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Vierschanzentournee: Bischofshofen LIVE mit Stoch im TV, STREAM, TICKER

Macht Stoch es Hannawald nach?

Kamil Stoch hat die ersten drei Springen der Vierschanzentournee gewonnen

Sport1 News Reporter

Die 66. Vierschanzentournee ist in vollem Gange. Wie ist der Zeitplan? Wer sind die Favoriten? Wo kann man die Tournee live verfolgen? SPORT1 hat die Informationen.

Gelingt Kamil Stoch der historische Coup? Der Pole kann in Bischofshofen als zweiter Springer nach Sven Hannawald den "Grand Slam" bei der Vierschanzentournee schaffen.

Ene Aussicht, die den Polen aber maximal kalt lässt.

"Ich bin zu alt, um mich mit so etwas zu befassen", sagte "König Kamil". Sollte heißen: Mit seinen bald 31 Jahren weiß Stoch ganz genau, was noch alles im letzten Springen am Samstag (ab 17 Uhr im LIVETICKER) passieren kann. "Ich muss mich einfach auf meine Sprünge konzentrieren, den Rest wird man dann sehen", meinte er.

Und so geht es für den Polen zunächst darum, den zweiten Tourneesieg in Folge ins Tal zu bringen. Das wiederum sollte bei 64,5 Punkten oder umgerechnet 36 Metern Vorsprung auf Andreas Wellinger in Stochs momentaner Wahnsinns-Form kein allzu großes Problem sein.

In der Qualifikation lag Stoch zwar nur auf Platz fünf, sprang im Nebel von Bischofshofen aber nicht mit letztem Risiko.

Ernsthaftester Konkurrent um den Sieg in Bischofshofen dürfte nach den Eindrücken von Innsbruck Andreas Wellinger sein. "Wenn ich hier meine besten Sprünge zeige, muss sich auch der Kamil lang machen", sagte Wellinger, der in der Qualifikation am Freitag Achter wurde.

Nicht mehr am Start war Richard Freitag, der nach seinem Sturz in Innsbruck bereits nach dem Frühstück die Heimreise angetreten hatte.

Die große Frage lautet nun: Kann Wellinger Schützenhilfe für seinen Landsmann leisten und die Einmaligkeit von Hannawalds Rekord bewahren - oder schafft Stoch Historisches?

- Die K.o. Duelle der deutschen und der Top-Springer:

Andreas Wellinger (8.) - Elias Tollinger (Österreich/43.)
Markus Eisenbichler (9.) - Tomasz Pilch (Polen/42.)
Karl Geiger (17.) - Anze Semenic (Slowenien/34.) 
Stephan Leyhe (26.) - Noriaki Kasai (Japan/25.)
Constantin Schmid (33.) - Domen Prevc (Slowenien/18.)
Pius Paschke (47.) - Stefan Kraft (Österreich/4.)
Kamil Stoch (Polen/5.) - Cestmir Kozisek (Tschechien/46.)

- Die Termine und der genaue Zeitplan:

1. Station: Oberstdorf, Deutschland (Audi Arena, Große Schattenbergschanze)
Samstag, 30. Dezember: 1. Tourneespringen ("Auftaktspringen")
Schanzenrekord: Sigurd Pettersen (Norwegen) mit 143,5 Metern am 29. Dezember 2003

Ergebnis: 1. Kamil Stoch (Polen), 2. Richard Freitag (Deutschland), 3. Dawid Kubacki (Polen)

2. Station: Garmisch-Partenkirchen, Deutschland (Große Olympiaschanze)
Montag, 1. Januar: 2. Tourneespringen ("Neujahrsspringen")
Schanzenrekord: Simon Ammann (Schweiz) mit 143,5 Metern am 1. Januar 2010

Ergebnis: 1. Kamil Stoch (Polen), 2. Richard Freitag (Deutschland), 3. Anders Fannemel (Norwegen)

Auf der Paul-Außerleitner-Schanze in Bischofshofen findet alljährlich der Showdown der Vierschanzentournee statt. Schon oft wurde es in der Vergangenheit hier dramatisch. SPORT1 zeigt die knappsten Entscheidungen in der Geschichte des traditionsreichen Wettbewerbs © SPORT1-Grafik: Getty Images/ Imago/ iStock
1953 kommt es zur drittengsten Entscheidung aller Zeiten: Sepp Bradl fliegt im Parallel-Stil zum Tournee-Sieg. Nur 1,1 Punkte liegen zwischen dem Österreicher und seinem norwegischen Rivalen Halvor Naeas. Vor "BiHo" hatte dessen Landsmann Asgeir Dolplads - am Ende Dritter - noch vorne gelegen © dpa Picture Alliance
Ähnlich knapp ist es 1955: Bei einem finnischen Dreifach-Triumph fliegt Hemmo Silvennoinen zum Tournee-Sieg. Eino Kirjonen hält er um 2,8 Punkte auf Distanz. Vor dem letzten Springen waren es lediglich 2,0 Punkte Abstand. Zwei Jahre später landet Kirjonen 0,7 Zähler hinter Landsmann Pentii Uotinen auf Rang zwei © dpa Picture Alliance
Aus dem Jahr 1958 datiert eine der größten Sensationen der Historie. Der spätere Olympiasieger Helmut Recknagel aus Thüringen holt sich den nicht mehr für möglich gehaltenen Gesamtsieg, indem er in Bischofshofen 15,7 Punkte auf den zuvor führenden Nikolai Kamenski aus der Sowjetunion wettmacht © Imago
Allerdings entglitten deutschen Skispringern auch schon große Vorsprünge im Abschlussspringen. Dieter Neuendorf etwa lässt sich 1966 von einem Finnen trotz eines Zwölf-Punkte-Polsters den Tourneesieg noch entreißen © Imago
Olympiasieger Veikko Kankkonen schnappt sich in Bischofshofen den Gesamtsieg. Auf Rang zwei folgt mit 3,5 Punkten Rückstand Neuendorf aus der DDR © imago
Dramatisch wird es auch 1970: Horst Queck kann es nicht glauben. Der DDR-Skispringer holt sich den Titel mit 2,8 Punkten vor Björn Wirkola aus Norwegen. Dazu reicht ihm ein vierter Platz auf der Paul-Außenleitner-Schanze © imago
Rang vier in der Liste der engsten Entscheidungen belegt die Tournee 1971. Jiri Raska aus der Tschechoslowakei hat gut lachen: Mit 2,1 Punkten Vorsprung vor Ingolf Mork holt er sich ohne Einzelsieg den Titel. Vor Bischofshofen hatte der Norweger, der drei Springen gewann, noch um 0,2 Zähler die Nase vorne © dpa Picture Alliance
1981 rettet Hubert Neuper im österreichischen Duell im vierten Springen den Sieg. Landsmann Armin Kogler folgt mit 3,6 Punkten Abstand © Getty Images
Ebenso eng wie dramatisch ist es 1989: Jens Weißflog (M.) ist mit vier Tourneesiegen der erfolgreichste deutsche Skispringer aller Zeiten. Aber er hätte die begehrte Trophäe sogar noch häufiger holen können... © Imago
...Weißflog führt vor dem Springen in Bischofshofen 2,5 Punkte vor Risto Laakkonen - und zeigt dann Nerven. Der Finne profitiert vom 19. Platz des Athleten aus der DDR und behält am Ende um 2,5 Punkte die Oberhand © imago
Ein Jahr später das Deja-vu. Auch 1990 hatte Weißflog (r.) Vorsprung vor Bischofshofen. Doch Dieter Thoma nimmt ihm dort 22 Punkte ab und gewinnt das erste und einzige Mal die Tournee. Weißflog bleibt Rang drei © Imago
Bischofshofen entwickelt sich fortan zu einer ungeliebten Schanze für Weißflog. Auch 1994 kommt er als Führender hierher - mit einem Vorsprung von zwölf Punkten. Und wieder scheitert er am Ende © Getty Images
Diesmal aber helfen die Norweger mit unfairen Mitteln nach. Der vor Weißflog springende Lasse Ottesen bleibt so lange auf dem Balken sitzen, bis Rückenwind aufkommt. So ist es für Weißflog unmöglich, weit zu fliegen. Ottesens Landsmann Esper Bredesen trägt schließlich den Sieg davon - und Weißflog ist noch heute nicht gut auf Ottesen zu sprechen © Imago
Der Japaner Kazuyoshi Funaki verliert 1995 auf tragische Art und Weise die Tournee. Nach einem starken Sprung - den Sieg vor Augen - kommt er zu Fall. Funaki verliert viele Punkte, wird nur Achter... © Imago
...und der Österreicher Andreas Goldberger schnappt sich mit 23 Punkten Vorsprung den Tourneesieg © Imago
2006 toppt alles, es kommt zu einem Novum in der Tournee-Geschichte: Janne Ahonen (r.) aus Finnland und der Tscheche Jakub Janda sind nach vier Wettbewerben bis auf die Zehntelstelle punktgleich. Zum ersten und bisher einzigen Mal gibt es gleich zwei Gesamtsieger © Getty Images

3. Station: Innsbruck, Österreich (Bergiselschanze)
Donnerstag, 4. Januar: 3. Tourneespringen ("Bergiselspringen") ab 14 Uhr
Schanzenrekord: Michael Hayböck (Österreich) mit 138 Metern am 4. Januar 2015

Ergebnis: 1. Kamil Stoch (Polen), 2. Daniel Andre Tande (Norwegen), 3. Andreas Wellinger (Deutschland)

4. Station: Bischofshofen, Österreich (Paul-Außerleitner-Schanze)
Freitag, 5. Januar: Qualifikation ab 17 Uhr
Samstag, 6. Januar: 4. Tourneespringen ("Dreikönigsspringen") ab 17 Uhr
Schanzenrekord: Andreas Wellinger (Deutschland) mit 144,5 Metern am 5. Januar 2017

- Die Sieger der vergangenen Jahre:

2016/17: Kamil Stoch (Polen)
2015/16: Peter Prevc (Slowenien)
2014/15: Stefan Kraft (Österreich)
2013/14: Thomas Diethart (Österreich)
2012/13: Gregor Schlierenzauer (Österreich)
2011/12: Gregor Schlierenzauer (Österreich)
2010/11: Thomas Morgenstern (Österreich)

Letzter deutscher Tourneesieger ist Sven Hannawald, der 2001/2002 als bis heute einziger Athlet alle vier Springen gewann.

Janne Ahonen (Finnland) ist mit fünf Gesamtsiegen der erfolgreichste Teilnehmer der Vierschanzentournee (1998/99, 2002/03, 2004/05, 2005/06, 2007/08).

- Der Modus:

Im Gegensatz zu anderen Weltcups wird der erste Durchgang bei der Vierschanzentournee traditionell im K.o.-Modus ausgetragen.

Die 50 qualifizierten Athleten werden in 25 Paare unterteilt und treten in direkten Duellen gegeneinander an. Dabei springt der Erste der Qualifikation des Vortages gegen den 50., der Zweite gegen den 49. und so weiter.

Die Sieger schaffen es direkt in den zweiten Durchgang. Das gilt auch für die fünf besten Verlierer ("Lucky Loser"), die das Feld auf 30 Starter im Finale auffüllen. Bei Punktgleichheit kommt der Springer mit der niedrigeren Startnummer weiter.

- So können Sie die Tournee LIVE verfolgen:

Im Liveticker: SPORT1.de

Im TV: ARD, ZDF und Eurosport

Livestream: ARD und ZDF Mediathek