Geschichtsträchtiger Elf-Tore-Wahnsinn!
In der schwedischen Allsvenskan liefern sich AIK Solna und IF Brommapojkarna einen vogelwilden Schlagabtausch. Der Siegtreffer in der neunten Minute der Nachspielzeit setzt einer historischen zweiten Hälfte die Krone auf.
„Ein verrücktes Spiel“, titelte die schwedische Zeitung Aftonbladet – und das war eigentlich noch untertrieben. Die zweite Hälfte zwischen AIK Solna und IF Brommapojkarna war aber auch kaum in Worte zu fassen.
Nach einer torlosen ersten Hälfte fielen im zweiten Durchgang elf Tore. Ein Rekord: Nie gab es in der ersten schwedischen Liga in einer Halbzeit mehr Tore, schrieb SVT. AIK unterlag trotz einer zwischenzeitlichen Aufholjagd schließlich durch einen Treffer in der neunten Minute der Nachspielzeit mit 5:6 (0:0).
„Verrückt – aber was für eine erbärmliche Leistung, AIK“, fällte das Boulevardblatt Expressen ein hartes Urteil.
AIK holt 1:5-Rückstand auf – und verliert trotzdem
Der späte Nackenschlag war aus Sicht des zwölfmaligen schwedischen Meisters die bittere Pointe einer aufopferungsvollen Aufholjagd. Aber der Reihe nach. Kurz nach Beginn des zweiten Durchgangs gingen die Gäste durch Simon Strand (48.) in Führung, Abdihakin Ali (55.) glich für AIK aus.
Anschließend gaben die Gastgeber die Partie zum Teil durch grobe Abwehrfehler scheinbar komplett aus den Händen. Brommapojkarna stellte mit vier Toren innerhalb von elf Minuten auf 5:1.
Doch AIK bewies Moral. Nur drei Minuten nach dem 1:5 läutete Taha Ayari (73.) mit dem zweiten Tor für die Hausherren die Aufholjagd ein. Sixten Gustafsson (81., 83.) und Johan Hove (90.+8) sorgten für den Ausgleich. Aber Brommapojkarna hatte in Person von Mads Hansen (90.+9) das letzte Wort und entführte doch noch die drei Punkte.
„Ich war wohl nicht der Einzige, der den Tränen nahe war“
Hove, der Schütze des späten Ausgleichstreffers, berichtete anschließend von einem Wechselbad der Gefühle. „Ich weiß nicht, was da passierte – ich war wohl nicht der Einzige, der in diesem Moment den Tränen nahe war“, sagte der Mittelfeldspieler.
Doch der Gegner stürzte das Team aus Solna ins Tal der Tränen. Die Euphorie über den späten Siegtreffer führte auf der anderen Seite auch zu Kollateralschäden. Torschütze Strand trat bei seinem Jubel die Eckfahne kaputt. „Das war ein richtig gutes Gefühl, das war einer der Höhepunkte des Tages, kann ich sagen“, freute sich Strand.
Weitere News
Auf die Tabelle hat das Torspektakel keine größeren Auswirkungen, beide Teams hängen in der unteren Hälfte des Tableaus fest. Für AIK war es allerdings schon die dritte Niederlage in Folge. Aus den vergangenen sechs Spielen holte die Mannschaft von Trainer José Riveiro nur einen Sieg. „Sie haben uns viel zu leicht geschlagen“, resümierte der Coach anschließend.