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Vierschanzentournee, Oberstdorf: Richard Freitag wird Zweiter, Stoch siegt

Freitag in Oberstdorf auf Rang zwei

Richard Freitag landet beim ersten Springen der Vierschanzentournee in Oberstdorf auf Rang zwei

Sport1 News Reporter

Beim ersten Springen der Vierschanzentournee in Oberstdorf zeigt Richard Freitag eine top Leistung und landet auf dem Podest. Andreas Wellinger kämpft sich ran.

Richard Freitag strahlte über das ganze Gesicht, seinen zweiten Platz zum Auftakt der Vierschanzentournee feierte Deutschlands Skisprung-Star wie einen Sieg.

Im Dauerregen von Oberstdorf musste sich der Weltcup-Spitzenreiter einzig Titelverteidiger Kamil Stoch aus Polen geschlagen geben und legte damit den erhofft starken Start in die 66. Auflage des Winter-Klassikers hin.

Die Vierschanzentournee ist das große Spektakel zum Jahreswechsel. Am Freitag startet der Wettbewerb mit der Quali in Oberstdorf. Welcher Springer wird sich dieses Jahr den Gesamtsieg sichern? © SPORT1-Grafik: Philipp Heinemann/Imago
Bei der Tournee 2002 schrieb Sven Hannawald Geschichte. Als bislang einziger Athlet gewann der Deutsche alle vier Springen. Dieses Jahr begleitet er die Tournee als "Eurosport"-Experte. Bei SPORT1 macht der 43-Jährige den Favoritencheck © Getty
AUSSENSEITERCHANCEN: Setzt sich möglicherweise ein absoluter Außenseiter durch? Der Pole David Kubacki könnte alle überraschen. Dieter Thoma, Tournee-Sieger von 1990, analysierte bei SPORT1: "Er ist ein Springer mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, der zu Besonderem in der Lage ist." © Getty Images
Das sagt Hannawald: "Es gibt immer einen Überraschungsspringer, das hat man in den letzten Jahren vor allem an Thomas Diethart gesehen. Aber es wäre ja keine Überraschung, wenn ich da jetzt einen Namen nennen würde." © Getty Images
PLATZ 8 - JUNSHIRO KOBAYASHI (Japan): Beim Weltcup-Auftakt in Wisla sorgte Kobayashi mit seinem Sieg für eine Überraschung. Im Gesamtweltcup liegt der 26-Jährige derzeit auf Rang sieben. © Getty Images
Das sagt Hannawald: "Sehe ich nicht ganz vorne, auch wenn es mich für die Japaner freuen würde. Er hat eine gute, stabile Technik - ich glaube aber nicht, dass er mit den absoluten Topspringern mithalten kann." © Getty Images
PLATZ 7 - MARKUS EISENBICHLER (Deutschland): Am Ende der vergangenen Saison rangierte Eisenbichler im Gesamtweltcup auf Rang acht. Aktuell belegt er 26-Jährige die selbe Platzierung. Eisenbichler etabliert sich also als Top-Ten-Springer © Getty Images
Das sagt Hannawald: "Bei der Tournee kommen Schanzen, die ihm liegen - insbesondere Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen. Deswegen könnte es vielleicht auch mal Klick machen und er ist am Ende die Überraschung. Im Hinterkopf habe ich ihn auf jeden Fall auf der Rechnung." © Getty Images
PLATZ 6 - JOHANN ANDRE FORFANG (Norwegen): Aktuell liegt Forfang auf Platz sechs im Gesamtweltcup. Dreimal landete der 22-Jährige dieses Jahr unter den Top vier © Getty Images
Das sagt Hannawald: "Er hat in einzelnen Sprüngen seine tolle Flugtechnik gezeigt - und wenn er den Absprung trifft, dann funktioniert’s bei ihm. Er ist aber ein bisschen zu wetterabhängig: Bei ruhigem Wind oder Aufwind ist er brandgefährlich, bei Rückenwind tut er sich schwer." © Getty Images
PLATZ 5 - STEFAN KRAFT (Österreich): 2014 und 2016 gewann Kraft jeweils das Auftaktspringen der Tournee, 2015 triumphierte er in der Gesamtwertung. Diese Saison konnte der 24-Jährige drei Weltcup-Podestplätze verzeichnen © Getty Images
Das sagt Hannawald: "Er ist für mich ein Fragezeichen. Kann seine besten Sprünge nicht regelmäßig abrufen, obwohl er letzte Saison noch komplett dominiert hat. Aber die Erfahrung zeigt, dass die Österreicher pünktlich zur Tournee plötzlich eine ganz andere Hausnummer sind." © Getty Images
PLATZ 4 - DANIEL ANDRE TANDE (Norwegen): Bei der Tournee im letzten Jahr lag Tande lange auf Kurs Gesamtsieg. Die ersten zwei Springen konnte der 23-Jährige gewinnen. Doch im letzten Springen in Bischofshofen ging eine Bindung auf und Tande musste notlanden. Es blieb nur Gesamtplatz drei © Getty Images
Das sagt Hannawald: "Hat einige überragende Sprünge gezeigt, aber nicht so viele wie zum Beispiel Wellinger. Wenn er über Weihnachten noch ein paar Kleinigkeiten gefunden hat, kann er gefährlich werden. Denn: Er ist ein Flieger und die Schanzen bei der Tournee liegen ihm." © Getty Images
PLATZ 3 - ANDREAS WELLINGER (Deutschland): Wellinger zeigte diese Saison bisher starke Leistungen. Die Bilanz des 22-Jährigen: Ein Einzelsieg, zwei Podestplätze. Der größte Erfolg seiner Karriere bisher war Gold mit der deutschen Mannschaft bei Olympia 2014 © Getty Images
Das sagt Hannawald: "Er hat in einzelnen Sprüngen gezeigt, dass er auf dem selben Niveau ist wie Freitag, ihm fehlt aber die Stabilität. Hat zudem die eine oder andere kleine Baustelle, die er über die Tournee hinweg abarbeiten muss." © Getty Images
PLATZ 2 - KAMIL STOCH (Polen): In dieser Saison landete der 30-Jährige dreimal auf dem Podest, zweimal davon bei der Tournee-Generalprobe in Engelberg. Das bedeutet: Stoch ist möglicherweise pünktlich in Top-Form © Getty Images
Das sagt Hannawald: "Für mich der Springer, der Freitag am gefährlichsten werden kann. Er hat sich seit Saisonbeginn Stück für Stück verbessert. Er hat ein kleines technisches Manko in seinem Sprungablauf und teilweise Probleme mit der Anlaufgeschwindigkeit. Bekommt er das in den Griff, ist er mit Freitag auf Augenhöhe." © Getty Images
PLATZ1 - RICHARD FREITAG (Deutschland): Der 26-Jährige ist der beste Springer der Saison. Freitag gewann drei von sieben Einzelspringen und landete zwei weitere Male auf dem Podest. Damit liegt Freitag auch im Gesamtweltcup ganz vorne. Erstmals in seiner Karriere hält er sich konstant in der Weltspitze © Getty Images
Das sagt Hannawald: "Er ist der Topfavorit. Das Gelbe Trikot gibt ihm Recht und zeigt, dass er in dieser Saison bisher der Beste ist. So stabil wie er sich präsentiert hat, hat er die besten Chancen auf den Tourneesieg. Richard ist die Nummer eins, die gejagt wird in diesem Jahr." © Getty Images

