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Der FC Bayern ist aus der Euroleague ausgeschieden
Der FC Bayern ist aus der Euroleague ausgeschieden © Getty Images

Die Münchner verlieren ein wahnwitziges K.o.-Duell in Belgrad und müssen in den Eurocup. Savanovic ist die tragische Figur. Die Wut von Pesic auf die Referees ist begründet.

Der FC Bayern ist wie im Vorjahr bereits in der Vorrunde der Turkish Airlines Euroleague gescheitert.

Nach einer wahnwitzigen Achterbahnfahrt verloren die Münchner das K.o.-Duell bei Roter Stern Belgrad mit 76:85 (40:44).

Während die Schützlinge von Svetislav Pesic in den Eurocup absteigen, zieht sein Ex-Klub in die Top-16-Runde ein.

Zirbes räumt unterm Korb auf

Tragische Figur vor rund 9000 Zuschauern in der ausverkauften und ohrenbetäubend lauten Pionir-Arena war Dusko Savanovic (19 Punkte/6 Rebounds).

Er hielt den FC Bayern im desaströsen ersten Viertel (20:31) im Geschäft, war auch treibende Kraft beim großen Umschwung - um dann seine letzten drei, jeweils offenen Würfe zu verfehlen.

Bei Roter Stern waren die Big Men Quincy Miller (21 Punkte/10 Rebounds) und wie schon im Hinspiel der deutsche Nationalcenter Maik Zirbes (17/9) die Matchwinner.

Pesic hadert mit den Referees

Pesic, an alter Wirkungsstätte herzlich empfangen, beschwerte sich nach Spielschluss wutentbrannt bei den Referees - und hatte einigen Grund dazu. Eine Vielzahl von strittigen Entscheidungen fiel zu Ungunsten des deutschen Vizemeisters aus.

Als Deon Thompson den zwischenzeitlichen 13-Punkte-Rückstand 40 Sekunden vor der Halbzeit mit einem And-One auf 40:42 verkürzte, war dies der erste Freiwurf für die Gäste - Belgrad hatte allein im ersten Viertel elf.

Dreieinhalb Minuten vor dem Ende sprachen die Schiedsrichter Roter Stern den Ball zu, obwohl Guduric den Ball deutlich sichtbar ins Aus gelenkt und dabei Alex Renfroe über den Haufen gerannt hatte.

Und: "Wir haben von den Schiedsrichtern nur zwei Freiwürfe in den letzten zehn Minuten zugesprochen bekommen, obwohl Roter Stern sehr aggressiv verteidigt hat", führte Pesic an. "Ich denke, dass die Atmosphäre Einfluss genommen hat."

Kollaps im Schlussviertel

Allerdings hatten sich die Bayern den K.o. in erster Linie selbst zuzuschreiben. Mit einem 67:56-Vorsprung im Rücken brachen sie rund acht Minuten vor Schluss völlig ein.

Gut zwei Minuten vor Schluss hätten die Münchner beim Stande von 72:74 durch zwei Freiwürfe und anschließenden Ballbesitz das Momentum wieder kippen könne.

Doch Rivers verwarf zweimal, und Gavel beging durch Rückspiel einen Turnover.

Miller setzt den K.o.-Stoß

So beendeten die Bayern genau wie 2014 die mit Abstand schwerste Sechsergruppe als Fünfter. Und das trotz eines couragierten Auftritts vor allem im zweiten und dritten Viertel, als sie Belgrad nur insgesamt 25 Punkte gestatteten.

"Wir können mit unserer Leistung heute zufrieden sein", meinte Pesic. "Wir haben Charakter gezeigt."

Thompson (17 Punkte, 5 Rebounds) biss sich trotz früher Foulprobleme in die Partie, und Paul Zipser bewies sein defensives Können, als er den deutlich größeren Miller zwischenzeitlich ausschaltete.

Doch ausgerechnet der versenkte 50 Sekunden vor Schluss den entscheidenden Dreier zum 81:74. Mit einem Monsterblock gegen Anton Gavel unterstrich Zirbes im letzten Angriff der Bayern, dass auch er deren erstem Saisonziel maßgeblich im Wege war.

In Last-32-Runde auch gegen Ulm

Ab dem 6. oder 7. Januar kämpfen die Münchner nun in der Last-32-Runde des Eurocups um den Einzug ins Achtelfinale.

In ihrer Vierergruppe, in der sie auf Bilbao Basket, Banvid Bandirma aus der Türkei sowie zum Südderby auf ratiopharm ulm treffen, müssen sie dazu mindestens Platz 2 erreichen.

Doch erst mal müssen sie, rund 44 Stunden nach der großen Ernüchterung, ihre Kräfte fürs Beko-BBL-Topspiel gegen den Tabellenzweiten Ludwigsburg bündeln.

Roter Stern Belgrad - Bayern München 85:76 (44:40)

Beste Werfer: Miller (21), Zirbes (17), Guduric (16) für Belgrad - Savanovic (19), Thompson (17), Rivers (10) für München
Zuschauer: 6458

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