Trauer um Italien-Ikone Mazzola

von SPORT1
Trauer um Italien-Ikone Mazzola

Italien-Legende Sandro Mazzola ist tot. Der Offensivspieler mit tragischer Familiengeschichte prägte mit Inter Mailand eine Ära, wurde Europameister und Vizeweltmeister.

Trauer um einen ganz Großen des italienischen Fußballs: Der frühere Nationalspieler Sandro Mazzola ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Das teilte sein langjähriger Klub Inter Mailand am Samstag mit.

Mazzola, Sohn der tragisch verstorbenen Ikone Valentino Mazzola, verbrachte seine gesamte 17-jährige Profikarriere bei Inter und gilt als eine der prägenden Figuren der Vereinsgeschichte.

Inter-Legende Mazzola unvergessen

Der 1942 in Turin geborene Mazzola erbte das Talent von seinem Vater, der nach dem Zweiten Weltkrieg der größte Fußballstar Italiens und Kapitän der legendären Meistermannschaft der AC Turin war – ehe er 1949 mit seinen Teamkollegen von „Grande Torino“ bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen war.

Sandro, der beim Tod seines Vaters sechs Jahre alt war, trat in dessen Fußstapfen. Gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Ferruccio führte ihn sein Weg im Jahr 1958 zu Inter Mailand, wo der Offensivspieler zu einer Schlüsselfigur im System von Trainerlegende Helenio Herrera wurde.

Für Inter absolvierte Mazzola 565 Pflichtspiele und erzielte 158 Tore. Mit dem Klub gewann er unter Herrera zweimal den Europapokal der Landesmeister.

1964 erzielte Mazzola im Finale gegen Real Madrid zwei Tore und hatte damit entscheidenden Anteil am ersten Europapokalsieg von Inter. Ein Jahr später verteidigte der Klub den Titel erfolgreich. Mazzola zelebrierte mit Inter auch vier Meistertitel.

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Sandro Mazzola und Lothar Matthäus bei der Feier zum 110. Geburtstag Inter Mailands 2018
Sandro Mazzola und Lothar Matthäus bei der Feier zum 110. Geburtstag Inter Mailands 2018Sandro Mazzola und Lothar Matthäus bei der Feier zum 110. Geburtstag Inter Mailands 2018© IMAGO/Italy Photo Press

Erfolge mit Italiens Nationalmannschaft

Auch mit der italienischen Nationalmannschaft feierte Mazzola Erfolge. 1968 gewann er mit einem Finalerfolg über Jugoslawien die Europameisterschaft – zwei Jahre nach dem blamablen Vorrunden-Aus bei der WM 1966 in England.

Bei der WM 1970 war Mazzola dicht dran an der ganz großen Krönung: Italien erreichte bei der Weltmeisterschaft in Mexiko das Finale, unterlag dort jedoch Brasilien. Mazzola wechselte sich während des Turniers mit seinem großen nationalen Rivalen Gianni Rivera vom AC Mailand in der Spielmacherrolle ab und stand auch beim legendären „Jahrhundertspiel“ im Halbfinale gegen Deutschland auf dem Platz. Der in der Halbzeit für Mazzola eingewechselte Rivera schoss in der Verlängerung das entscheidende 4:3 um das DFB-Kollektiv mit Uwe Seeler und Franz Beckenbauer.

Inter würdigte Mazzola als eine der größten Persönlichkeiten der Vereinsgeschichte. Er sei als Junge zum Klub gekommen und diesem sein gesamtes Fußballerleben lang verbunden geblieben. „Adieu Mazzola, Ikone von Inter und einer der größten Azzurri überhaupt“, schrieb die Gazzetta dello Sport. „Mazzola war einer der großartigsten italienischen Fußballer der der Geschichte“, kommentierte Corriere dello Sport.


Mit Sport-Informations-Dienst (SID)