Der Traum vom ersten deutschen Gesamtsieg seit Sven Hannawald vor 16 Jahren lebt.

"Das war tiptop. Der zweite Platz war wichtig. Es ist viel schöner, so zu starten als anders. Die Tournee ist noch lang. Ich habe die Aufregung heute schon gespürt", sagte Freitag am Stadion-Mikrofon vor 25.500 begeisterten Fans.

Bundestrainer lobt Freitag

Mit Flügen auf 128,5 und 127,0 m und 275,5 Punkten verpasste der Sachse seinen vierten Saisonsieg nur um umgerechnet knapp zwei Meter. "Es ist ein Wahnsinn. Wenn es so weiter geht, wird es gut", sagt er.

Doppel-Olympiasieger Stoch holte sich mit 279,7 Zählern seinen ersten Erfolg des Winters. Dritter wurde in Dawid Kubacki (270,1) ein weiterer Pole, der zur Halbzeit noch führende Doppel-Weltmeister Stefan Kraft aus Österreich (262,8) musste sich mit Rang vier begnügen. (SERVICE: Die Gesamtwertung der Vierschanzentournee)

"Es ist noch nix verhaut, ich bin noch voll dabei. Der erste Sprung war sehr gut, ich kann ums Podium springen", sagte Kraft.

Freitag erhielt derweil ein Sonderlob vom Bundestrainer. "Ritschi hat das sehr gut gemacht. Es waren keine perfekten Sprünge, aber er ist in einer super Position für die Gesamtwertung. Ich bin zufrieden mit dem Auftakt", sagte Werner Schuster in der ARD.

