vergrößernverkleinern
'Nowitzki. Der Perfekte Wurf' Premiere In Cologne
Dirk Nowitzki spielt seit 1998 bei den Dallas Mavericks in der NBA © Getty Images

München - Bei der EM in Deutschland ist Dirk Nowitzki wichtig als sportliches und wirtschaftliches Zugpferd. Danach wäre die Zeit für den Rücktritt gekommen - und der DBB am Zug.

Eine Europameisterschaft im eigenen Land, ohne Deutschlands besten Basketballer aller Zeiten, die hätte sich unvollständig, ja falsch angefühlt.

Weil das Interesse und das Vermarktungspotential für den gesamten Sport alleine durch den Namen Dirk Nowitzki steigt, ist dessen Entscheidung, bei der EM für Deutschland aufzulaufen, nur begrüßenswert.

Aber der Deutsche Basketball-Bund muss sich bewusst sein: Lange kann er die goldene Kuh aus Wurzburg, Germany, nicht mehr melken.

"Dirk wird's schon richten" war zu lange mehr Hoffnung als Strategie des Verbandes. Nowitzki ist mittlerweile 36 Jahre alt, sein Körper von vielen NBA-Spielzeiten und Sommern mit der Nationalmannschaft geschunden.

Vor allem aber sind in seinem Schatten keine neuen Spieler entstanden, die die Nationalmannschaft und letztendlich eine ganze Sportart derart tragen könnten, wie Nowitzki es über viele Jahre tat. Selbst als Gruppe nicht.

Dennis Schröder mag auf dem Weg sein, ein exzellenter NBA-Spieler zu werden. Aber er ist heute, in Wesen und Gebaren, schon amerikanisierter als Nowitzki es wohl jemals sein wird. Ihm fehlt das Bodenständige, im dem sich der deutsche Sportzuschauer gerne wiedererkennt.

In der Basketball-Bundesliga gibt es zwar Spieler wie Bambergs Sprungwunder Daniel Theis, Bayerns Riesentalent Paul Zipser oder Ulms gewitzten Aufbauspieler Per Günther – von der Strahlkraft Nowitzkis sind sie aber weit entfernt.

Gegen ihn erscheint jeder andere deutsche Basketballer, unabhängig von der Körpergröße, klein.

Die Heim-EM, im besten Fall mit Olympia-Qualifikation für Rio 2016, wäre nun die verdiente Abschiedstour für Dirk Nowitzki. Und auch wenn es zuerst schmerzen würde: Danach sollte er endgültig als Nationalspieler zurücktreten.

Denn nur dann sind Verband und die jüngere Spielergeneration wirklich gezwungen, einen Schritt nach vorne zu machen, um die Lücke in der Nationalmannschaft zu füllen.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel