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Der Grieche Nikos Zisis gewann 2008 mit ZSKA Moskau die Königsklasse im europäischen Vereinsbasketball © Imago

Bamberg - Mit den Brose-Millionen will Coach Trinchieri Bamberg zu einem europäischen Schwergewicht ausbauen. Das Motto heißt: Schlauer, aggressiver, teurer.

Bamberg - Wenn der Mäzen zahlt und der Netzwerker ruft, kommen die Hochkaräter aus allen Himmelsrichtungen.

Nach dem vom Meistertitel gekrönten Neustart haben sich die Brose Baskets Bamberg keineswegs auf die faule Haut gelegt.

Dank der Millionen von Brose-Boss Michael Stoschek durfte Coach Andrea Trinchieri weiter an seinem europäischen Großprojekt feilen.

Oldenburg ohne Chance

Beim furiosen 87:66-Erfolg im Champions Cup gegen Pokalsieger EWE Baskets Oldenburg trat die individuelle Qualität bereits deutlich in den Vordergrund.

"Man hat gegen Oldenburg gesehen, was möglich ist. Wir hatten zweieinhalb Trainings zusammen, und es sah aus, als würden wir schon seit Monaten zusammenspielen", sagte Youngster Malik Müller bei SPORT1.

Bamberg entwickelt seinen Stil weiter

Ohne den spektakulären Center Trevor Mbakwe, der zu Maccabi Tel Aviv wechselte, wird sich die Spielweise verändern. Das war gegen Oldenburg bereits zu erkennen.

Das Spiel ist noch mehr auf die großen und spielintelligenten Guards Brad Wanamaker, Janis Strelnieks und nach etwas Anlaufzeit auch auf Nikos Zisis zugeschnitten.

So stellt sich das Trinchieri vor, der keine Gelegenheit auslässt, den "hohen Basketball-IQ" seines Kaders zu loben.

Zisis als Galionsfigur

Vor allem Zisis' Verpflichtung spielt dabei eine große Rolle. Zwar ist der Titelsammler - unter anderem Euroleague 2008 und EM 2005 machten ihm zum "Herrn der Ringe" - schon 32, seine Strahlkraft ist dennoch groß.

Eine solche Verpflichtung - oder jene des Power Forwards Nicolo Melli aus Mailand - wäre noch vor wenigen Jahren in der Beko BBL völlig utopisch gewesen.

Die Kadertiefe mit den talentierten College-Kids Gabriel Olaseni, Patrick Heckmann und Müller sowie den Ex-Bayern Lucca Staiger und Yassin Idbihi ist beeindruckend.

Trinchieri will noch aggressiver spielen

Darin sieht Trinchieri mit Blick auf die Rückkehr in die Euroleague eine große Chance. "Wir können jetzt eine größere Rotation spielen, weshalb ich das Level unserer mentalen und physischen Aggressivität gerne erhöhen möchte", sagte Trinchieri der BIG.

Andrea Trinchieri
Andrea Trinchieri ist seit Sommer 2014 Coach der Bamberger © Getty Images

Das Inside-Out-Spiel mit der Dynamik von Daniel Theis, Olaseni oder Melli in Verbindung mit den diversen Scharfschützen um Strelnieks und Darius Miller (14/15: 51,6 Prozent Dreier) dürfte so noch effizienter werden. Gegen Oldenburg beeindruckte auch die Defensive. "Darauf legt der Coach viel Wert. Er sagt immer, auf dem Feld musst du 100 Prozent rausholen. Erholen kannst du dich in den Pausen", erklärte Müller.

Noch schlauer, noch aggressiver und noch dynamischer also. Da dürfte es selbst dem FC Bayern, dem Kontrahenten im großen nationalen Wettrüsten, Angst und Bange werden.

Es besteht kein Zweifel, dass Stoschek und Trinchieri ein europäisches Schwergewicht formen wollen. Das Fundament für den Schritt auf das nächste Level ist gelegt.

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