Schwere Bedingungen für Eisenbichler und Wellinger

Markus Eisenbichler und Andreas Wellinger folgten bei schwierigen Bedingungen auf den Rängen neun und zehn. "Wir sind nicht unbedingt auf die Butterseite gefallen", sagte Schuster zu den immer wieder wechselnden Verhältnissen am Schattenberg.

Freitag landete zum sechsten Mal in Folge auf dem Podest, war aber trotz seines mit Abstand besten Oberstdorf-Resultats nicht rundum zufrieden.

"Die Sprünge waren auf einem guten Level, aber nicht so, dass ich sage: Dieses Gefühl möchte ich haben. Dann macht es noch mehr Spaß. Das werde ich in Garmisch versuchen", sagte der Sachse.

Der Sieg in Innsbruck 2015 bleibt vorerst Freitags einziger bei einer Tournee.

Wellinger kämpft sich im zweiten Durchgang vor

Mitfavorit Wellinger zog in der Windlotterie eine Niete, kämpfte sich im zweiten Durchgang aber immerhin vom 17. Rang nach vorne. "Bei mir überwiegt die Erleichterung, der zweite Sprung war definitiv eine Steigerung", sagte der 22-Jährige: "Heute war es schwierig, ich habe zweimal nicht wirklich Glück gehabt, im ersten Versuch auch zu viele Fehler eingestreut. Die verlorenen Punkte ärgern mich."

Noch übler als Wellinger erwischte es Daniel Andre Tande (Norwegen) und Peter Prevc (Slowenien). Der hoch gehandelte Tande belegte den 20. Rang und erlitt im Kampf um die Tournee-Krone einen wohl schon entscheidenden Rückschlag.

Der ehemalige Gesamtsieger Prevc verlor das K.o.-Duell mit Constantin Schmid und verpasste sogar den zweiten Durchgang.

