vergrößernverkleinern
Svetislav Pesic (l.) ist Trainer, sein Sohn Marko Manager beim FC Bayern München

München - Der FC Bayern gliedert die Basketball-Abteilung aus. Der DBB erhält eine Absage - eine neue Heimstätte ist in Planung.

Mit diesem rasanten Aufstieg hatte zu Beginn wohl keiner gerechnet.

Innerhalb von vier Jahren hat sich der FC Bayern München von einem ambitionierten Zweitligisten zum Aushängeschild des deutschen Basketballs entwickelt.

Im vergangenen Jahr fand das "Projekt" Basketball in München mit dem Gewinn der ersten Meisterschaft nach 59 Jahren seinen vorläufigen Höhepunkt.

Doch noch ist die Reise nach Wunsch der Bayern längst nicht vorbei. Vor dem Heimspiel gegen die Fraport Skyliners hat der FCB die Weichen für eine weiterhin erfolgreiche Zukunft gestellt.

Profiabteilung wird ausgegliedert

Mit dem Stichtag 1. Oktober wurde die Profiabteilung des Deutschen Meisters aus dem Verein FC Bayern München e.V. ausgegliedert und in eine eigenständige GmbH überführt.

"Die Ausgliederung war nötig um der dynamischen Entwicklung der letzten Jahre Rechnung zu tragen", erklärte Rudolf Schels auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz: "Das ist auch ein Zeichen für die langfristige Ausrichtung des Basketballs in München", so der Vizepräsident weiter.

Pesic bleibt langfristig

Ein wichtiger Teil dieser Entwicklung ist Marko Pesic, der auch zukünftig gemeinsam mit dem nun gleichberechtigten Volker Stix die Geschäftsführung innehaben wird. Im Zuge der Ausgliederung wurde der Vertrag beider um drei Jahre bis 2017 verlängert.

Während sich der ehemalige Basketball-Trainer Stix vornehmlich um die Organisation und die Finanzen kümmern wird, ist Pesic nach wie vor für alle sportlichen Belange des Klubs zuständig.

Neuer Vertrag für Pesic senior?

In dieser Funktion fällt auch die Besetzung der Trainerposition in das Aufgabenfeld des ehemaligen deutschen Nationalspielers. Diesen Posten bekleidet seit November 2012 pikanterweise Vater Svetislav.

"Aktuell sind wir natürlich sehr zufrieden mit der Arbeit unserer Coaches", erklärte der nun auch offiziell im Handelsregister eingetragene Geschäftsführer, der ankündigte zeitnah mit dem gesamten Trainerstab über eine mögliche Vertragsverlängerung über die Saison hinaus sprechen zu wollen.

Absage für den DBB - "Haben genug Gefallen getan"

In diesem Fall wäre ein Engagement als Bundestrainer, mit dem Pesic zuletzt kokettiert hatte, wohl vom Tisch. Eine Doppelfunktion schließt sein Sohn aktuell aus, zumal die Statuten der Beko BBL eine Doppelfunktion momentan noch ausschließen.

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Head Coach des FC Bayern gleichzeitig auch als Bundestrainer arbeitet und den ganzen Sommer über weg ist."

Auch ein Entgegenkommen gegenüber dem DBB ist für ihn derzeit kein Thema.

"Ich glaube, wir haben dem DBB schon genug Gefallen getan. Zum Beispiel, als wir Muki (Bayern-Assistenztrainer Emir Mutapcic, Anm. d. Red.) für die EM-Quali freigestellt haben. Ich denke nicht, dass wir dem Verband etwas schuldig sind."

"Erhöht unsere Eigenständigkeit"

Der 37-Jährige erklärte zudem, dass die Kontinuität im Verein eine sehr große Rolle spiele und neben der sportlichen Entwicklung vor allem auch die Identifikation der Fans und der Spieler mit dem Verein höchste Priorität genießt.

"Unsere neue Betriebsform erhöht unsere Eigenständigkeit und zeigt zugleich das Vertrauen des Vereins und seines Präsidiums in die Zukunft der Sportart Basketball", bestätigte Geschäftsführer-Kollege Stix den eingeschlagenen Weg.

Finanziellen Spielraum erweitern

Aber auch in finanzieller Hinsicht will sich der Titelverteidiger, dessen gesamter Jahresetat auf knapp 15 Millionen Euro geschätzt wird, künftig noch flexibler aufstellen - auch wenn am Ende der letzten Saison laut Schels eine "schwarze Null" geschrieben wurde.

"Auf Dauer wollen wir uns mit der GmbH selbst finanzieren", erklärte der 65-jährige Unternehmer und fügte hinzu: "Aktuell budgetieren wir dem dem Playoff-Halbfinale. Sollten wir weiter kommen, werden wir die Kalkulation anpassen."

Halle hinkt hinterher

Bei der rasanten Entwicklung im Vergleich etwas auf der Strecke geblieben ist der Bau einer neuen Heimspielstätte.

Zwar betonte Pesic, der Audi Dome sei für ihn "nach wie vor eine der schönsten Hallen der Beko BBL", doch langfristig planen die Münchner mit Hilfe von Red Bull ein neues Schmuckstück.

Dieses soll komplett vom Getränkehersteller finanziert werden, die Münchner werden dann als Mieter fungieren. "Wir werden uns an den Kosten nicht beteiligen, so viel Geld haben wir nicht", stellte Schels klar.

"Red Bull hat gehofft, es geht schneller"

Aktuell müssen sich Schels und seine Kollegen aber sowieso noch nicht den Kopf zerbrechen, einen genauen Zeitplan für die neue Halle gibt es derzeit noch nicht.

"So eine große Stadt wie München hat hohe Anforderungen. Ich glaube, Red Bull hat gehofft, dass es schneller geht, aber das ist normal in einer Stadt mit dieser Größenordnung", sagte der Unternehmer.

Ob mit neuer Halle oder nicht, die Basketballer des FC Bayern wollen sich dauerhaft an der Spitze des Basketballs etablieren, nicht nur national, sonder auch international.

Mit der fälligen Ausgliederung ist ein erster wichtiger Schritt dazu getan.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel