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Andrei Kirilenko bekam kürzlich in seiner Heimatregion Udmurtien eine AK-47 Kalaschnikow geschenkt © Twitter/@chernykh

Ex-NBA-Spieler Andrei Kirilenko übernimmt den russischen Basketballverband nach großem Streit. Der neue Boss will die tiefe Krise bekämpfen und wirbt für Einheit.

Der frühere NBA-Spieler Andrei Kirilenko ist zwei Monate nach seinem Karriereende zum Präsidenten des kriselnden Basketballverbandes in Russland (RTF) gewählt worden.

Der 34-Jährige errang den Posten ohne Gegenkandidat, nachdem sein einziger Konkurrent Dimitry Domani, der Nationalmannschaftsmanager des russischen Teams, Stunden zuvor seine Kandidatur zurückgezogen hatte.

Kirilenko übernimmt den russischen Verband in einer schweren Krise. Der Basketball-Weltverband FIBA hat die Sperre gegen die Nationalmannschaften der Männer und Frauen erst kürzlich aufgehoben.

Die Sanktionen gegen den Nationalverband RTF bleiben zwar bestehen, aber Spieler, Schiedsrichter und Funktionäre dürfen bei offiziellen Turnieren mitwirken - und somit auch bei der EM 2015 (ab 5. September) antreten.

Ende Juli war Russland für verbandsinterne Missstände bestraft worden. "Der russische Verband war nicht in der Lage, anhaltende institutionelle und rechtliche Probleme zu lösen und die Kontrolle über die Verbandsgeschäfte zu gewinnen", hatte die FIBA die Suspendierung in einem Statement begründet.

Auslöser war ein Disput zwischen dem Ehrenpräsident des russischen Verbands, Sergej Tschernow, und der neuen russischen Verbandspräsidentin Julia Anikejewa.

Kirilenko ging als Kandidat der Einheit ins Rennen und versicherte den Delegierten: "Ihr seid alle in meinem Team." Außerdem versicherte er, die "tiefe Vertrauenskrise" im russischen Basketball zu bekämpfen.

Kirilenko hat in der NBA für die Brooklyn Nets, Minnesota Timberwolves und Utah Jazz gespielt. Der Russe war 2007 Europameister  und zweimal Europas Basketballer des Jahres (2007, 2012). Zuletzt spielte er für ZSKA Moskau. Mit dem Klub wurde "AK-47" dreimal Meister. 

Die Russen treffen in der Vorrunde in Gruppe A auf Gastgeber Frankreich, Bosnien-Herzegowina, Finnland, Polen und Israel und sind ein möglicher Achtelfinalgegner für das deutsche Nationalteam.

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