Wer krönt sich zum neuen König der Lüfte? Zum 66. Mal kämpfen die besten Skispringer der Welt vom 29. Dezember bis 6. Januar in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen um den Tourneesieg © Getty Images
Vor dem Auftakt der Vierschanzentournee wirft SPORT1 einen Blick zurück - und zeigt, wie der Mythos der legendären Veranstaltung entstand © SPORT1-Grafik: Philipp Heinemann/Getty Images/Imago
1953 wird die Vierschanzentournee zum ersten Mal ausgetragen - zum einzigen Mal innerhalb eines Jahres vom 1. bis 11. Januar. Danach dauert die Tournee immer vom 30. Dezember bis 6. Januar © Imago
Helmut Recknagel (l.) ist der erste deutsche Skispringer, der die Tournee gewinnt © Imago
Bei seinem ersten Sieg 1958 ist sein Autogramm heiß begehrt. Auch 1959 und 1961 gewinnt Recknagel den prestigeträchtigen Wettbewerb © Imago
In den 60ern springt man noch waghalsig mit den Armen nach vorne gestreckt, so wie Max Bolkart © Imago
Der in Oberstdorf geborene Bolkart gewinnt die Tournee im Winter 1959/60 © Imago
Die Anlage in Oberstdorf Mitte der 60er Jahre © Imago
Der Norweger Björn Wirkola (r.) gewinnt Ende der 60er die Tournee drei Mal hintereinander © Imago
Die 80er-Jahre werden geprägt vom Duell des Finnen Matti Nykänen (Bild) mit Jens Weißflog aus dem sächsischen Oberwiesenthal. Nykänen gewinnt 1983 und 1988 © Imago
Nykänen (l.) macht aber auch abseits der Schanzen Schlagzeilen - meist negative. Er verfällt dem Alkohol und wird wegen versuchten Totschlags zu einer Freiheitsstrafe verurteilt © Imago
Jens Weißflog gewinnt in den 80ern ebenfalls zwei Mal die Tournee-Wertung. In den 90ern versucht der "Floh vom Fichtelberg", seine dritte Vierschanzentournee erst noch im Parallelstil zu gewinnen © Imago
Doch der V-Stil wird immer populärer, so dass auch Weißflog nicht daran vorbeikommt. Er packt die Umstellung auf die neue Technik und gewinnt die Tournee noch zwei Mal (1991 und 1996) © Imago
Der inzwischen verstorbene Skisprung-Trainer Reinhard Hess (l.) bespricht sich 1995 mit Schützling Weißflog © Imago
Bei der Materialpflege packt der viermalige Tournee-Sieger selbst mit an © Imago
Ein Skispringer, den man nicht vergisst: Eddie the Eagle ist jahrelang Englands Skispringer Nummer eins © Imago
Für seine Flugkünste ist Eddie aber nicht gerade berühmt - die sind nämlich eher beschränkt © Imago
Georg Thoma gewinnt in den 60er-Jahren viele Springen, aber nie die Tournee... © Imago
Sein Neffe Dieter Thoma macht es da besser: 1989/90 holt er sich die Tournee-Wertung © Imago
In den 90ern sieht es auch in Oberstdorf schon wesentlich moderner aus © Imago
Die Pressegespräche werden beim Skispringen - wie hier mit Weißflog (r.) - gleich neben dem Backen gemacht © Imago
Einer, den man in der Geschichte der Vierschanzen-Tournee unbedingt erwähnen muss, ist Janne Ahonen: Zwischen 1998 und 2008 steht der Finne fünf Mal und damit öfter als jeder andere Springer auf Platz eins der Gesamtwertung © Getty Images
Ebenfalls einer der besten und beständigsten der Szene ist lange Zeit Adam Malysz. Zum großen Wurf bei der Vierschanzen-Tournee reicht es aber nur einmal (2000/01) © Getty Images
Bei der 50. Ausgabe in der Saison 2001/02 gelingt Sven Hannawald das Meisterstück... © Getty Images
Er gewinnt als erster Springer überhaupt alle vier Springen in einer Tournee. Da zieht sogar der damalige Bundestrainer Reinhard Heß den Hut © Getty Images
Hannawald schreibt damit Geschichte und wird vor allem von den weiblichen Fans wie ein Superstar gefeiert © Imago
Im Jahr 2006 gibt es erneut ein Novum: Das erste Mal überhaupt in der Geschichte der Tournee gibt es zwei Springer, die genau dieselbe Punktzahl in der Gesamtwertung haben. Jakub Janda (Tschechien) und Janne Ahonen (rechts, Finnland) teilen sich also den ersten Platz © Getty Images
Der lange Zeit letzte Deutsche, der es nach den vier Springen auf das Treppchen schafft, ist Michael Neumayer in der Saison 2007/08 © Getty Images
Im selben Jahr wird auch erstmals in der Geschichte der Vierschanzen-Tournee ein Springen komplett abgesagt. In Innsbruck kann wegen eines Föhnsturms nicht gesprungen werden, der Wettkampf wird am 5. Januar in Bischofshofen nachgeholt. Da die Tournee damit erstmals nur auf drei Schanzen, wenn auch mit vier Springen, ausgetragen wird, nennt man die Tournee scherzhaft schon die "Dreischanzentournee" © Getty Images
In den folgenden zwei Jahren gewinnen mit den Österreichern Wolfgang Loitzl (l.) und Andreas Kofler (Mitte) nicht die ausgemachten Favoriten © Getty Images
Bei der Tournee 2010/11 macht Thomas Morgenstern den Hattrick für Österreich perfekt. Mit seinem Auftaktsieg in Oberstdorf legt der spätere Gesamtsieger den Grundstein für den Erfolg. Auch in Innsbruck siegt Morgenstern © Getty Images
In der Liste aller Springer, die auf jeder der vier Schanzen mindestens einmal gewinnen können, steht mit Schlierenzauer nur noch ein derzeit aktiver Springer. Rang eins dieser Tabelle teilen sich der Norweger Björn Wirkola und Skisprung-Ikone Jens Weißflog, Ahonen ist Dritter © Getty Images
Im Winter 2012/13 können sich die deutschen Skispringer endlich wieder einmal berechtigte Hoffnungen auf den ersten Gesamtsieg seit Hannawalds Coup 2002 machen. Severin Freund geht als Weltcup-Zweiter ins Auftaktspringen in Oberstdorf... © Getty Images
Doch die Tournee entwickelt sich zum Duell der beiden Überflieger Gregor Schlierenzauer und Anders Jacobsen. Beide teilen die Siege unter sich auf. Der Norweger gewinnt die ersten beiden Stationen in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen, der Österreicher in Innsbruck und Bischofshofen © Getty Images
Am Ende gewinnt Schlierenzauer die Tournee mit einem knappen Vorsprung vor dem Norweger. Es ist sein zweiter Gesamtsieg bei der Tournee © Getty Images
Zum Auftakt der Ausgabe 2013/14 gibt es gleich ein vielbeachtetes Comeback: Eddie the Eagle (bürgerlich Eddie Edwards) springt auf einer kleinen Schanze gegen Kinder. Die dicke Brille von früher ist inzwischen überflüssig: Der kurioseste Skispringer aller Zeiten ließ sich die Augen lasern © Getty Images
Simon Ammann, der bis dahin noch nicht überzeugt hat, verzückt die Skisprung-Welt und sichert sich den Sieg in Oberstdorf © Getty Images
Noch überraschender ist dieser Rookie. Thomas Diethart springt bei seinem dritten Weltcupeinsatz gleich aufs Podium. Er wird hinter Ammann und Anders Bardal Dritter © Imago
Beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen, dem traditionsreichsten Springen des Weltcupkalenders, setzt der Österreicher noch einen drauf: Diethart siegt und übernimmt die Spitze in der Gesamtwertung. Das Schwein in seiner Hand entwickelt sich zum Kultobjekt - sein Vater streichelt es vor jedem Sprung des Sohnemannes © Getty Images
"Adieu" sagt einer der ganz Großen im Skispringen: Martin Schmitt verabschiedet sich mit dem 27. Rang von der Skisprung-Bühne und beendet seine Karriere © Getty Images
Seine ambitionierten Teamkollegen um Severin Freund enttäuschen bei der Tournee. In Innsbruck verpasst Freund sogar den zweiten Durchgang und fällt weit zurück. Bester Deutscher wird am Ende Andreas Wellinger auf Rang zehn © Getty Images
Geschichte schreibt ein anderer: Diethart holt in Bischofshofen seinen zweiten Einzelsieg bei der Tournee und sichert sich damit auch den Gesamtsieg © Getty Images
Im nächsten Jahr strahlt zumindest in Innsbruck ein Deutscher: Richard Freitag siegt auf der Bergiselschanze. Doch in der Gesamtabrechnung schafft es wieder einmal kein Deutscher auf das Podest © Getty Images
Geschichte wiederholt sich nicht? Von wegen! Ein Jahr nach dem Triumph von Diethart verblüfft erneut ein österreichischer Senkrechtstarter die Experten. Stefan Kraft gewinnt zuerst das Auftaktspringen in Oberstdorf und holt sich dann auch den Tourneesieg © Getty Images
Doch irgendwann muss es auch einmal gut sein mit der Dominanz der Österreicher. In der Saison 2015/16 lässt Severin Freund endlich einmal alle Springer aus dem Nachbarland hinter sich - doch zu Platz eins reicht es dennoch nicht © Getty Images
Denn ein Springer ist noch besser als der Deutsche: Der Slowene Peter Prevc gewinnt gleich drei Springen und holt sich verdient den Gesamtsieg. Nur Wind-Pech in Oberstdorf verhindert wohl, dass er Hannawalds Kunststück von 2002 wiederholt © Getty Images
Im Januar 2017 nimmt der Pole Kamil Stoch die Trophäe für den Gesamtsieg in Empfang. Mit einem Sieg in Bischofshofen zieht er noch am Norweger Daniel Andre Tande vorbei, der am Ende hinter Stochs Landsmann Piotr Zyla Dritter in der Gesamtwertung wird © Getty Images

