vergrößernverkleinern
Brose Baskets v FC Bayern Muenchen - BBL
Wolfgang Heyder hat Bamberg zu dem gemacht, was es heute ist: Ein Spitzenteam © Getty Images

München - Die Brose Baskets Bamberg haben beste Karten im Kampf um die Meisterschaft. Aus Sicht von Ex-Geschäftsführer Wolfgang Heyder hat das aber nicht nur sportliche Gründe.

Die Brose Baskets Bamberg stehen im Halbfinale der Bundesliga-Playoffs und gelten als Favorit auf den Titelgewinn - für Wolfgang Heyder liegt das vor allem an der Finanzkraft des langjährigen Serienmeisters.

"Die Wahrheit muss erlaubt sein, die diesjährige Bamberger Mannschaft ist um ein Vielfaches teurer als im vergangenen Jahr. Hätte man doch Chris Fleming das Budget zur Verfügung gestellt ... Bamberg hat viel mehr Geld für die Mannschaft als Berlin, mehr als Bayern", sagte der ehemalige Geschäftsführer Bambergs im Interview mit der Süddeutschen Zeitung.

Heyder war nach 15 Jahren bei den Brose Baskets in Ungnade gefallen, zum Jugendkoordinator degradiert und schließlich entlassen worden. Unter seiner Leitung hatte sich das Team zu einer Spitzenmannschaft entwickelt, die die Deutsche Meisterschaft insgesamt fünf Mal für sich entscheiden konnte.  Auch der Erfolgschoach Chris Fleming musste vor der laufenden Saison gehen.

"Bamberg hat das mit Abstand talentierteste Team, mit Abstand die beste Athletik. Und Bamberg hat auch mit Abstand das meiste Geld", erklärte Heyder, der mittlerweile als Geschäftsführer des Handball-Zweitligisten HSC 2000 Coburg tätig ist.

Bamberg profitiert aus Sicht des 58-Jährigen vor allem vom gestiegenen finanziellen Engagement des Hauptsponsors Brose - eine Entwicklung, die Heyder nur bedingt gutheißen kann.  

"Die komplette Abhängigkeit von einem Partner birgt natürlich Risiken in sich. Unser Konzept in Bamberg war immer auf große Breite angelegt. Jetzt ist es anders, aber auch mit der Chance, dass man mit viel, sehr viel Geld auch den Spitzenbasketball in nicht geahnte Höhen hieven kann", erklärte der Basketball-Fachmann.

Seinen Abschied aus Bamberg hat Heyder noch nicht völlig überwunden. Der Abgang nach 16 Jahren sei "komplett unwürdig" gewesen.

"In Bamberg kann ich mich momentan, nachdem was abgelaufen ist, nicht wiederfinden. Das war alles andere als schön. Ich hoffe sehr, dass diesbezüglich die Zeit die Wunden heilt", erklärte Heyder.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel