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Phil Taylor muss vor dem Masters einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen und ist dennoch in Milton Keynes mit dabei. Schon in Runde 1 kommt es zur Neuauflage des Vorjahresfinals.

Phil Taylor hat in seiner Karriere alles erreicht. Alles gewonnen. Ist zum besten Darts-Spieler aller Zeiten aufgestiegen.

Doch es gibt Momente, da rücken all die Erfolge, all die Turniersiege und der Sport, den er so liebt, in den Hintergrund. Es gibt eines, das er noch viel mehr liebt, wie er immer wieder betont. Seine Familie.

Und dann kam eben dieser Moment. Wenn der Sport plötzlich nicht mehr das Wichtigste ist. Vor wenigen Tagen verstarb Mutter Liz Taylor im Alter von 74 Jahren nach einer schweren Lungen-Infektion.

"The Power" sagt Turniere ab

Taylor reiste zuvor durch Australien und Neuseeland, bestritt sogenannte Exhibitions, Show-Matches.

Für den 54-Jährigen ein schwerer Schlag, obwohl sich die Krankheit schon über mehrere Monate hinzog: "In den letzten Monaten habe ich versucht, noch mehr Zeit mit meiner Mutter zu verbringen. Ich liebe Familie."

Alle Termine wurden abgesagt, es ging zurück nach England, um an der Seite seiner Mutter zu sein.

PDC bestätigt Masters-Teilnahme

Auch die Teilnahme beim Masters (Sa., ab 13.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM) war fraglich. Die PDC bestätigte gegenüber SPORT1 allerdings, dass Taylor dabei sein werde.

Phil Taylor trifft am 13. Spieltag auf Michael van Gerwen
Phil Taylor gewann 2013 die erste Auflage des Masters © getty

Aus der Trauerphase hinaus, direkt wieder auf die Bühne. Zurück in die Glitzerwelt der großen Turniere.

Beim Masters in Milton Keynes treffen die 16 besten Spieler der Weltrangliste aufeinander. Es ist mit erst zwei Austragungen das jüngste und auch das kürzeste Major-Turnier im Kalender der PDC.

Vorgeschmack auf Premier League

Der Engländer James Wade gewann den Titel im vergangenen Jahr, bei der ersten Auflage im Jahr 2013 war Taylor nicht zu schlagen.

Es wird das erste Mal sein, dass die großen Namen der Darts-Welt nach der Weltmeisterschaft wieder aufeinandertreffen.

Neben Taylor sind unter anderem auch Weltmeister Gary Anderson, Michael van Gerwen und Paradiesvogel Peter Wright vertreten. Es wird ein Vorgeschmack werden auf die Premier League, die am 5. Februar startet (immer Donnerstag LIVE im TV auf SPORT1).

Gary Anderson mit der Trophäe für den Darts-Weltmeister
Gary Anderson siegte im Alexandra Palace im WM-Finale 2015 gegen Phil Taylor © Getty Images

Neuauflage des Finals

Beim Masters, das lediglich über zwei Tage ausgetragen wird, geht es von Beginn an im K.O.-System zur Sache. Die ersten beiden Runden werden über eine Distanz von Best-of-19-Legs gespielt, ab dem Halbfinale über eine Distanz von Best-of-21-Legs.

Die Paarungen ergeben sich dabei aus der Weltrangliste. So trifft die Nummer eins Michael van Gerwen auf die Nummer 16 Wes Newton, Taylor, als Nummer zwei, bekommt es mit Terry Jenkins zu tun. In einer Neuauflage des Finals aus dem letzten Jahr trifft James Wade auf Mervyn King. Vor einigen Monaten hatte Wade beim 11:10-Sieg knapp die Oberhand behalten.

Vor allem für Anderson ist es ein besonderes Turnier, denn er wird zum ersten Mal als amtierender Weltmeister geführt. Allerdings ist er nur als Nummer drei gesetzt und bekommt es deshalb mit der Nummer 14, Andy Hamilton, zu tun.

Anderson ist Spieler des Jahres

Im Vorfeld des Turniers wurde der "Flying Scotsman" von der Professional Darts Corporation zum Spieler des Jahres gewählt, bekam zudem noch drei weitere Auszeichnungen beim PDC Award Dinner, bei dem alljährlich die besten Leistungen des Jahres werden. (Die Highlights des Award Dinners, Sa. ab 20 Uhr im TV auf SPORT1).

Und Taylor? Er könnte das Turnier als eine Art Trauerbewältigung benutzen.

Schon vor der Weltmeisterschaft betonte er, dass Darts ihm in der schweren Zeit hilft, denn es sei immer "eine Fluchtmöglichkeit und man kann die Gedanken für ein paar Tage abschalten, wenn man ein Turnier spielt".

Turbulentes Jahr für Taylor

Nach der kurzen Auszeit steht Taylor beim Masters wieder auf einer Bühne. Nach einem aufwühlenden Jahr voll privater und sportlicher Rückschläge.

Die vollzogene Scheidung von seiner Jugendliebe Yvonne im vergangenen Jahr, das sportliche Tief zu Beginn des vergangenen Jahres, aber auch Titelgewinne beim World Matchplay und beim Grand Slam und die Finalteilnahme bei der Weltmeisterschaft spiegelten ein Jahr voller Hochs und Tiefs wieder.

Für Taylor heißt es nun wieder, die Konzentration auf das zu legen, was er am besten kann.

Die erste Runde des Masters im Überblick:

Nachmittagssession (ab 13.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1)
Peter Wright - Brendan Dolan
Robert Thornton - Dave Chisnall
Adrian Lewis - Ian White
Simon Whitlock - Raymond van Barneveld
Abendsession (ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1)
James Wade - Mervyn King
Phil Taylor - Terry Jenkins
Gary Anderson - Andy Hamilton
Michael van Gerwen - Wes Newton 

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