Lokalmatador Karl Geiger und Stephan Leyhe sammelten auf den Rängen 17 und 24 ebenfalls Punkte, der 18 Jahre alte Schmid kam dank seiner couragierten Leistung auf den 28. Rang.

Nach einem Durchgang Endstation war dagegen für Andreas Wank (33.), Pius Paschke (35.) und David Siegel (38.). Martin Hamann wurde wegen eines nicht regelkonformen Anzugs disqualifiziert.

Sieger Stoch sollte sich derweil nicht in Sicherheit wiegen, zu oft stürzten die Oberstdorf-Sieger am Ende noch ab: Seit 1992 brachten nur 16 von 25 Springern ihre am Schattenberg eroberte Führung in der Gesamtwertung bis nach Bischofshofen.

Kasai erlebt große Enttäuschung

Eine Enttäuschung erlebte auch Altmeister Noriaki Kasai aus Japan, für den nach einem "Hüpfer" auf 96,5 m und Rang 46. vorzeitig Endstation war. 

Der 45-Jährige wurde dennoch von den Zuschauern gefeiert, unter die sich auch zahlreiche Sport-Prominenz gemischt hatte: Der aktuell verletzte Ex-Weltmeister Severin Freund drückte ebenso wie Olympiasiegerin Carina Vogt und der in Oberstdorf wohnende Kombinations-Weltmeister Johannes Rydzek von den Tribünen aus den DSV-Adlern die Daumen.

Zeit zum Durchschnaufen bleibt Richard Freitag und Co. indes nicht. Wie schon im Vorjahr gibt es zwischen Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen keinen Ruhetag.

Knapp 20 Stunden nach dem Auftakt geht es schon am Sonntag auf der Olympiaschanze von 1936 mit der Qualifikation zum Neujahrsspringen weiter.