München und London - Der deutsche Youngster wagt den erneuten Angriff auf die Weltelite. Bei SPORT1 spricht Max Hopp über eine schwere Zeit und die Zukunft.

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Von Dominik Laska

Das schönste Weihnachtsgeschenk hat sich Max Hopp selbst gemacht.

Als sein Pfeil das Bulls-Eye traf, schaute der 18-Jährige zunächst verwundert, ja fast schockiert. Dann realisierte er, dass er gegen Mervyn King, Nummer 10 der Weltrangliste, gewonnen und zum ersten Mal einen Hauptrunden-Sieg bei der Darts-WM in London (täglich LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM auf tv.sport1.de) eingefahren hatte.

Schon vor der Partie hatte er im Adventskalender einen Zettel seiner Freundin gefunden, auf dem stand: "Heute wirst du den König stürzen". Sie sollte Recht behalten.

"Eine überragende Leistung"

Hopp zeigte gegen "The King" eine starke Leistung, warf zehn Mal das Maximum von 180 Punkten und beendete die Partie mit einem 161er-Finish stilvoll.

Auch Mitstreiter Sascha Stein, der nach dem Sieg gegen Stuart Kellett (3:1) ebenfalls in der zweiten Runde steht, bescheinigte ihm im SPORT1-Interview eine "überragende Leistung".

Im Nachhinein war Hopp das Glück anzumerken: "Ich habe nicht erwartet zu gewinnen, weil er ein brillanter Spieler ist. Ich habe noch keine Worte dafür."

Machbares Los in der zweiten Runde

In der nächsten Runde wartet nun der "Dutch Destroyer" Vincent van der Voort. Nach der famosen Darbietung ist aber auch der Niederländer eine machbare Aufgabe. (DIASHOW: Die besten Bilder der Darts-WM)

"Warum nicht?" fragt Hopp bei "pdc.tv" und erklärt weiter, er nehme "jedes Spiel wie es kommt. Jedes Spiel ist ein Finale für mich".

Bis es zu dem Duell mit van der Voort kommt, hat der Youngster aber noch die Gelegenheit, seinen Erfolg vollends auszukosten . Und er kann zudem mit einer Zeit abschließen, in der es sportliche Tiefen zu überwinden gab.

Dem Druck nicht standgehalten

Als er mit Lob von Legenden wie Raymond van Barneveld und Phil Taylor überschüttet wurde, er diese Erwartungen aber nicht Erfüllen konnte. Er schildert SPORT1 von dieser Zeit:

"Für mich persönlich war es sehr schwer. Es ist sehr viel auf mich eingeprasselt. Erst einmal haben sich so große Sportsmänner über einen geäußert, das ehrt einen natürlich", aber trotz all des Lobes war es "sehr schwer damit umzugehen und das zu verarbeiten, weil man nach der WM 2013 gemerkt hat, dass ich dem Druck von außen teilweise nicht standhalten konnte."

Hopp reflektierte, analysierte und zog seine Schlüsse.

"Nach hinten losgegangen"

Den Druck hatte er sich selber gemacht, "weil ich eben so große Komplimente bekommen hatte. Dem wollte ich gerecht werden und das ist ein bisschen nach hinten losgegangen."

Anstatt sich, wie erhofft, weiter in Richtung Top 32 der Weltrangliste vorzuarbeiten, stagnierte die Entwicklung des jungen Ausnahmetalents.

"Am Anfang war das ein bisschen viel Trouble für mich. Ich wusste nicht so richtig, wie ich mich am besten vorbereite, wie ich am besten trainieren kann. Ich war einfach noch relativ unerfahren, aber mittlerweile habe ich ein bisschen härter an mir gearbeitet", meint er im Rückblick.

25 Kilo weniger

Es sind Erfahrungen, die den heute 18-Jährigen geprägt haben: "Ich mache viel Fitness momentan und habe auch einen enormen Gewichtsverlust von 25 Kilogramm vorzuweisen. Das macht einen einfach stärker."

Diese Veränderung hat man im Match gegen King gesehen. Hopp wirkt nicht nur körperlich fit, auch psychisch ist er aufgeräumter, lässt sich von brenzligen Situationen nicht aus der Ruhe bringen, sondern konzentriert sich einzig und allein auf seine Stärken.

Er scheint nun endlich bereit, den erhofften großen Schritt in seiner Karriere und auch in eine neue Zukunft zu gehen. Eine Zukunft, die Größen wie Taylor und van Barneveld schon früh vorhergesagt hatten.

Und womöglich behalten die Altmeister nun doch Recht.

Das komplette Tableau in der Übersicht:

Das Tableau der Darts-WM im Überblick

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