Neureuther wird sich alles ganz genau anschauen, wohl auch als Experte für einen Fernsehsender. "Das würde mir schon Spaß machen, so ein bisschen meinen Senf abzugeben und meine Meinung kund zu tun. Ich kenne mich ja auch nicht so schlecht aus im Skisport", sagt er.

Und auf gar keinen Fall solle der bisherige Konkurrent Marcel Hirscher nun auch noch aufhören: "Ich würde ihm noch zu gerne beim Skifahren zuschauen. Das macht er zu gut."

Vor allem aber will Neureuther nun "das, was mir der Sport gelehrt hat, ins Leben mitnehmen", und das sei, ergänzte er mit vielsagendem Grinsen: "Einfach auch mal harte Arbeit und Disziplin, auch wenn bei mir die Disziplin ab und zu mal ein bisschen gelitten hat."

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