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München - Im exklusiven SPORT1-Interview spricht Uli Hoeneß über seine Pläne mit den Basketballern des FC Bayern, Vergleiche mit Real und Barcelona, die Hallenfrage sowie Bamberg.

Auch wenn sich Uli Hoeneß erst im November zur Wahl um das Amt des FCB-Präsidenten stellen wird, ist er jetzt bereits in viele Abläufe im Verein involviert.

Dabei steht er auch der ihm am Herzen liegenden Basketball-Abteilung des FC Bayern München mit Rat und Tat zur Seite.

Bei SPORT1 sprach Hoeneß im ersten exklusiven TV-Interview nach seiner Haftentlassung mit Bundesliga Aktuell-Chefreporter Christian Ortlepp im Münchner Audi Dome unter anderem über seine Pläne mit den Bayern, die Zukunft des deutschen Basketballs und Konkurrent Bamberg.

Uli Hoeneß über…

… Aufbruchstimmung für die neue Saison

"Das werden wir sehen. Am Freitag ist ja gegen Würzburg (Fr., ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) das erste Spiel. Ich hoffe, dass wir die Zuschauer auch wieder motivieren können in die Halle zu kommen. Ich denke, dass wir eine sehr attraktive Mannschaft haben. Marco Pesic und sein Team haben eine sehr gute Mannschaft zusammengestellt."

… den neuen Trainer

"Vom neuen Trainer bin ich sehr begeistert. Ich bin total happy, dass wir ihn verpflichten konnten, weil Svetislav Pesic aufgrund seiner Gesundheit die Mannschaft nicht mehr trainieren kann. Mit Sasa Djordjevic haben wir einen sehr erfahrenen Trainer. Wir können stolz sein, nach Pesic einen Mann von absoluter europäischer Spitzenqualität verpflichtet zu haben." 

… die Meisterschaft

"Das ist unser Ziel. Wir müssen uns im Klaren sein, dass andere Vereine wie Bamberg oder Berlin und Ulm, die ziemlich aufgerüstet haben, uns das Leben schwer machen. Aber wir müssen Ziele klar definieren und nicht sagen: "Ja schauen wir mal." Nein, das Ziel muss sein, um die Meisterschaft mitzuspielen. Ob dieses oder nächstes Jahr, aber mittelfristig ist es auf jeden Fall für Bayern München die Zielsetzung, deutscher Meister zu werden."

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 … die Basketballer in 5-10 Jahren

"Wir müssen klar sagen, dass wir mit Bamberg und Berlin eine der Mannschaften werden, die jedes Jahr genannt werden, wenn es um die Meisterschaft geht. Mittelfristig müssen wir schauen, ob es uns gelingt, russische, griechische, türkische oder spanische Mannschaften in Schach zu halten. Das kann ich im Moment nicht beurteilen. Bisher ist es nicht gelungen. Man hat in der Vergangenheit gesehen, dass es teilweise an Kleinigkeiten gefehlt hat, dann gab es wieder deftige Niederlagen. Da muss es unser Ziel sein, den Abstand zu internationalen Spitzenklubs zu verringern. Warum sollte im Basketball nicht passieren, was uns im Fußball gelungen ist."

… eine neue Heimat für die Basketballer

"Es wird sicherlich nicht passieren, dass der FC Bayern eine Halle bauen kann, dafür fehlen uns die Mittel. Wir müssen verschiedene Optionen prüfen, ob wir die jetzige Halle um 1000 oder 2000 Plätze vergrößern können. Was in der Sache "Red-Bull-Arena" oder Basketball/Eishockeyhalle möglich ist, muss erst geprüft werden. Es gibt keinen Handlungsbedarf in den nächsten Wochen und Monaten. Man muss die Probleme in Ruhe angehen und schauen, was geht - und was nicht. Wenn man zu dem Entschluss kommt, dass eine andere Option als die jetzige Halle mit etwas mehr Volumen nicht geht, dann wird die Welt nicht untergehen."

… spanische Topklubs

"Vergleichen Sie den FC Bayern nicht mit Barcelona oder Real Madrid. Dort sind die Basketballabteilungen der Fußballabteilung angeschlossen. Real und Barcelona machen beide zweistellige Millionenbeträge als Minus, das wird es beim FC Bayern nie geben. Basketball soll und kann nicht vom Fußball subventioniert werden. Wenn der Basketball sich weiterentwickeln will, dann muss er das aus eigenen Kräften schaffen."

… Zugpferde für die Liga

"Es wäre natürlich schön, den einen oder anderen klangvollen Namen zusätzlich in der Basketball-Bundesliga zu haben. Wenn das nicht so ist, dann müssen wir uns mit der Situation eben abfinden. Ich habe gehört, dass es in Köln Überlegungen gibt, vielleicht auch in Hamburg. Aber es nützt ja wenig, wenn die Basketballer in der ersten Liga spielen sollten und der HSV am Schluss absteigt. Das wäre eine Lösung, die ich nicht präferieren würde."

… Bambergs Boss Michael Stoschek 

"Sein Engagement finde ich sehr gut. Herr Stoschek hat alles Recht dazu. Er ist ein sehr erfolgreicher Unternehmer mit einem riesigen Erfahrungsschatz, der bewiesen hat, dass er eine Firma leiten kann. Also traue ich ihm auch zu, seine Basketballmannschaft nach vorne zu pushen. Es ist gut, dass es jemanden gibt, der aus einer kleineren Stadt ein tolles Sportunternehmen gemacht hat. Ich freue mich immer mit ihm zu diskutieren, manchmal auch zu streiten, denn die Sache dient ja unserem Sport. Ich bin überzeugt, wenn es noch mehr Stoscheks in der Bundesliga gäbe, würden wir weiterkommen. Er wird jede Attacke aus München parieren wollen und da müssen wir uns warm anziehen, wenn wir ihn vom Thron stoßen wollen."

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