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ALBA Berlin vs. Panathinaikos
Alex King (2.v.r.) und ALBA Berlin stellen sich dem Favoriten aus Athen entgegen © Imago

München - ALBA Berlin kämpft bei Panathinaikos (20.40 Uhr im GRATIS-LIVESTREAM) um seine historische Chance. Renfroe brennt auf Revanche, Trainer Obradovic sieht sein Team in einer komfortablen Situation.

Das nächste Endspiel vor Augen, noch dazu im Hexenkessel von Athen - aber Druck? Nein, von Druck wollen sie bei ALBA Berlin vor dem Kracher bei Panathinaikos Athen (ab 20.40 Uhr im GRATIS-LIVESTREAM) nichts wissen.

"Letztlich sind es doch diese großen Spiele, wo es um alles geht, für die du die gesamte Saison lang spielst", freut sich Guard Alex Renfroe auf das Gastspiel in Griechenland, in dem die "Albatrosse" nicht nur ihren historischen Höhenflug fortsetzen wollen, sondern auch einen ganz großen Schritt Richtung Playoffs in der Turkish Airlines Euroleague machen können.

Ins Viertelfinale der Königsklasse hat es noch nie ein deutscher Klub geschafft.

ALBA, schon jetzt der erfolgreichste Klub aus der BBL überhaupt, hat auf diesen Coup nicht nur gute Chancen, die Berliner haben ihr Schicksal komplett in der eigenen Hand.

Sieg in Athen ist Pflicht

Zwar liegt der deutsche Pokalsieger zwei Spieltage vor Schluss mit einer Bilanz von sechs Siegen und sechs Niederlagen noch hinter Panathinaikos und Maccabi Tel Aviv (beide 7-5) – spielt aber noch gegen beide Kontrahenten. (SERVICE: So kommt ALBA ins Viertelfinale)

Mit zwei Siegen wären die Berliner sicher weiter, egal was Maccabi am Donnerstag parallel gegen Galatasaray oder Athen zum Abschluss gegen Roter Stern Belgrad macht.

Bei einer Niederlage gegen Panathinaikos rückt der Traum vom Viertelfinale in Berlin dagegen in weite Ferne: Athen wäre mit einer Bilanz von 8-5 für Berlin (dann 6-7) nicht mehr einzuholen.

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Alex Renfroe und ALBA Berlin haben den Einzug ins Viertelfinale in der eigenen Hand © Getty Images

Gegen Maccabi hätte ALBA am letzten Spieltag nur dann ein Endspiel, wenn der Titelverteidiger aus Israel gegen Schlusslicht Galatasaray verlieren sollte - was höchst unwahrscheinlich ist. Siegt Tel Aviv dagegen in dieser Konstellation gegen die Türken, ist Berlin bei einer Pleite gegen Athen definitiv raus.

Ein Sieg in Athen ist für Berlin daher fast schon Pflicht, soll es mit den Playoffs klappen. Weil ALBA das Hinspiel zu Hause trotz starker Leistung mit 59:65 verloren hat, bräuchte man im Idealfall sogar einen Sieg mit sieben Punkten Unterschied oder mehr, um auch den direkten Vergleich für sich zu entscheiden. (SERVICE: Der Spielplan der Euroleague)

Renfroe brennt auf Revanche

Bei Berlins Trainer Sasa Obradovic überwiegt trotz des Drucks aber schon jetzt der Stolz.

"Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass niemand uns zugetraut hat, so weit zu kommen", betont der 46-Jährige: "Die meisten von uns spielen überhaupt zum ersten Mal im TOP16. Dass wir nun sogar um einen Platz unter den besten Acht spielen, ist schon ein großer Erfolg."

Auch Aufbauspieler Renfroe nimmt die Underdogrolle nicht nur an, sondern zieht daraus zusätzliche Motivation.

"Vielleicht fahren wir als Außenseiter nach Athen - aber wir waren schon von Anfang an ein Außenseiter im TOP16 und haben mit jedem Sieg mehr Selbstvertrauen gewonnen, dass wir auch große Spiele gewinnen können", sagt der Amerikaner.

Nachdem sich die Berliner im Hinspiel zu Hause mit satten 24 Ballverlusten selbst um den verdienten Lohn gebracht haben, stellt Renfroe klar: "Wir haben das Hinspiel in Berlin über weite Phasen kontrollieren, sind dann aber am Ende auseinander gefallen. Jetzt brennen wir darauf, es besser zu machen."

Diamantidis hat die Zügel in der Hand

Beim sechsmaligen Euroleaguechampion (1996, 2000, 2002, 2007, 2009 und 2011) erwartet ALBA dennoch mehr als nur eine "mentale Herausforderung", wie Obradovic betont: ".Die meisten Panathinaikos-Akteure haben viel mehr Erfahrung im Umgang mit solchen großen Spielen."

Vor allem Regisseur Dimitris Diamantidis hat schon zahllose Schlachten in der Euroleague geschlagen. Drei Mal führte er Panathinaikos schon zum Titel, wurde 2011 zum MVP und insgesamt schon sechsmal zum besten Verteidiger der Königsklasse gekürt.

ALBA-Coach Obradovic und sein Team gehen dennoch gewohnt kämpferisch ins Auswärtsspiel vor den heißblütigen Fans in Griechenland.

"Trotz unserer fehlenden Erfahrung waren wir dank unserer Verteidigung und unseres Teamplays in den meisten TOP16-Spielen in der Lage, bis zum Ende im Spiel zu bleiben und selbst viele große Siege zu feiern", zeigt sich der Trainer zuversichtlich.

Ein weiterer Erfolg im Hexenkessel von Athen, und die "Albatrosse" können schon langsam zum Landeanflug auf die Playoffs ansetzen.

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