Eine unglücklichere 1:3-Niederlage bei Aufsteiger Energie Cottbus, gefolgt von einer noch unglücklicheren 0:1-Heimniederlage gegen den VfL Wolfsburg: Hannover 96 hat in der laufenden Zweitliga-Saison 2026/27 einen Fehlstart hingelegt.
Der erste Zweitliga-Coach soll schon nach zwei Spielen wackeln
Titz soll bereits wackeln
Cheftrainer Christian Titz steht deshalb offenbar schon früh in der Saison unter gehörigem Druck. Laut übereinstimmenden Medienberichten muss der 55-Jährige ein frühes Aus fürchten, wenn er das Ruder nicht herumreißt.
Hannover 96: Titz unter Druck
Wie die lokale Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) meldet, befindet sich Titz noch nicht „in akuter Gefahr“. Dennoch müsse er zwingend punkten, um die internen Diskussionen zu beruhigen.
Jonas Boldt, Geschäftsführer Sport bei den Niedersachsen, soll sich bereits nach Trainer-Alternativen umschauen, um in einem möglichen Ernstfall schnell reagieren zu können. Namentlich genannt als möglicher Nachfolger wird der frühere Köln-Coach Lukas Kwasniok.
Auch Sky berichtet, dass Titz angezählt sei – und verweist auf Konflikte, die es bereits während der Saisonvorbereitung gab.
Konflikt mit Boldt schon vor Saisonstart
Titz hatte Boldt damals mit einer öffentlichen Forderung nach mehr Transfers unter Druck gesetzt („Wir wissen alle, dass wir noch vier, fünf, sechs Spieler benötigen“) – Boldt reagierte mit verärgertem Unterton: „Nur Spieler zu verpflichten, ist nicht des Rätsels Lösung. Wir wollen es planvoll angehen. Es ist ja kein Playstation-Spiel, wo man unendlich Geld hat oder einen Cheatcode.“
Auch der überraschende Wechsel auf der Torhüterposition vor dem Liga-Spiel gegen Wolfsburg soll Zweifel im Vereinsumfeld genährt haben. Titz hatte Neuzugang Pascal Loretz nach nur einem Spiel aus dem Kasten genommen und Leo Weinkauf das Vertrauen geschenkt. Nach dem Spiel gegen Wolfsburg ließ der Coach offen, wer fortan die Nummer eins im Tor Hannovers sein wird. Er deutete an, dass Weinkauf auch im nächsten Spiel im DFB-Pokal gegen den SV Hemelingen wieder im Tor stehen wird.
Hannovers Torhüter-Legende Jörg Sievers kritisierte den Keeper-Wechsel scharf: „Der Wechsel hat mich – wie viele andere auch – total überrascht. Wenn ich eine neue Nummer eins hole, steckt ja Überzeugung dahinter. Und dann muss ich dem neuen Mann auch eine gewisse Eingewöhnungszeit einräumen. Dass man nach einem Spiel sagt, jetzt spielt der andere, das kann ich nicht nachvollziehen. Ich hätte es nicht so gemacht, das ist schon sehr ungewöhnlich“, sagte Sievers bei Bild.