vergrößernverkleinern
Richard Freitag wurde in Willingen nur 28.
Richard Freitag überzeugt bei der Olympia-Generalprobe auf ganzer Linie © Getty Images
teilenE-MailKommentare

Richard Freitag zeigt beim letzten Teamwettbewerb vor den Olympischen Spielen eine starke Leistung. Der Rückstand auf Sieger Polen ist dennoch deutlich.

Auf Richard Freitag war wieder Verlass: Die deutschen Skispringer haben im Hexenkessel von Zakopane kühlen Kopf bewahrt und vor allem dank ihres Ausnahmefliegers mit Platz zwei im letzten Teamwettbewerb vor Olympia Wiedergutmachung für den schwachen Auftritt bei der Flug-WM in Oberstdorf geleistet.

Vor 25.000 heißblütigen Fans mussten sich die DSV-Adler nur Gastgeber Polen, dem Weltmeister von Lahti 2017, geschlagen geben.

"Das war heute wirklich gut. Wir haben uns gut gesteigert, damit können wir zufrieden sein", sagte Freitag in der ARD. Mit Sprüngen auf 135,0 und 137,0 war der 26 Jahre alte Sachse zweitbester aller Springer - überflügelt nur von Polens Volksheld Kamil Stoch, der mit 141,5 m beim letzten Sprung des Tages den Schanzenrekord von Simon Ammann (Schweiz) um einen Meter verbesserte.

"Polen hier zu schlagen bei dieser Hammerstimmung, ist sehr schwer. Kamil springt einfach sehr, sehr gut", sagte Freitag.

Sechs Tage nach der mit Platz vier verpassten WM-Medaille reichte es zwar nicht zum ersten Teamsieg seit dem Erfolg von Zakopane zwölf Monate zuvor - die Formkurve zeigte aber genau zwei Wochen vor der ersten Olympia-Entscheidung wieder nach oben.

Polen eine Klasse für sich

Mit 1067,3 Punkten lagen Freitag, der ebenfalls glänzend aufgelegte Andreas Wellinger (134,0+134,0) sowie Markus Eisenbichler (130,5+129,0) und Stephan Leyhe (130,0+127,0) deutlich hinter Polen (1092,0). Die deutschen Adler hielten aber Norwegen (1055,2) und vor allem die viertplatzierten Österreicher (986,6) recht klar auf die Plätze. 

"Das war ein ganz anderer Wettkampf als bei der WM", sagte Bundestrainer Werner Schuster: "Richard und Andi haben einen ganz starken Wettkampf gezeigt, die anderen beiden in Ansätzen. Aber das gibt Selbstvertrauen." Wellinger, am Freitag in der Einzel-Qualifikation noch ganz schwach, meinte: "Das tat definitiv sehr gut, das Gefühl muss ich jetzt mitnehmen."

Eisenbichler und Leyhe enttäuschten zwar keineswegs, fielen aber gegenüber den beiden anderen Adlern erneut ab. "Es war okay, perfekt sind die Sprünge aber noch nicht", sagte Eisenbichler. Am Freitag hatte er noch in der Qualifikation zum Einzelwettkampf (Sonntag, 16 Uhr im LIVETICKER) geglänzt und Platz zwei hinter Stoch sowie vor Freitag belegt - zwei Topsprünge in Folge wollen den WM-Dritten aber einfach nicht gelingen.

Leyhe scheint sich zwar stabilisiert zu haben. Der Hesse, dessen Patzer schon bei der WM 2017 dem deutschen Team eine Medaille gekostet hatte, bleibt aber ein Unsicherheitsfaktor. Karl Geiger, der fünfte deutsche Pyeongchang-Fahrer, drängt sich aber derzeit nicht als Alternative auf.

Vor den Winterspielen in Südkorea (9. bis 25. Februar) stehen am kommenden Wochenende im hessischen Willingen noch zwei Einzelwettbewerbe an.

Nächste Artikel
previous article imagenext article image