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Michael van Gerwen
Michael van Gerwen ist Titelverteidiger © Getty

München - Gary Anderson in Topform, van Gerwen wackelt. Vor dem Viertelfinale nehmen SPORT1 und Elmar Paulke die letzten Acht unter die Lupe.

So langsam wird es ernst.

Am Neujahrstag eröffnet Weltmeister Michael van Gerwen das Viertelfinale der Darts-WM (täglich LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM) und läutet damit die heiße Phase im Kampf um die Darts-Krone 2015 ein.

In den vergangegen Tagen mussten schon einige Favoriten wie Adrian Lewis oder James Wade frühzeitig die Segel streichen, Newcomer wie Stephen Bunting mischen das Feld auf.

Wann ist der nächste Favorit fällig? Wer steht am Ende im Finale?

Vor dem anstehenden Viertelfinale nehmen SPORT1 und Experte Elmar Paulke die letzten Acht unter die Lupe.

Die Partien des Viertelfinals im Überblick

Donnerstag, 1. Januar

Michael van Gerwen - Robert Thornton

Peter Wright - Gary Anderson

Freitag, 2. Januar

Phil Taylor - Vincent van der Voort

Stephen Bunting - Raymond van Barneveld

Michael van Gerwen:

Der amtierende Weltmeister qualifizierte sich souverän für das Achtelfinale, auch wenn er das eine oder andere Mal etwas wackelte.

Gerade in den ersten Partien gegen Joe Cullen und dem Deutschen Sascha Stein wirkte "Mighty Mike" nicht hundertprozentig konzentriert.

Bislang konnte der Weltmeister seine absolute Topform noch nicht ans Oche bringen.

Das sagt Elmar Paulke: "Ich habe den Eindruck, dass er es zuletzt immer gut hinbekommt, wenn es wirklich wichtig wird. Und dann ist er einfach besser als "The Thorn". Allerdings glaube ich, dass er anschließend im Halbfinale an Anderson scheitern wird."

Robert Thornton:

"The Thorn" ist der letzte verbliebene Spieler im Feld der noch keinen Satz abgegeben hat. Im Achtelfinale ließ er Überraschungsmann Benito van de Pas nicht den Hauch einer Chance.

Allerdings zeigte der Schotte auch im vergangen Jahr gegen Max Hopp (3:1) und Beau Anderson (4:0) teilweise herausragende Leistungen, scheiterte dann aber sang- und klanglos an Wes Newton.

Dennoch: Kann "The Thorn", der bislang mit seiner enormen Konstanz auf die Triple besticht, seine Form halten, könnte er für den Weltmeister zum Stolperstein werden.

Das sagt Elmar Paulke: "Thornton ist gut und hat noch keinen Satz abgegeben, aber jetzt kommt der erste richtige Prüfstein. Van Gerwen ist eine Nummer zu groß für ihn."

Peter Wright:

"Snakebite", der im vergangenen Jahr im Finale gegen Michael van Gerwen stand, meldet auch dieses Jahr wieder Ansprüche auf die Darts-Krone an. Bislang gab der Schotte erst einen Satz ab und ließ Andy Hamilton, immerhin Nummer zwölf der Setzliste, ganz alt aussehen.

Im Viertelfinale wartet nun aber ein bärenstarker Gary Anderson, gegen den Wright zuletzt zweimal verlor. Ein erneuter Finaleinzug von Wright wäre eine Überraschung.

Das sagt Elmar Paulke: "Wright hatte ich irgendwie nicht wirklich auf der Rechnung. Der bunte Vogel geht leise durchs Feld. Aber ich glaube Anderson ist einfach zu gut für ihn. Die einzige Chance wäre es, Anderson aus dem Rhythmus zu bringen."

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Gary Anderson:

Der "Flying Scotsman" reiste als erfolgreichster Spieler des Jahres nach London. Nach einem eher mäßigen Auftakt gegen Kyle Anderson steigerte er seinen Punkteschnitt kontinuierlich und spielte im Achtelfinale gegen Cristo Reyes mit 104,54 den bisherigen Rekordaverage der WM.

