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Brose-Macher Michael Stoschek lässt kein gutes Haar am Bundestrainer Chris Fleming
Brose-Macher Michael Stoschek lässt kein gutes Haar am Bundestrainer Chris Fleming © SPORT1-Grafik Paul Haenel / Imago und DPA Picture-Alliance

München - Vor dem EM-Quali-Showdown weist Michael Stoschek bei SPORT1 auf arge Missstände hin und sorgt sich um seine Spieler. Er glaubt: Ohne ein Scheitern ändert sich nichts.

2014 bekam Meistertrainer Chris Fleming in Bamberg den Stuhl unsanft vor die Tür gesetzt. Vier Meistertitel in den Jahren zuvor hielten Brose-Boss Michael Stoschek nicht davon ab, kurz nach dem Viertelfinal-Aus tabula rasa zu machen. "Die gesamte Leistung war im Vergleich zu dem Aufwand, den wir treiben, noch nie so schlecht", urteilte er damals knallhart.

Zwei Jahre später droht dem deutschen Nationalteam mit Bundestrainer Fleming ein noch schwerwiegender K.o. Trotz des Siegs am Mittwoch gegen Österreich muss Deutschland auch das abschließende Quali-Spiel am Samstag (ab 19 Uhr im LIVETICKER) in den Niederlanden gewinnen, um nicht erstmals seit 1991 eine Europameisterschaft zu verpassen.

Darin sähe Stoschek jedoch eine Chance: "Ich bin der Meinung, dass es nur ein Aufwachen gibt und die Kraft zur Veränderung kommt, wenn die Quali nicht gelingt", sagte der 67-Jährige bei SPORT1

Stoschek rügt mangelhafte Betreuung 

Zwar macht er Fleming nicht namentlich für blamable Schlappen in Dänemark und zu Hause gegen die Niederlande verantwortlich: "Das kann ich im Detail nicht sagen. Ich erwarte aber, dass die medizinische und zusätzliche Betreuung nahe an dem ist, was in Ligaklubs geleistet wird." Ein Frontalangriff auf den Deutschen Basketball-Bund.

Stoschek sorgt sich vor dem Auftakt der Bundesliga am kommenden Freitag (ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) um seine Spieler Daniel Theis, Patrick Heckmann und Zugang Maodo Lo und sagt: "Ich sehe teilweise, wie die Spieler mit unakzeptablen Verfassungen aus der Qualifikation herausgehen. Wir werden Wochen brauchen, bis sie wieder auf normalem Leistungsniveau sind. Das ist kein gutes Zeichen für unseren Sport." 

Für Stoschek ist aber eine erfolgreiche Nationalmannschaft ein wichtiger Faktor, Basketball in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. "Man sieht ja bei Sportarten, die gar nicht so populär sind, dass, wenn ein Nationalgedanke aufkommt, eine unglaubliche Euphorie entsteht. Davon haben viele Sportarten profitiert und warum sollte der Basketball nicht auch profitieren?", fragte Stoschek.

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