Da der 44-Jährige beim Scoring aber traditionell ganz vorne mit dabei ist, steht und fällt sein Spiel mit der Check-Out-Quote. Gelingt es ihm die Legs auch über andere Wege als sein Lieblingsdoppel Tops (Doppel 20) zuzumachen, ist er ein heißer Kandidat für das Finale.

Das sagt Elmar Paulke: "Ich halte Anderson derzeit für den spielerisch stärksten Akteur derzeit und glaube, dass er ins Finale kommen wird. Das Niveau, das er gegen Klaasen gespielt hat, hat bis jetzt noch keiner gezeigt. Deshalb schlägt er Wright. Im Finale könnten ihm dann aber die Nerven einen Strich durch die Rechnung machen."

Phil Taylor:

Taylor ist der einzige Spieler unter den besten Acht, der in jeder Partie einen Average von über 100 spielte. Dennoch geriet er im Achtelfinale gegen Kim Huybrechts gehörig ins Wanken, der Belgier hatte bereits Matchdarts.

Doch am Ende bewies "The Power", dass er in der Lage ist jede noch so kleine Schwäche auszunutzen und schickte direkt eine Warnung an die Konkurrenz: "Glaubt mir: Ich werde noch besser."

Das sagt Elmar Paulke: "Was Taylor im Interview gesagt hat, war für mein Gefühl ein Zeichen der Schwäche. Trotzdem wird er van der Voort schlagen, dafür ist er einfach zu gut. Dann winkt das legendäre Duell mit "Barney", in dem ich ihm ebenfalls vorne sehe, weil er einfach ein Phänomen ist."

Vincent van der Voort:

Der "Dutch Destroyer" steht verdient im Viertelfinale, profitierte aber auch von einer glücklichen Auslosung. Mit den beiden ungesetzten John Henderson und Max Hopp hatte er kaum Probleme und zeigte sich vor allem beim Check-out auf die Doppel extrem sicher.

Mit Phil Taylor hat er jetzt aber einen ganz dicken Brocken vor der Nase. Gelingt es ihm nicht, seinen Drei-Dart-Average (noch nie über 94) zu steigern, wird er wohl nur wenige Chancen bekommen seine Stärke auf die Doppel zu beweisen.

Das sagt Elmar Paulke: "Für Van der Voort ist im Viertelfinale Schluss. Taylor wird er nicht schlagen können."

Stephen Bunting:

"The Bullet" ist der Shootingstar der bisherigen WM. Der Liverpooler spielt erst seit diesem Jahr auf der PDC-Tour, nachdem er sich nach dem WM-Titel der BDO zu einem Wechsel entschied.

Als Nummer 27 der Setzliste ist er auf dem Papier der Underdog unter den letzten Acht, zeigte aber mit einer starken Leistung im Achtelfinale gegen Michael Smith das mit ihm zu rechnen ist.

Erwischt Bunting, der dafür bekannt ist, von Beginn an richtig Druck zu machen, einen guten Start, ist auch ein Sieg gegen van Barneveld möglich. Dann wartet aber vermutlich "The Power".

Das sagt Elmar Paulke: "Auch wenn Bunting wirklich stark spielt, glaube ich, dass gegen van Barneveld Schluss ist."

Raymond van Barneveld:

Der fünfmalige Weltmeister behielt im Achtelfinale im bislang spektakulärsten Spiel dieser WM mit 4:3 gegen Ex-Weltmeister Adrian Lewis die Oberhand und ließ sich auch vom Neun-Darter des "Jackpot" nicht beirren.

Dennoch konnte "Barney" sein Top-Niveau bislang nicht konstant ans Oche bringen, zudem ist sein Average von Spiel zu Spiel gefallen. Für den Niederländer spricht seine Erfahrung, doch nach derzeitigem Stand ist spätestens im Halbfinale gegen Taylor Schluss.

Das sagt Elmar Paulke: "Wer als fünfmaliger Weltmeister so ein Match gegen Lewis gewinnt ist brandgefährlich. Dann geht es im Halbfinale aber gegen Taylor und da hat "Barney" einfach eine irgendeine mentale Blockade. Deshalb sehe ich ihn nicht im Finale."

Tableau Darts-WM Viertelfinale
Tableau der Darts-WM ab Viertelfinale © SPORT1
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